Freitag, 8. Juli 2016

~ Spuren ~

Schreibt sie noch? Wird es weiterhin Blogs von ihr geben?
Das mag sich der Eine oder die Andere von Euch in den letzten Wochen
möglicherweise gefragt haben. Ehrlich gesagt habe ich es mich selbst sehr
ausgiebig gefragt, während ich mich andererseits mal auf etwas ganz anderes
konzentriert habe, nämlich mein Leben ausserhalb des Internets.
Dazu gehörte auch eine sehr geringe Facebookaktivität, und geschrieben
habe ich größtenteils mit einem Stift auf Papier, was auch mal wieder
eine interessante Erfahrung war.
Also, sie schreibt noch und zumindest gibt es nun einen neuen Blog,
und zwar diesen. Bewegt dazu hat mich ein Satz, den ich vor ein paar Tagen zu einem sehr
besonderen Menschen gesagt habe, ohne vorher darüber nachzudenken.
Dem zugrunde lag ein Gefühl, das sich seit mehreren Wochen ziemlich unbestimmt
in mir regte. "Ich habe das Gefühl einen Lebensabschnitt beendet zu haben,
der neue hat längst begonnen und so wirklich realisiere ich das eigentlich erst
jetzt. Zum ersten Mal in meinem Leben weiss ich genau, was ich will. Ich kenne
meine Werte, ich weiss was ich brauche und ich fühle mich frei. Unabhängig
von den Erwartungen anderer Menschen. Ich weiss, was mich glücklich macht
und bin in der Lage mein Leben so zu gestalten, dass diese glücklichen Augenblicke
viel Platz darin finden. Wenn es mir mal nicht gelingt, weiss ich, dass auch
diese Momente oder Phasen zu dem Leben gehören, das ich so liebe,
mein Leben." So fühlt es sich gerade für mich an.
Irgendwie so, als wäre ich in einen alten VW-Bus gestiegen und losgefahren,
mit dem Ziel irgendwann am Meer anzukommen und dabei den Weg
zu geniessen, mit all seinen unterschiedlichen Landschaften, Begegnungen
und Herausforderungen. Dabei ist mir allerdings auch aufgefallen, dass ich in
den vergangenen Jahren bei aller Selbstreflexion, bei all den Gedankenloopings,
und der Verhaltensanalyse nicht ganz in meine Lebensspur gefunden habe
und ich glaube, dass auch das wichtig war um genau jetzt eine Ahnung davon
zu bekommen, wo ich eigentlich hingehöre. Welches Tempo das Richtige für mich
ist und mich von den Kamikazefahrten in den vorgegebenen Spuren zu verabschieden.
Meine Spur ist irgendwo dazwischen und mein eigenes Tempo, passt nicht mehr so richtig
auf die Autobahn, aber auch nicht in die 30er Zone.
In Zukunft fahre ich wohl Landstraße auf meinem Weg zum mehr,
lasse mich ganz gelassen von den Supereiligen überholen und von den Schleichern
nicht aufhalten. Ein ungewöhnliches, weil für mich recht neues Lebensgefühl
und für einen strukturierten Menschen wie mich nicht immer so ganz leicht umsetzbar,
wie es sich hier vielleicht liest. Aber ich habe gemerkt ein bisschen Chaos,
bereichert mein Leben ungemein, auch oder vielleicht gerade weil es mich
immer wieder herausfordert Ordnung zu schaffen, weiterzugehen und
dem Chaos wieder Raum zu geben. Manchmal ist es die Begegnung mit einem einzigen
Menschen, der ganz anders tickt als wir selbst und damit etwas in unser Leben bringt,
das uns zu entdecken alleine nicht gelungen ist.
Dankbar für die vielen lebendigen Augenblicke der letzten Monate
und Eure kontinuierlichen Besuche des Wellentanz - Blogs obwohl es mal
keine neuen Inhalte gab, wünsche ich Euch ein herrliches Wochenende,
bestenfalls in Eurer eigenen Spur, die manchmal weit neben der, der Anderen
liegen kann. ;-)


Alles Liebe ~ Daniela





Montag, 23. Mai 2016

~ Schreiben, Leben & weitere Wellen ~

Wenn Du schreiben musst, dann musst Du eben schreiben.
Logisch, oder?
Ich meine, so leicht kann´s gehen. Zumindest dann, wenn wir für uns selbst
schreiben, wenn wir das Schreiben als Ausdrucksmöglichkeit erkennen,
und glaubt mir, ein jeder Mensch tut gut daran sich auszudrücken
- wie auch immer - es ihm möglich sein mag.
Manche Menschen spüren darüberhinaus den Drang das öffentlich zu tun.
Ich gehöre dazu, wie ihr unschwer erkennen könnt auch wenn es mir
immer unwichtiger wird, nein, nicht das Schreiben an sich, sondern die
Kommunikation mit einer relativ anonymen Masse. Klar, die Eine oder
den Anderen von Euch habe ich im Laufe der Zeit kennen gelernt,
anhand Eurer Kommentare und Zuschriften ein wenig über Euch erfahren
dürfen und doch kommuniziere ich mit meinem Blog in eine anonyme
Masse. Immer wieder werde ich gefragt, wie persönlich meine Blogs sind
und ich könnte nun antworten, dass sie nichts mit mir zu tun haben oder,
dass es immer nur um mich als Person geht. Beides wäre allerdings falsch.
Meine Worte, sind ein Teil von mir. Mein Blick auf die Welt mit ihren Menschen
ist ein sehr persönlicher, meine Eindrücke sind natürlich geprägt von meinem
persönlichen Erleben. Deshalb tue ich mich auch schwer mit verallgemeinernden
Schreibstilen. Das ist nicht mein Blickwinkel. Ebenso sehe ich die Welt
nicht getönt durch eine rosarote Brille oder schwarz weiss, sondern
versuche Nuancen einzufangen, Feinheiten & Details zu erfassen und
nach meinen Möglichkeiten darzustellen. Eine weitere Frage, die mir immer
mal wieder gestellt wird ist, ob ich mit diesem Blog Geld verdiene.
Meine Antwort: Nein, das tue ich nicht.
Ich schreibe, weil ich muss und wenn ich muss, aus einer inneren Notwendigkeit
heraus und ich habe besonders in den letzten Monaten gelernt, dass nicht
jeder Text den ich schreibe, nicht jedes Wort, das durch meine Gedanken geht
für eine Veröffentlichung in einen mehr oder weniger anonymen Raum bestimmt ist.
Ich habe in den letzten Jahren, durch das kontinuierliche Schreiben eine Menge
über mich und die Menschen gelernt mit denen ich es zu tun habe.
Ich habe Euch teilhaben lassen an meinen persönlichen Wellentänzen
und denen, die um mich herum geschahen, welche einen Einfluss auf meinen
eigenen Tanz haben. Häufig kam die Frage auf, ob ich auch mal ein Buch
schreibe und ehrlich gesagt, schreibe ich immer an einem Buch, also
ich schreibe und habe keine Ahnung, ob jemals ein Buch daraus wird.
Einfach weil es mir Freude macht und ich es eben tun muss.
Ich stolpere derweil über Bezeichnungen wie "Autorin" oder "Bloggerin"
nicht etwa, weil sie nicht aussagen, was ich hier tue, sondern und
das herauszufinden war echt eine heikle Angelegenheit, weil das Schreiben,
die Möglichkeit diese Ausdrucksform zu nutzen, mir einfach mehr bedeutet
als irgendwas zu bloggen oder verfassen. Der Beginn dieses Blogs und
der weitere Verlauf war für mich so etwas wie eine Reise, ein mich ausprobieren,
eine Entwicklung meiner Fähigkeit mich in dieser schriftlichen Form auszudrücken,
kreativ zu sein und weiter zu werden. Auf dieser Reise hatte ich so einige Ideen,
und wirklich bereichernde Begleiter, die mich ermutigt haben zu tun, was ich eben tun muss und kann. Es entstand eine WellenTanz - Facebook - Gruppe,
die über ein Jahr lang die verschiedensten Menschen miteinander verband.
Es gibt den WellenRaum eine FacebookSeite, in Kooperation mit Menschen, die ebenfalls Freude am
Schreiben & Worten haben und es gab die Montags - Doppelblogs mit Ben.
Für all diese Erfahrungen bin ich mehr als dankbar und doch komme ich
am Ende dieses Blogbeitrags genau dahin, wo ich vor einigen Jahren gestartet
bin, "back to the roots" sozusagen.
Ich kann über Themen schreiben, die mich nicht betreffen.
Ich kann Geschichten schreiben.
Ich kann Sachtexte verfassen.
Ich habe den Mut aufgebracht immer wieder öffentlich zu schreiben.
Ich habe versucht mit Worten eine Brücke zu bauen, zwischen Menschen
und hin und wieder ist mir das gelungen.
Ich war immer wieder kurz davor zu verzweifeln, weil ich scheinbar nicht
transportieren konnte, worum es mir in Wahrheit geht,
bis ich irgendwann kapierte, dass das auch nicht wichtig ist,
solange mir klar ist wozu ich tue was ich tue.
Ich tue es für mich. Für meine Freude & genau so lange,
so häufig oder selten, wie es sich für mich richtig anfühlt.
Denn diese Verpflichtung ist eine, die ich mit mir selbst eingegangen
bin. Eine Entscheidung FÜR meine Freude und damit auch für´s
weiterreisen in diesem WellenTanz des Lebens zu dem in meinem
Fall eben das Schreiben in dieser Form gehört.

Alles Liebe ~ Daniela






Montag, 16. Mai 2016

~ Liegen lassen!? ~

Wir müssen nicht alles aufheben, was direkt vor unseren Füßen landet.
Schon gar nicht dann, wenn es uns von anderen Menschen achtlos dorthin
geworfen wird. Wie irrwitzig, dass es meistens die Menschen sind,
die sich selbst für unfassbar reflektiert halten, die anderen Menschen
ihren seelischen Müll ungefiltert (oder ist das vielleicht schon die gefilterte Variante?)
zumuten. Nein, mir geht es nicht um einen erhobenen Fingerzeig. Den finde
ich nämlich mittlerweile erstaunlich lachhaft angesichts der Tatsache,
dass es mir einfach nicht (mehr) liegt, Menschen zu belehren, bekehren,
oder ihnen meine Wahrheit aufzudrängen, dazu scheint nämlich der in der Esoterikszene so viel zitierte "Adlerblick" geradezu einzuladen.
Der beobachtende Blick - erhoben - abgehoben - immer leicht über den Dingen schwebend und im Augenblick des totalen Abflugs scheint sich dann so etwas wie ein Guru - Lehrer - Führer Mechanismus einzustellen, der gleich auch die Patentrezepte zur totalen Weltrettung mitliefert. 
Unter Beobachten verstehe ich etwas anderes. Sich selbst für einen Augenblick
in diese Position zu bringen, um sich einen umfassenderen Überblick zu verschaffen,
einen Moment innehalten und sich ein um die neuen Informationen ergänztes Bild
zu machen, das verstehe ich unter dieser Adlerposition.
Wenn sie allerdings dazu führt, dass wir jedem ganz ungefragt unser Weltbild
vor die Füße knallen, unseren Frust über das, was wir möglicherweise erkannt haben,
anderen Menschen (der Menschheit - klingt gleich ein wenig kollektiver, gell?)
in die Schuhe zu schieben, dann geht es in meinem Verständnis um etwas ganz
anderes, als "Beobachtung!" Wie bereits im Eingangssatz erwähnt, haben wir - zum Glück -
die Wahl, ob wir uns tatsächlich auf diese Art von Manipulation, beziehungsweise
ist es vielleicht eher (weichgespült für all jene, die der eigenen Wahrheit halt doch nicht so
ganz verpflichtet sind) ein Spiel einlassen. Um uns selbst in die Lage zu versetzen
unter diesen Umständen eine Wahl zu erkennen müssen wir zunächst eines sein
und zwar: eigenverantwortlich. Dann bringen wir uns viel seltener in eine Situation,
die uns scheinbar dazu verpflichtet, den Frust, die Aufforderung, den Ball aufzuheben,
der da eben gerade vor unseren Füßen landet und werden möglicherweise sogar
resistent gegen etwaige versteckte Versuche, uns in Spiele verwickeln zu lassen, die
mit Sicherheit nicht unsere sind. Also, einfach mal den Mut haben, Menschen und ihre
Bälle sich selbst zu überlassen, das kann sehr heilsam sein - für beide Seiten! ;-)


Alles Liebe ~ Daniela



Samstag, 7. Mai 2016

~ Leichter als gedacht ~

Intensiver denn je, lerne ich mich in den letzten Tagen und Wochen kennen.
Ich begegne mir selbst im Umgang mit bestimmten Menschen und in vielen
scheinbar belanglosen Augenblicken, geht mir so etwas wie ein Licht auf.
Eines der hellsten Lichter ist vielleicht die Tatsache, dass wir NIE auslernen,
zumindest dann nicht, wenn wir lernbereit bleiben. Auch über uns selbst lernen
wir nicht aus und so erscheint es mir, als sei all das theoretische Wissen,
dass ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe, all die vielen Analysen,
Gedanken, Definitionen und Ausrichtungen eine Vorbereitung
gewesen auf das, was ich gerade erLEBE, eine sehr intensive Zeit,
in der sich gerade zeigt, was von dem Erlernten tatsächlich auch
im Erlebnis bestand hat. Vieles von dem was ich mir vorgestellt habe
in dieser Zeit, erlebe ich nun, anders als es meinen Gedanken & Gefühlswelten
irgendwie ja auch wieder nur begrenzt vorstellbar war, und doch ganz
nah an dem, wie ich es mir gewünscht habe. Das Leben ist ein stetiger Prozess,
wir bewegen uns ständig und manchmal leben wir in Situationen hinein,
die SO einfach noch nie da waren. Selbst, wenn wir es uns genauso
oder ähnlich vorgestellt haben, zeigt sich erst genau dann, wenn wir es
erleben, wieviel von dem, was wir uns ausgemalt haben, wir auch tatsächlich
bereit sind zu leben. Ich meine damit nicht so sehr solche illusionären Sätze
wie: "Es wird alles anders, weil ich ein anderer Mensch geworden bin."
Wir alle werden keine anderen, keine "neuen" Menschen, sondern ich meine
konkrete Situationen wie zum Beispiel, einen neuen Wohnort, eine Berufung,
der wir folgen oder aber auch zwischenmenschliche Beziehungen.
Plötzlich finden wir uns in solchen veränderten Lebenssituationen und stellen
fest, dass neben unseren Vorstellungsbildern davon wie etwas sein sollte,
oder eben nicht (denn den meisten Menschen fällt es sehr leicht zu definieren,
was sie NICHT wollen, fragt man sie hingegen, was sie wollen, kommt bestenfalls
eine wenig konkrete Antwort, wie zum Beispiel: Glück.) diese neue Situation,
der Ort, der Mensch auf uns wirkt. Was einen völlig neuen KONKRETEN Aspekt
hinzufügt zu unserem eigenen gedanklichen & emotionalen Erleben und
genau hier wird es meines Erachtens spannend, denn an dieser Stelle
entscheidet sich, entscheiden wir, ob wir uns einlassen auf, die neue Komponente,
und hier gestaltend tätig werden, oder ob wir eben in unseren Vorstellungsbildern,
Gedankenkonstrukten hängen bleiben und "auf Teufel komm raus" versuchen
diese umzusetzen und der Situation aufzudrücken. Ich für meinen Teil habe
mich entschieden weiter zu lernen, mich selbst auch in der neuen Umgebung
gut zu beobachten und mich einzulassen, auf mich und meine Wünsche
und auf die neue Situation. Aufmerksam zu sein für die inneren und äusseren
Faktoren, die da auf mich einwirken und mich einfach mal daran zu orientieren,
was ich konkret will, anstatt mich ständig mit Gedanken aufzuhalten, was ich
nicht will, weil´s in der Vergangenheit nicht funktioniert hat.
Gar nicht so leicht, wie es klingt und dennoch viel leichter, als ich es mir
vorgestellt habe! ;-) Manchmal genügt es einfach offen zu bleiben und
in die Verbindung zu vertrauen.


Alles Liebe ~ Daniela



Samstag, 30. April 2016

~ Special Friend(s) ~

Befreundet seit Dezember 2013, sagt Facebook. Ich erinnere nicht mehr
so genau, wer von uns beiden die Kontaktanfrage versendete, ich weiss
aber noch ziemlich genau, dass ich ein gutes Gefühl dabei hatte mich
mit ihr zu befreunden. Begegnet sind wir uns in einer besonderen FB-Gruppe,
in der Anhand der dort geposteten Musik und den dazu geschriebenen Aussagen,
Kommentaren und Selbstdarstellungsneurosen ziemlich schnell klar war,
mit wem man gut kann und mit wem eben nicht so.
Was mich an diesem Menschen, dieser Frau faszinierte?
Sie war einfach "echt"! So nahm ich sie wahr, in ihrer klaren Abgrenzung
von den meisten Schubladen, in die man sie gern hineinmanövrieren wollte,
aufgrund ihres Musikgeschmacks, ihrer Profilbilder, ihrer manchmal recht
frech anmutenden Kommentare oder ihrer gefühlvollen Art, die für die meisten
scheinbar nicht so recht ins Bild (die Schublade) passten. Ich fand sie interessant,
genau deshalb. Sie hatte auch ein Bild von mir, wie ich ein wenig später
erfahren durfte und zwar eines, das mir schon sehr häufig begegnet ist in meinem
Leben, das der (ich muss mal nachdenken, ob ich es noch hinbekomme)
"schönen, intelektuellen Edeltussi ". Ich muss immernoch ein wenig Lachen,
wenn ich daran denke, wie cool und selbstverständlich sie mir dieses Bild vor die
Füße geknallt hat. Ich glaube, das war der Augenblick, als ich das erste Mal
dachte, die könnte meine Freundin werden. "Aber Du bist gar nicht so, wie
Du auf den ersten Blick wirkst!" Nö, das bin ich wahscheinlich nicht,
aber wer sich natürlich von Oberflächlichkeiten leiten lässt und aufgrunddessen
kategorisierende Bilder entwirft, der wird entweder überrascht sein, tief enttäuscht,
oder sich die Mühe machen mich als Mensch kennenzulernen, in all meinen Facetten.
Das hat sie gemacht und zwar auf eine sehr bereichernde Weise.
Wir haben viel geschrieben, telefoniert, zusammen gelacht, auch mal geweint,
waren (edel)zickig und wütend & wir waren füreinander da, haben einander
zugehört und unsere ganz andere Sichtweise miteinander geteilt. Das hat
mir sehr oft sehr gut getan. Nun wollten wir uns treffen, mehr als 2 Jahre
nach unserem ersten Kontakt und ich wurde schon ein wenig nervös.
Mittlerweile ist mir ja klar, dass wir alle uns Bilder von Menschen machen
und da kann so eine Begegnung hin und wieder schon mal desillusionieren.
Was mich besonders nervös werden liess, war der Gedanke daran, dass meine
Freundin mir immer wieder mal mitteilte, dass ich für sie "perfekt" sei.
Da ich aber Welten entfernt bin von perfekt und mich solche Fremdbilder
gern mal aus der Ruhe bringen, dachte ich, es könnte für sie ein wenig
enttäuschend werden. Ich selbst rechnete mit einer lebendigen, lustigen,
und offenen Person und war super gespannt, ob mein Bild von ihr,
dem entsprach, wie sie wirklich ist. Unsere erste Begegnung war so herzlich
& unfassbar unkompliziert. Wir verbrachten ein paar herrliche Tage miteinander,
lachten, ich weinte auch mal und wir (das überraschte mich wirklich) konnten auch
wunderbar mal einen Augenblick gemeinsam schweigen. Diese Seite an ihr, die Ruhige,
hatte ich nicht auf dem Schirm, weil sie über unsere bisherigen Kommunikationskanäle
irgendwie unterging. Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können,
dass wir gemeinsam eine so unbeschwerte Zeit verbringen würden,
dass es sich so anfühlen könnte, als würden wir uns schon sehr lange kennen.
Wir mögen die gleiche Musik, wir haben ein ähnliches Empfinden für Menschen
und Situationen und jede von uns lebt ihr Leben auf ihre eigene Art & Weise,
so unabhängig wie möglich und immer mehr so wie es UNS gut tut,
das und die damit verbundenen Erfahrungen mag dazu beitragen, dass wir
uns verstehen. Aber wir geben uns noch etwas und zwar die Möglichkeit
zu sein, wer wir sind, zu sehen wer wir sind, und wertgeschätzt zu sein,
für wer wir sind. Das ist weder alltäglich noch selbstverständlich,
auch nicht die Fähigkeit unbequeme Wahrheiten zu äussern
und der Freundin auch mal den "Kopf zu waschen."

Das, liebe Freundin (ich spreche sie ab jetzt mal persönlich an) hast Du drauf,
besonders in Situationen, die mir impulsiver Weise auch mal entgleiten
könnten. Danke Dir von Herzen dafür und für so vieles mehr.
Bevor wir uns trafen, fand ich Dich super, ich hatte Lust (Du weisst, das kommt
äusserst selten bis nie vor) einen Menschen zu treffen, der mir im Internet begegnet ist,
und jetzt hab ich Dich in mein Herz geschlossen. Ich bin nicht perfekt, das weisst
Du jetzt, umso schöner, dass ich es auch nicht sein muss, weil Du mich magst,
wie ich bin, mit runden Ecken & scharfen Kanten! ;-) So manche Welle
haben wir mittlerweile gemeinsam getanzt. Für die nachbarschaftliche Völkerverständigung
haben wir auch so einiges getan. Mit Dir macht das Freude! Du bist ein ganz
besonderer Mensch, eine wunderbare Mutter, eine interessante Frau, mit
Dir mag ich Pferde stehlen, mal wieder ungeschminkt und übernächtigt am
Küchentisch sitzen und Pläne schmieden und am allerliebsten mag ich
Dich umarmen & Dir dafür danken, dass Du meine Freundin bist.

Ich freue mich wie verrückt auf unsere nächste Begegnung und
wünsche UNS, dass wir uns noch viele Jahre begleiten.

Ein herzliches HÜÜÜPF* für Dich!


Alles Liebe ~ Daniela


... und weil´s die Musik war, die uns von Beginn an verbunden hat,
ist das hier FÜR Dich & UNS ...  irgendwie!
https://www.youtube.com/watch?v=KqHRbbrvuoM




Montag, 25. April 2016

~ Angst vor Widersprüchlichkeit? ~

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre das einzige wovor wir
Menschen wirklich Angst haben, die Angst vor uns selbst.
Vor unseren Abgründen und viel schlimmer, sogar vor dem was
wir zu tun oder zu leben im Stande wären, wenn wir uns alle großartigen,
selbstverständlichen und einzigartigen Fähigkeiten zu leben
und auszudrücken erlauben würden. Mir erscheint es häufig, als
würden einige von uns sich immer wieder selbst im Wege stehen.
Wir flüchten. Konsumieren Gedanken und Gefühle, um auch bloß
nicht in Kontakt zu kommen mit den Gedanken und Gefühlen, die uns
wirklich antreiben. Wir halten uns zurück in zwischenmenschlichen
Begegnungen, machen unser Verhalten abhängig davon, mit wem wir gerade
zu tun haben, begrenzen uns selbst. Nehmen uns die Möglichkeit,
einfach auch mal widersprüchlich zu sein, widersprüchlich zu leben, weil es
so unbequem ist, nicht irgendwelche Normen zu bedienen.
Ich mach da nicht mehr mit. Und nein, ich schreibe das nicht zum ersten Mal.
Ich werde solche Themen immer wieder beschreiben, solange es mir nötig
erscheint zu differenzieren. Gegensätze sind nur dann widersprüchlich,
solange ich sie gelten lasse und mir persönlich fiel es schon immer eher schwer
zu verstehen, dass es nur eine Wahrheit geben soll, die gut ist und das Gegenteil
davon gleich schlecht sein soll, nur weil es vielleicht nicht meiner Wahrheit entspricht.
Ebenso wenig leuchtet mir ein warum bestimmte Dinge (Berufe, Gruppen,
Freizeitbeschäftigungen,Menschen) automatisch andere ausschliessen sollten,
einfach, weil es scheinbar nicht dazupasst im allgemeinen Verständnis.
Wir alle sind doch höchst individuelle Wesen, und
ich wage zu behaupten, dass wir alle widersprüchlich sind und leben, besonders
übrigens die Menschen, die das ständig kategorisch ausschliessen.
Lieber scheinen wir im verborgenen davon zu träumen ein Leben
zu gestalten, wie es uns wirklich gefällt, als tatsächlich auch mal den Mut
zu haben, die widersprüchlichen Facetten unserer Persönlichkeit zu leben.
Nur weil ich ein relativ unangepasstes Leben lebe, heisst es doch nicht automatisch,
dass ich alle Dinge, die andere Menschen für angepasst halten aus meinem Leben
ausschliessen muss, oder umgekehrt. Es gibt unzählige Möglichkeiten unser
Leben zu gestalten, alle Facetten unserer Persönlichkeit in unser Leben zu
integrieren. Das einzige was mir mittlerweile große Angst macht, ist die Bereitschaft
der meisten Menschen ständig in entweder oder Kategorien zu denken,
sich selbst zu begrenzen, um bloss nicht aufzufallen in einer Gesellschaft,
oder eben genau das umgekehrte Extrem, nämlich zwanghaft "anders" sein zu wollen.
Wozu soll das gut sein?
Ich frage mich immer häufiger, wie wir Menschen eigentlich auch
nur daran denken können, friedvoll nebeneinander oder gar miteinander
zu existieren, wenn wir nicht einmal in der Lage sind uns selbst in all
unseren Facetten anzunehmen, wie wir sind, inklusive der Widersprüche,
die wir alle in uns vereinen und der neurotischen Angst davor, falsch
gesehen, falsch verstanden und falsch wahrgenommen zu werden,
darauf haben wir alle nämlich nicht den geringsten Einfluss, wie andere
Menschen uns wahrnehmen (wollen oder können).

Alles Liebe ~ Daniela ~



Dienstag, 19. April 2016

~ Multitasking - Segen oder Fluch? ~

Danke, wem auch immer, dass er mir die Fähigkeit des Multitaskings geschenkt hat,
wahrscheinlich bin ich´s selbst Schuld, demnach lasse ich das mit dem Fluch
lieber mal, wobei sich selbst verfluchen wäre ja auch mal eine interessante
Möglichkeit.
Wie sich aus dem ersten Satz lesen lässt, ist es wohl beides.
Segen, weil es mir erlaubt mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, nebenbei noch
das wichtigste im Kopf zu behalten und den Terminplan zum Beispiel meiner
Kinder zu organisieren, neben dem eigenen und unter Umständen auch dem einiger
anderer Menschen in meinem Umfeld.
Kurz einen Blog zu schreiben, während das Brot im Ofen backt, welches in
30 Minuten fertig sein muss, weil dann das Kind darauf wartet abgeholt zu werden,
und weitere 30 Minuten später ein Telefontermin ansteht, der Hund wird kurzerhand
mitgenommen und die Salate für´s spätere Grillen sollten auch noch einmal
abgeschmeckt werden.
Völlig unspektakulär, ODER?
Unspektakulär ist es und mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich
mich hin und wieder mal daran erinnern muss, dass es gut ist, all diesen
vermeintlich alltäglichen (ups* es ist ja Sonntag) Aufgaben meine volle
Aufmerksamkeit zu schenken, denn sonst und nun kommen wir mal zum
Fluch, passiert es leicht, dass ich noch schnell `nen Botengang für den gebrechlichen
Nachbarn, ein Anschreiben für die Bekannte oder die Beaufsichtigung eines Nachbarkindes
dazwischenschiebe. All das macht mir nämlich überhaupt keine Umstände.
Nicht einmal, nachdem ich gelernt habe, dass ein bestimmtes "Nein!" an der richtigen
Stelle unabdingbar ist, um nicht ständig unter Strom zu stehen.
Wie häufig passiert es Euch, dass ihr unzählige Dinge gleichzeitig tut
und am Ende des Tages feststellt, dass die wie automatisch so nebenbei
gelaufen sind? Diesen Blog übrigens habe ich nun zwei Tage halbfertig
gelassen und mich heute, nachdem ich wirklich Zeit habe, mich ausschliesslich darauf zu
konzentrieren  wieder aufgenommen.
Multitasking, ein Segen, der es mir ermöglicht in dieser rasanten Zeit zu agieren,
und all die Dinge, die ein jeder von uns so täglich zu regeln hat, schnell
zu erledigen und ein Fluch, weil es mir häufig nicht gelingt der Tätigkeit,
den Augenblicken, die gerade passieren meine volle Aufmerksamkeit zu widmen.
Erinnern wir uns hin und wieder daran, dass LEBEN auch bedeutet sich
einmal herauszunehmen, aus dem turbulenten Alltagsgeschehen und uns
den Augenblicken, den Menschen, den Handlungen ganz bewusst zu widmen,
die gerade dran sind.

Alles Liebe ~ Daniela