Samstag, 31. Oktober 2015

~ Menschen hinter Glas ~

"Verstehst Du? Diese Menschen leben unter einer Käseglocke, 
hinter Glaswänden. Sie schauen anderen Menschen beim Leben zu 
und wähnen sich in Sicherheit. 
 Sie leben durch Stellvertreter, fühlen wenn überhaupt gefiltert. 
Sie stumpfen ab, werden taub und denken dennoch, 
sie führen das einzige reale Leben. 
Sie richten sich komfortabel ein in ihrem Glashaus, 
verlassen es selbst dann nicht, wenn sie sich mal ins Grüne verirren, 
weil man das eben so macht. 
Wenn sie am Pool liegen, in ihrem Stammhotel,
am selben Urlaubsort, seit sie denken können, oder
jedes Jahr an einem anderen, ohne zu bemerken, 
dass sie sich alle gleichen, dass die Umgebungen sich gleichen,
weil der Blick nicht frei ist. 
Die wirksamen Schreckensbilder mit möglichst viel Blut, 
sind das einzige, was sie noch zu berühren vermag 
und sie gleichsam darin bestätigt weiter unter ihrer Käseglocke zu verweilen, 
die alles so wahnsinnig wattiert und sie zu schützen vorgaukelt. 
Die Menschen wollen so leben. 
Mich macht das krank, genauso wie es Dich immer wieder in Mark und Bein trifft.
Vielleicht mussten wir uns begegnen, jetzt, 

bevor wir beide resignieren an dem Unvermögen der Menschen Gefühle zu leben. 
Vielleicht sind wir unsere letzte Rettung um nicht ebenfalls 
unter der Käseglocke zu ersticken, 
im Glashaus zu sitzen und uns durch andere Menschen stellvertretend zu leben. 
Vielleicht!"

Sie hörte ihm gebannt zu und bemerkte wie ihr immer wieder 

Tränen in die Augen stiegen. 
Er hatte recht, 
er hatte so verdammt recht. 
Sie umarmte ihn innig und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn. 
Er sah ihr in die Augen, so klar und so wissend, 
dass es keiner weiteren Worte bedurfte. ...

~ Daniela Buchholz, Okt. 2015 ~





Freitag, 30. Oktober 2015

~ Aus & UmWege ~

Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit,
mehrere Auswege, eine Vielzahl
an Handlungsoptionen.
Es kann allerdings sein, dass wir sie nicht erkennen können.
Mir ist heute während eines Austausches mit einer
lieben Freundin aufgefallen, dass ich immer dann
verzweifelt in einer scheinbaren Entweder/Oder
Situation mit zwei völlig gegensätzlichen Handlungsoptionen
lande, wenn ich vorher unaufmerksam war, für sehr feine Nuancen,
die bei genauerer Betrachtung bereits vorher eine Richtung,
eine Tendenz sichtbar gemacht hätten in den verschiedensten
Angelegenheiten. Manchmal überrenne ich mich wohl
selbst. Wie das geht? Naja, ich möchte lernen, lösen, mich
entwickeln und zwar am liebsten SOFORT, oder eben so
schnell wie möglich, ein paar Maulwurfshügel
halten mich da nicht auf, nicht einmal dann, wenn ich
wiederholt über den selben Hügel stolpere.
Hier könnte ich aber vielleicht mal anhalten und mir
überlegen, ob ich einen anderen Weg finde, oder warum ich
ich ihn einfach nicht wahrnehmen will.
Irgendwann nachdem ich dann nun oft genug gestolpert
und mir blutige Knie eingefangen habe, lande ich in
dieser vermeintlichen Falle. Ich kann nur noch A oder B wählen,
andere Handlungsmöglichkeiten habe ich nicht, oder ich sehe sie zumindest
nicht. Da ich ja geneigt bin meiner Freude zu folgen, sie hier aber
in keiner der zur Verfügung stehenden Optionen klar erkennen
kann, könnte ich verzweifeln. Bis mir plötzlich einfällt,
dass der Freude zu folgen nicht immer bedeutet den leichtesten Weg zu
wählen und dass manche Freude halt auch mal hinterden weniger angenehmen
Optionen liegt, dass ich mich ihr bisher immer wieder genähert habe,
Schritt für Schritt, nur muss ich dafür eben eine Entscheidung treffen,
entweder A oder B, denn ganz sicher, werden sich dahinter ganz
neue Möglichkeiten auftun.
Gibt es Alternativen?
Klar, ich kann das aussitzen und darauf warten, dass eine Entscheidung
vom Himmel fällt, oder andere Menschen für mich entscheiden,
oder ich gehe ein Stück des Weges zurück, mache alles
wie bisher und lande halt immer wieder in dieser Situation.
Mir ist es lieber an dieser Stelle eben zu entscheiden,
auch, wenn es einmal die falsche Entscheidung war,
nicht selten führen nämlich auch die zum Ziel,
wenn auch über Umwege, aber wer will schon
immer bereits erschlossene Wege gehen? ;-)


Herzlich ~ Daniela





Donnerstag, 29. Oktober 2015

~ WellenLeitung ~


"Willst Du mich mal richtig wütend erleben?"
Hä?
Was hat er denn jetzt für´n Problem?
"Ähm. Klar, das wollte ich schon immer mal kennenlernen
an Dir. Ich frag mich nur gerade, ob ich irgendein winziges Detail 
nicht mitbekommen habe!?"
"Erzähle ich Dir, wenn Du endlich mal abgenommen hast.
Handy wieder lautlos Frau "Belästigt-mich-nicht-mit unnötigen-Informationen-auf-meiner-Mailbox?"
"Nein, hab ich nicht!"...
"Oder hab ich vielleicht doch!" ...
"Ich weiss nicht, ich kann´s nicht finden."
Verdammt, wo ist das Ding nun schon wieder abgeblieben,
immer wenn´s spannend wird, verfluche ich´s noch mehr,
weil`s halt nie laut bimmelt, sondern immer unaufdringlich 
vor sich hin vibriert, wenn´s nicht ganz abgeschaltet ist,
"Also wenn Du es nicht gleich findest ist meine Wut
dahin."
"Ha ... guten Tag 'Herr Ich-bin-furchtbar-wütend-und- muss-trotzdem-lachen'!"
"Das ist jetzt nicht gerade wutfördernd, klar, oder?
... schön JETZT Deine Stimme zu hören"
Tatsächlich hab ich es gefunden, wo auch anders, als
in den unendlichen Tiefen meiner Handtasche, die
derzeit den halben Spielzeugbestand meiner Kinder enthält.
"Ebenfalls. Wat is jetzt mit wütend? Geht da noch was, oder
können wir uns verabschieden?"
Ui, er atmet sehr tief ein.
"Arschgeigen!"
Stille, das war´s jetzt schon mit wütend? 
Ich sag mal lieber nichts, vielleicht kommt da noch was.
"Diese verdammten Penner regen mich so auf."
Da kam noch was, das kam auch sehr energisch,
aber das soll nun wütend sein? 
Und wer nun diese Arschgeigen sind, was die Penner gemacht haben, 
weiss ich immernoch nicht. 
Ich sag einfach mal weiter NIX.
"Sag mal hörst Du mir zu?"
"Beim wütend sein? Klar! Süß!" Ich möchte hüpfen
vor lachen, aber irgendwie wäre es gerade unangebracht,
erscheint mir, und es folgt auch gleich in einem ziemlich scharfen Ton:
"Willst Du mich jetzt auch aufregen?"
"Ich? NIE! Naja, vielleicht ein bisschen, damit es sich auch
so richtig lohnt wütend zu werden!" ich schicke mein
bezauberndstes Lächeln hinterher, ohne daran zu denken,
dass er es gar nicht sehen kann, wir telefonieren schliesslich.
"Kennst Du auch diese debilen Flachwixer, die Dir mit
2 PS im Schädel, aber einem fetten Doktortitel
auf dem Namensschild Deine Welt erklären wollen?
Nichts erlebt ausser ein wenig Stress bei der Doktorarbeit.
Aber die wissen, wie´s geht, das Leben, Dein Leben.
Und die wissen auch, wer Du bist und wie Du tickst.
Was die allerdings offenbar nicht wissen, ist wie gern ich
ihnen ins Gesicht kotzen würde, in genau diesem Augenblick!"
Oha, ein wunder Punkt. Ich halte mich mal zurück mit klugen
Ratschlägen und dummen Sprüchen.
"Ja, die kenne ich und ich mag die ähnlich gern wie Du!"
Frag mich aber gerade, warum Dich das so trifft, Dich,
der Du so weise, so klug und so unglaublich souverän bist,
wirkst, auf mich, aber diese Frage spare ich mir 
für einen weniger emotionalen Augenblick.
"Und?"
"Und was?"
"Na, wie war ich?"
In diesem Kontext ist mir die Frage neu und ein losprusten
kann ich mir jetzt auch echt nicht mehr verkneifen,
während ich: "Wütend!?" antworte.
"Genau, und ich freue mich jetzt schon auf den Tag,
an dem ich Dich das erste mal so richtig wütend erleben darf.
Danke, dass es Dich gibt und mach Dir eine schöne Zeit.
Bis später mal Frau Sonnenschein!"
Einfach eingehängt ...
Oh mein Gott, der ist echt noch irrer als ich
zunächst angenommen hatte und genau das ist es
was ich so an ihm mag, denke ich und lächle.
Während ich noch vor nicht einmal zehn Minuten
völlig gestresst versuchte einen Werbetext zu gestalten,
der spätestens heute Abend beim Auftraggeber sein muss,
fliesst es nun einfach aus mir heraus.
Es ist sooo leicht. Es kann so leicht sein und genau
IHM musste ich begegnen, genau deshalb,
nach all den Dramen, dem Krampf ist er einfach
ein Geschenk des Himmels.

~ Daniela Buchholz, Okt. 2015 ~

Mittwoch, 28. Oktober 2015

~ Erwachen ~

Ich erinnere mich gerade an ein Zitat aus den Tagebüchern der Anaïs Nin, 
das mich einmal sehr berührt & bewegt hat. 
Für manche Dinge, Gefühle, Energien, sind wir Menschen besonders empfänglich. 
Häufig sind es die, die uns selbst innewohnen, 
oder über die wir hinausgewachsen sind, 
aber immer wieder daran erinnert werden, wenn sie uns begegnen. 
Besonders, wenn es uns gelungen ist uns aus der Verzweiflung 
solcher Augenblicke zu befreien, liegt darin ein bemerkenswertes Potenzial, 
das uns gegebenfalls befähigt, Ressourcen aufzudecken, 
die in jedem dieser Tiefpunkte oder Tiefschläge zu finden sind.

Vielleicht ist es der letzte Satz, folgender trefflicher Beschreibung dessen, 

was ich gerade in intensivster Weise um mich herum wahrnehme, 
der in mir mal so etwas wie Kampfgeist
geweckt hat: 

"Manche erwachen NIE!"

... wir können niemanden wecken, der nicht geweckt werden
will ... aber wir können immer wieder die Möglichkeiten
aufdecken, die ein "waches" Leben, ein lebendiger Geist,
ein intensives Gespür so l(i)ebenswert macht!

"You live like this, sheltered, in a delicate world, 

and you believe you are living. Then you read a book… or you take a trip… 
and you discover that you are not living, that you are hibernating. 
The symptoms of hibernating are easily detectable: first, restlessness. 
The second symptom (when hibernating becomes dangerous and might degenerate into death): absence of pleasure. 
That is all. It appears like an innocuous illness. 
Monotony, boredom, death. 
Millions live like this (or die like this) without knowing it. 
They work in offices. They drive a car. 
They picnic with their families. They raise children. 
And then some shock treatment takes place, a person, a book, a song, 
and it awakens them and saves them from death. 
Some never awaken.”

~ Anaïs Nin ~

... manchmal müssen wir einfach ins Unbekannte springen, 

es einfach tun und darauf vertrauen, 
dass es das Beste ist, was wir für UNS tun können!!!



Herzlich ~ Daniela





Dienstag, 27. Oktober 2015

~ Was nun? ~

Zurück zur Freude, zurück zu mir und zurück
zu dem was da seit mehr als einem Jahr in mir reift.
Der Gedanke ein Buch oder auch mehrere zu schreiben.
Ein Wunsch, der schon seit meiner Kindheit in mir schlummert,
den ich irgendwann mal tief in meinem Herzen vergraben habe.
Ich? Schreiben? Dazu bin ich doch nicht gut genug.
Was kann ich denn noch, fragte ich mich in der Abiturzeit
und was läge mehr auf der Hand, als in den sozialen Bereich
zu gehen. Aber studieren? Noch länger bei den Eltern leben,
als zwingend erforderlich? Und was genau? Sozialpädagogik?
"Da findest Du doch nie einen Job!" tönte es aus allen Richtungen.
Psychologie?
"Ach Daniela, Du mit Deinem Helfersyndrom."
Philosophie wäre es vielleicht gewesen, wenn ich mich damals
auch nur ansatzweise getraut hätte, in eine solche Richtung zu gehen.
Einige meiner Freundinnen machten damals eine Ausbildung
zur Krankenschwester, die konnten sich alle eine eigene Wohnung leisten,
und da mir ja eh von jeher ein Helfersyndrom attestiert wurde,
dachte ich das wäre eine gute Alternative, eine Bewerbung hat es
mich gekostet, ein Vorstellungsgespräch und ein paar Monate später
war ich also Schwesternschülerin in einem katholischen Klinikum,
ohne einen konkreten Schimmer davon zu haben, was mich
in den nächsten Monaten erwarten würde. Wenn ich heute mein
Tagebuch aus dieser Zeit zur Hand nehme, dann dreht sich mir
der Magen, nicht wegen dem Leid, das ich gesehen habe,
auch nicht wegen des Ekels, der mich immer wieder an
meine Grenzen brachte, sondern wegen der Tatsache,
wie dort mit Menschen umgegangen wurde.
Nach 2 Jahren habe ich die Ausbildung abgebrochen und
stand wiederum vor der Frage: Und nun?
Nun landete ich eher durch einen Zufall und aus der dringenden
Not heraus Geld zu verdienen im Vertrieb.
Das hat auch gut geklappt, das mit dem Geldverdienen, bereits
während der Ausbildung und auch danach viele Jahre,
bis ich mich eines Tages besann, dass das was ich da tat
irgendwie alles andere als erfüllend ist auf Dauer.
Es war eine interessante und auch wichtige Zeit für mich,
aber sie hat mir im Endeffekt sehr drastisch gezeigt,
um was es für mich NICHT geht im Leben.
Nun stand ich mal nicht vor der Frage: Was nun,
sondern widmete mich voller Enthusiasmus der Familiengründung,
was mich wirklich glücklich machte,
mir noch einmal einen ganz neuen Blick brachte auf die Welt,
mich in meinen Werten bestärkte aber mich - oh Wunder -
nicht erfüllte. Planlos, was mich denn erfüllen könnte,
voller Selbstzweifel und auch völlig orientierungslos
wo es beruflich für mich hingehen könnte,
nachdem ich einen privaten Radikalschnitt vollzog,
traf ich glücklicherweise auf Menschen, die mich bestärkten,
mich für eine Zeit mal auf mich zu besinnen, mich mir selbst
zu widmen um ganz langsam wieder ein Gespür dafür zu entwickeln,
was mir wichtig ist, wer ich bin, was mich ausmacht.
Die mich an meine Träume erinnerten, mir dabei halfen
in Kontakt zu kommen mit mir, meinen verborgenen Wünschen
und der Flamme, die ich beinah erstickt hatte unter
all dem sollen, müssen, dürfen der letzten Jahre und Jahrzehnte.
Nicht, dass ich alles getan hätte, was ich sollte, musste oder durfte,
aber häufig habe ich es getan und wenn nicht, dann habe ich
eben genau das Gegenteil getan und zwar nicht, weil es mir irgendwie
diente, oder ich einen guten Grund dafür hatte, sondern einfach
um nicht das zu tun, was ich sollte, musste, durfte.
Da vergisst man mal schnell, was man eigentlich kann.
Nach sehr viel Selbsterforschung stellte sich mir die
Frage, was ich eigentlich schon immer mache,
ohne zu bemerken was ich da eigentlich tue.
Was mir als erstes auffiel war, dass sich Menschen an meiner
Seite immer entwickelten, also, es fiel mir leicht Lösungsmöglichkeiten
zu finden für andere Menschen, ihre Potenziale zu erkennen,
zu ermutigen neue Wege oder alte Wege anders zu gehen,
was in mir die zu diesem Zeitpunkt für mich wirklich
harte Frage aufwarf: warum gelingt Dir das eigentlich bei anderen
Menschen und nicht bei Dir selbst, zumindest nicht, wenn es um
berufliche Fragen geht und erst da kam mir zum ersten Mal der
Gedanke, dass es vielleicht keinen Beruf gibt, der exakt das
ist, was ich kann. Nun kam mir der Gedanke, dass es ja gar nicht
so schlimm wäre, denn ich könnte es ja lernen.
Ich hatte mich immer weitergebildet in den verschiedensten
Bereichen in denen ich arbeitete und so lernte ich auch
über mich selbst, dass ich wirklich Freude hatte am lernen,
und zwar schon immer, dass ich neugierig war und immer
Mittel und Wege fand mir Wissen anzueignen, das mir wichtig erschien.
Dass ich aus eigenem Antrieb so lange forschte und suchte,
bis ich gefunden hatte, was ich so dringend wissen wollte.
Was mir allerdings zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht
klar war, ist, dass das Fähigkeiten sind, denn ich hielt es ja
für normal. Ausserdem begann ich in dieser Zeit automatisch
zu schreiben. Mein Tagebuch füllte sich mit Gedanken und Geschichten,
sodass ich irgendwann einmal auf die vielen Ermutigungen
meiner Freunde und Wegbegleiter hörte und begann zu bloggen.
Wieviel Freude mir das machen würde und was es darüber hinaus
mir zu geben vermochte, hatte ich weder geahnt noch vermutet.
Wieder hatte ich etwas gefunden, was mir entsprach,
was mich erfüllte und sich durch mich erfüllte,
denn schliesslich sind es meine Worte, meine Gedanken,
meine Gefühle und mein Wesen die in all diese geschriebenen
Worte fliessen. Nun ist bloggen kein Beruf, zumindest nicht
in meiner Vorstellung von einem Beruf und so hob ich den anderen
roten Faden auf, der sich durch mein Leben zog und begann
eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin, belegte
etliche Coachingseminare und entwickelte mich in dieser
Zeit prächtig, fand die für mich so wichtigen fehlenden
Puzzleteile meiner eigenen Geschichte und schrieb.
Mittlerweile Tagebücher voll, den Blog, gründete eine Fabebookgruppe
um Menschen mit ähnlichen Interessen zu verbinden und war selbst
nach dem Abschluss der Ausbildung nicht schlauer, was meine
berufliche Zukunft betrifft. Noch immer fand ich den Faden nicht,
der das, was mir eine große Freude war verbindet und dann auch
noch einen Beruf daraus macht. Ich sah mich nicht ausschliesslich
in Einzelberatungen und auch nicht als Autorin, erschien es mir
in ehrfürchtiger Bewunderung großer Schriftsteller doch eine
Anmaßung mich so zu nennen.
Nun schreibe ich mit Freude und Regelmäßigkeit
seit beinah zwei Jahren, seit eineinhalb Jahren täglich
diesen Blog. Ich begleite hin und wieder Menschen,
auch online. Ich gebe Impulse und verbinde.
Seit dem Sommer ist meine kleine Tochter nun in der Schule
und ich nutze die Vormittage um zu schreiben, immer
mit dem Gedanken daran: Das wäre ein echt schöner Beruf.
Eine Kombination aus Schreiben, begleiten und immer weiter lernen.
Wie kann denn so etwas gehen?
Das geht.
Es geht, weil ich genau das tun WILL.
Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, weiss ich das aber nicht
erst seit dem Sommer sondern mindestens seit einem
Jahr und nachdem ich nun alle Hindernisse erfolgreich
überwunden und aus dem Weg geräumt habe, die sich
mir so in den Weg gestellt haben, kann ich auch noch ehrlicher
zu mir selbst werden und mir eingestehen, dass ich eine Scheiss - Angst
habe damit zu scheitern und irgendwann wieder vor der: Was nun - Frage
zu stehen. Ich habe schliesslich Verantwortung für meine zwei Kinder,
aber auch diese Ausrede, gilt spätestens ab dem Zeitpunkt
nicht mehr, seitdem alle Rahmenbedingungen stimmen
und ich einfach nur den Schritt wagen müsste, es zu tun.
Und genau das werde ich in den nächsten Wochen versuchen.
Meine Kraft und meine Energie bündeln und den Mut
finden es zu tun. Geschäftspläne schreiben, meinem LebensProjekt
eine angemessene Form geben um mit einem guten 
Gefühl zu starten mit dem was längst begonnen hat.
So freudvoll haben sie schon lange nicht getanzt,
meine Wellen! :-)


 Herzlich ~ Daniela





Sonntag, 25. Oktober 2015

~ Im Süden mit Nietzsche ~

Mein Sonntag beginnt heute mit Kaffee, einem Gedicht 
und Nietzsche:


Im Süden

So häng’ ich denn auf krummem Aste
Und schaukle meine Müdigkeit.
Ein Vogel lud mich her zu Gaste,
Ein Vogelnest ist’s, drin ich raste.
Wo bin ich doch? Ach, weit! Ach, weit!

Das weiße Meer liegt eingeschlafen,
Und purpurn steht ein Segel drauf.
Fels, Feigenbäume, Turm und Hafen,
Idylle rings, Geblök von Schafen, —
Unschuld des Südens, nimm mich auf!

Nur Schritt für Schritt — das ist kein Leben,
Stets Bein vor Bein macht deutsch und schwer.
Ich hieß den Wind mich aufwärts heben,
Ich lernte mit den Vögeln schweben, —
Nach Süden flog ich über’s Meer.

Vernunft! Verdrießliches Geschäfte!
Das bringt uns allzubald an’s Ziel!
Im Fliegen lernt’, ich, was mich äffte, —
Schon fühl’ ich Mut und Blut und Säfte
Zu neuem Leben, neuem Spiel…

Einsam zu denken nenn’ ich weise,
Doch einsam singen — wäre dumm!
So hört ein Lied zu eurem Preise
Und setzt euch still um mich im Kreise,
Ihr schlimmen Vögelchen, herum!

So jung, so falsch, so umgetrieben
Scheint ganz ihr mir gemacht zum Lieben
Und jedem schönen Zeitvertreib?
Im Norden — ich gesteh’s mit Zaudern —
Liebt’ ich ein Weibchen, alt zum Schaudern:
„Die Wahrheit“ hieß dies alte Weib…

~ Friedrich Wilhelm Nietzsche ~

Herzlich ~ Daniela 




Samstag, 24. Oktober 2015

~ Gesetze, Theorien & spirituelle Seltsamkeiten ~

Da manche Merkwürdigkeiten wirklich niemals auszusterben scheinen,
und es hin und wieder hilfreich sein kann, diese mal
aus einer anderen Perspektive zu betrachten, schreibe
ich heute wieder mal zum "scheinheiligen" Gebrauch
von diversen besonders in der spirituellen Szene so
häufig benutzen Gesetzen:

1. Das Spiegelgesetz:

Herrlich oder, dass es immer genau dann angewandt beziehungsweise
Menschen vor den Latz geknallt wird, um sie auf eventuelle
Unzulänglichkeiten hinzuweisen? Besagt es doch im allgemeinen Verständnis,
dass Menschen immer dann reagieren, positiv, wie auch negativ, wenn sie etwas
- beispielsweise ein Verhalten - an eigene (ungelebte) Anteile erinnert.
Was ich mich dann häufig frage ist, welchen ungelebten Anteil
in DIR spiegele ich Dir denn gerade, dass Du Dich berufen
fühlst, mir ungefragt dieses Gesetz als Lösungsvorschlag anzubieten.
Frage ich das dann tatsächlich Menschen, sind diese natürlich ganz
unbeteiligt und auch lediglich Beobachter, die völlig wertfrei und
intentionslos solche Vorschläge unterbreiten, zum Allgemeinwohl,
versteht sich von selbst. In einem Spiegelfreien Raum sozusagen,
den es aber doch gar nicht gibt, laut den Verfechtern dieses
"Gesetzes" das nichts anderes ist, als eine von vielen Theorien.

Merkt ihr was?


2. Das Gesetz der Anziehung:

Ich ziehe an, was ich denke.
Denke ich gutes, ziehe ich mehr davon an.
Denke ich schlechtes, ziehe ich das an.
Klingt super, oder?
Dann schicke ich noch ein paar Wünsche ins Universum,
Gesundheit, Reichtum (mindestens Multimillionär),
Liebe und tue dann so, als sei es bereits da.
Gebe Geld aus, das ich nicht habe, lass es richtig krachen,
denn die Gesundheit kommt ja eh bald von allein, und verliebe
mich in jeden, der mir begegnet, den hat mir schliesslich das Universum
geschickt, als Antwort auf all meine Wünsche, ach nee, doch nicht,
da muss ich mich vertan haben, dann eben die nächste Antwort
vom Universum. Bestimmt wollte es mich nur darauf vorbereiten,
dass bald (und zwar möglichst schnell) der/die Nächste Erfüllung
des Universums bereitsteht und diesmal bitte mit `ner roten Schleife
versehen, damit ich es besser erkennen kann.
Eigentlich kann ich es mir ja dann jetzt auch bequem machen
und einfach warten. Kommt ja eh alles von ganz allein
zu mir, wenn ich nur fest daran glaube.
Ausser Mahnungen, kommt aber erstmal gar nichts,
die rote Schleife, habe ich wohl mit dem Schal verwechselt
und Gesundheit, tja, die muss mir wohl jetzt mein Arzt
verschaffen, denn ich habe `ne echt schlechte Diagnose
erhalten.
Wie das geht? Wahrscheinlich die Wunschregeln nicht
gut genug befolgt.

Und mal ehrlich, wenn Du Dir doch so sicher bist, dass diese
Theorie auf DICH zutrifft, wozu fühlst Du Dich dann von meinen
Beiträgen angezogen und was veranlasst Dich dazu, mich von Deinem
Humbug überzeugen zu wollen?
Das war jetzt ausnahmsweise mal Zufall, oder?


Herzlich ~ Daniela Buchholz