Samstag, 16. Mai 2015

~ FLUGwelle ~

In einer sentimentalen und dankbaren Stimmung mag
ich gern ein Lied mit Euch teilen,
wahrscheinlich kennt ihr es aus dem Radio
oder dem dazugehörenden Film ...

ich denke dabei in erster Linie an meine Kinder,
und die Menschen für die ich FLIEGEN würde
und es auch hin und wieder tue ...


FLIEGEN - Matthias Schweighöfer 

Freitag, 15. Mai 2015

~ Wahl - oder QualFREIheit? ~

Wie halten wir es eigentlich so mit unserer persönlichen (Wahl)Freiheit?
Diese und unzählige weitere Fragen, habe ich mir in den vergangenen
Tagen und Wochen gestellt.
Es scheint mir manchmal so als sei diese Freiheit zu Wählen für die
meisten Menschen so etwas wie eine Bürde, ein Entscheidungszwang!
Dunkel & nicht so gern erinnere ich mich an ähnliche Wahrnehmungen.

Aber wer könnte uns zu etwas zwingen, wenn nicht wir selbst?
Wer könnte uns unter Druck setzen, uns begrenzen, wenn nicht wir selbst?
Wer könnte Verantwortung für unser TUN übernehmen, wenn nicht wir selbst?
Und wessen Erlaubnis brauchen wir dazu, wenn nicht unsere eigene?

Möglicherweise halten es die meisten Menschen für normal, sich in Abhängigkeit
zu einem System zu befinden, und ja, wir alle sind Teil eines Systems, dass sich
in unzählige Sub - Systeme unterteilt an denen wir wahlweise partizipieren,
oder es eben lassen.

Innerhalb eines Systemes, erhalten wir am laufenden Bande Angebote zu
reagieren, wir selbst können Angebote machen, die entweder angenommen,
oder ausgeschlagen werden können.
Schwierig wird es für mich mittlerweile mich in Systemen zurechtzufinden,
in denen ein Mindestmaß von Eigenverantwortung und Wertekongruenz fehlen.
Nun könnte ich beginnen das einzufordern, von diesem System, damit gebe ich
allerdings eben Verantwortung für meine eigene Entscheidung in fremde Hände
und tue damit prinzipiell nichts anderes, als die anderen.
Damit wird ein solches System automatisch in seiner Entwicklung, und ich in
meiner gehemmt.
Es wird sich NICHTS ändern und jeder Teil des Systems wird so lange nicht
eigenverantwortlich handeln, wie es die vermeidlich bequemere Alternative nämlich
Entscheidungen und Verantwortlichkeiten in andere Hände zu legen gibt.

Zum Glück gibt es auch hin und wieder einmal (in jedem System) Systembrecher,
Menschen, die sich begrenzt fühlen und aus einer inneren Notwendigkeit heraus
die Bequemlichkeit zugunsten der Entwicklung aufgeben.
Diese werden beginnen sich eigenverantwortlich zu verhalten und im Zweifel
dieses System verlassen, wenn sie sich in ihrer persönlichen Freiheit begrenzt fühlen.

Jeder von uns hat zu jeder Zeit die Wahl, sich anzupassen an die Umstände, die ihm
missfallen, oder etwas zu ändern. Freier zu werden und zu wachsen,
was bedeuten kann, sich trennen zu müssen von etwas liebgewonnenem
zugunsten eines Weges, der zu Beginn noch nicht erschlossen und
absehbar ist. Einige Menschen gehen ihn und einige Menschen verzichten
zugunsten der Kompfortzone. Ein Mensch, der spürt, dass ein Leben
niemals still stehen kann, der sich am Fluss des Lebens orientiert
ihm und sich selbst vertraut, wird niemals auf Dauer in einem solchen System
bleiben können. Nun sind wir alle in unterschiedlicher Weise des Leidens
und des Aushaltens fähig und es gibt sicher Situationen, in denen sich durchhalten
lohnt, die unterscheiden sich aber maßgeblich in Form & Charakter von denen
wo es sich halt nicht lohnt.
Nämlich durch Bewegung.
Eine Sturmflut halte ich durch,
aber Stillstand kann ICH nicht mehr aushalten.
Zumindest nicht länger als unbedingt nötig.
Schliesslich geht es immer auch um wertvolle Lebens, Lernens und Liebeszeit,
die ich grundlos verschleudere, für etwas, das aus eigenem Antrieb niemals
lebendig wäre.
Das Leben fragt und wir antworten ... oder wir warten, bis sich jemand findet,
der auf unsere Lebensfrage antwortet ... dabei wünsche ich gegebenenfalls
viel Erfolg!

Meines Erachtens geben wir mit unserer Freiheit auch jedem anderen Menschen
die Möglichkeit freier zu werden.
Mit unserer Freude jedem anderen Menschen die Freiheit ebenfalls einen
Weg der persönlichen Freude zu finden
und wenn jeder Mensch sich seines eigenen Glückes und Wohlbefindens
verantwortlich fühlen könnte, so hätte jeder andere Mensch die Freiheit es
ebenfalls zu sein, oder eben nicht.

Was ich für mich tue, tue ich automatisch auch für andere
und was ich für andere tue, tue ich in Wahrheit häufig für mich selbst,
auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht.
Oberflächen interessieren mich schon lange nicht mehr ausschleißlich.

HERZlich ~ Daniela






Donnerstag, 14. Mai 2015

~ Ein Märchen ~

Ein Märchen ~ Heinz Körner 


Es war einmal ein Gärtner. Eines Tages nahm er seine Frau bei der Hand und sagte: "Komm, Frau, wir wollen einen Baum pflanzen." Die Frau antwortete: "Wenn Du meinst, mein lieber Mann, dann wollen wir einen Baum planzen."Sie gingen in den Garten und pflanzten einen Baum.

Es dauerte nicht lange, da konnte man das erste Grün zart aus der Erde sprießen sehen. Der Baum, der eigentlich noch kein richtiger Baum war, erblickte zum ersten Mal die Sonne. Er fühlte die Wärme ihrer Strahlen auf seinen Blättchen und streckte sich ihnen hoch entgegen. Er begrüßte sie auf seine Weise, ließ sich glücklich bescheinen und fand es wunderschön, auf der Welt zu sein und zu wachsen. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner Frau, "ist er nicht niedlich, unser Baum?" Und seine Frau antwortete: "Ja, lieber Mann, wie du schon sagtest: Ein schöner Baum!" Der Baum begann größer und höher zu wachsen und reckte sich immer weiter der Sonne entgegen. Er fühlte den Wind und spürte den Regen, genoß die warme und feste Erde um seine Wurzeln und war glücklich. Und jedes Mal, wenn der Gärtner und seine Frau nach ihm sahen, ihn mit Wasser tränkten und ihn einen schönen Baum nannten, fühlte er sich wohl. Denn da war jemand, der ihn mochte, ihn hegte, pflegte und beschützte. Er wurde lieb gehabt und war nicht allein auf der Welt.

So wuchs er zufrieden vor sich hin und wollte nichts weiter als leben und wachsen, Wind und Regen spüren, Erde und Sonne fühlen, lieb gehabt werden und andere liebhaben.

Eines Tages merkte der Baum, daß es besonders schön war, ein wenig mehr nach links zu wachsen, denn von dort schien die Sonne mehr auf seine Blätter. Also wuchs er jetzt ein wenig nach links. "Schau", sagte der Gärtner zu seiner Frau, "unser Baum wächst schief. Seit wann dürfen Bäume denn schief wachsen, und dazu noch in unserem Garten? Ausgerechnet unser Baum. Gott hat die Bäume nicht geschaffen, damit sie schief wachsen, nicht wahr Frau?" Seine Frau gab ihm natürlich recht. "Du bist eine kluge und gottesfürchtige Frau", meinte daraufhin der Gärtner. "Hol also unsere Schere, denn wir wollen den Baum gerade schneiden."

Der Baum weinte. Die Menschen, die ihn bisher so lieb gepflegt hatten, denen er vertraute, schnitten ihm die Äste ab, die der Sonne am nächsten waren. Er konnte nicht sprechen und deshalb nicht fragen. Er konnte nicht begreifen. Aber sie sagten ja, daß sie ihn lieb hätten und es gut mit ihm meinten. Und sie sagten, daß ein richtiger Baum gerade wachsen müsse. Und Gott es nicht gern sähe, wenn er schief wachse. Also mußte es wohl stimmen. Er wuchs nicht mehr der Sonne entgegen.

"Ist er nicht brav, unser Baum?" fragte der Gärtner seine Frau. "Sicher, lieber Mann!", antwortete sie, "du hast wie immer recht. Unser Baum ist ein braver Baum." Der Baum begann zu verstehen. Wenn er machte, was ihm Spaß und Freude bereitete, dann war er anscheinend ein böser Baum. Er war nur lieb und brav, wenn er tat, was der Gärtner und seine Frau von ihm erwarteten. Also wuchs er jetzt strebsam in die Höhe und gab darauf acht, nicht mehr schief zu wachsen.

"Sie dir das an", sagte der Gärtner eines Tages zu seiner Frau, "unser Baum wächst unverschämt schnell in die Höhe. Gehört sich das für einen rechten Baum?" Seine Frau antwortete: "Aber nein, lieber Mann, das gehört sich natürlich nicht. Gott will, daß Bäume langsam und in Ruhe wachsen. Und auch unser Nachbar meint, daß Bäume bescheiden sein müßten, ihrer wachse auch schön langsam." Der Gärtner lobte seine Frau und sagte, daß sie etwas von Bäumen verstehe. Und dann schickte er sie die Schere holen, um dem Baum die Äste zu stutzen.

Sehr lange weinte der Baum in dieser Nacht. Warum schnitt man ihm einfach die Äste ab, die dem Gärtner und seiner Frau nicht gefielen? Und wer war dieser Gott, der angeblich gegen alles war, was Spaß machte? "Schau her, Frau", sagte der Gärtner, "wir können stolz sein auf unseren Baum." Und seine Frau gab ihm wie immer recht. Der Baum wurde trotzig. Nun gut, wenn nicht in die Höhe, dann eben in die Breite. Sie würden ja schon sehen, wohin sie damit kommen. Schließlich wollte er nur wachsen, Sonne Wind und Erde fühlen, Freude haben und Freude bereiten. In seinem Innern spürte er ganz genau, daß es richtig war, zu wachsen. Also wuchs er jetzt in die Breite.

"Das ist doch nicht zu fassen." Der Gärtner holte empört die Schere und sagte zu seiner Frau: "Stell dir vor, unser Baum wächst einfach in die Breite. Das könnte ihm so passen. Das scheint ihm ja geradezu Spaß zu machen. So etwas können wir auf keinen Fall dulden!" Und seine Frau pflichtete ihm bei: "Das können wir nicht zulassen. Dann müssden wir ihn eben wieder zurecht stutzen."

Der Baum konnte nicht mehr weinen, er hatte keine Tränen mehr. Er hörte auf zu wachsen. Ihm machte das Leben keine rechte Freude mehr. Immerhin, er schien nun dem Gärtner und seiner Frau zu gefallen. Wenn auch alles keine rechte Freude mehr bereitete, so wurde er nun wenigstens liebgehabt. So dachte der Baum. Viele Jahre später kam ein kleines Mädchen mit seinem Vater an dem Baum vorbei. Er war inzwischen erwachsen geworden, der Gärtner und seine Frau waren stolz auf ihn. Er war ein rechter und anständiger Baum geworden.

Das kleine Mädchen blieb vor ihm stehen. "Papa, findest du nicht auch, daß der Baum hier ein bißchen traurig aussieht?" fragte es. "Ich weiß nicht", sagte der Vater. "Als ich so klein war wie du, konnte ich auch sehen, ob ein Baum fröhlich oder traurig ist. Aber heute sehe ich das nicht mehr." "Der Baum sieht wirklich ganz traurig aus." Das kleine Mädchen sah den Baum mitfühlend an. "Den hat bestimmt niemand richtig lieb. Schau mal, wie ordentlich der gewachsen ist. Ich glaube, der wollte mal ganz anders wachsen, durfte aber nicht. Und deshalb ist er jetzt traurig." "Vielleicht", antwortete der Vater versonnen. "Aber wer kann schon wachsen wie er will?" "Warum denn nicht?" fragte das kleine Mädchen. "Wenn jemand den Baum wirklich lieb hat, kann er ihn auch wachsen lassen, wie er selber will. Oder nicht? Er tut doch niemandem etwas zuleide."

Erstaunt und schließlich erschrocken blickte der Vater sein Kind an. Dann sagte er: "Weißt du, keiner darf so wachsen wie er will, weil sonst die anderen merken würden, daß auch sie nicht so gewachsen sind, wie sie eigentlich mal wollten." "Das verstehe ich nicht, Papa!" "Sicher, Kind, das kannst du noch nicht verstehen. Auch du bist vielleicht nicht immer so gewachsen, wie du gerne wolltest. Auch du durftest nicht." "Aber warum denn nicht, Papa? Du hast mich doch lieb und Mama hat mich auch lieb, nicht wahr?" Der Vater sah sie eine Weile nachdenklich an. "Ja", sagte er dann, "sicher haben wir dich lieb."

Sie gingen langsam weiter und das kleine Mädchen dachte noch lange über dieses Gespräch und den traurigen Baum nach. Der Baum hatte den beiden aufmerksam zugehört, und auch er dachte lange nach. Er blickte ihnen noch hinterher, als er sie eigentlich schon lange nicht mehr sehen konnte. Dann begriff der Baum. Und er begann hemmungslos zu weinen. In dieser Nacht war das kleine Mädchen sehr unruhig. Immer wieder dachte es an den traurigen Baum und schlief schließlich erst ein, als der Morgen zu dämmern begann. Natürlich verschleif das Mädchen an diesem Morgen. Als es endlich aufgestanden war, wirkte sein Gesicht blaß und stumpf. "Hast du etwas Schlimmes geträumt?" fragte der Vater. Das Mädchen schwieg, schüttelte dann den Kopf. Auch die Mutter war besorgt: "was ist mit dir?" Und da brach doch schließlich all der Kummer aus dem Mädchen. Von Tränen überströmt stammelte es: "Der Baum! Er ist so schrecklich traurig! Darüber bin ich so traurig. Ich kann das alles einfach nicht verstehen." Der Vater nahm die Kleine behutsam in seine Arme, ließ sie in Ruhe ausweinen und streichelte sie nur liebevoll. Dabei wurde ihr Schluchzen nach und nach leiser und die Traurigkeit verlor sich allmählich.

Plötzlich leuchteten die Augen des Mädchens auf, und ohne das die Eltern etwas begriffen, war es aus dem Haus gerannt. Wenn ich traurig bin und es vergeht, sobald mich jemand streichelt und in die Arme nimmt, geht es dem Baum vielleicht ähnlich - so dachte das Mädchen. Und als es ein wenig atemlos vor dem Baum stand, wußte es auf einmal, was zu tun war. Scheu blickte die Kleine um sich. Als sie niemanden in der Nähe entdeckte, strich sie zärtlich mit den Händen über die Rinde des Baumes. Leise flüsterte sie dabei: "Ich mag dich, Baum. Ich halte zu dir. Gib nicht auf, mein Baum!" Nach einer Weile rannte sie wieder los, weil sie ja zur Schule mußte. Es machte ihr nichts aus, daß sie zu spät kam, denn sie hatte ein Geheimnis und eine Hoffnung.

Der Baum hatte zuerst gar nicht bemerkt, daß ihn jemand berührte. Er konnte nicht glauben, daß das Streicheln und die Worte ihm galten - und auf einmal war er ganz verblüfft, und es wurde sehr still in ihm. Als das Mädchen wieder fort war, wußte er zuerst nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Dann schüttelte er seine Krone leicht im Wind, vielleicht ein bißchen zu heftig, und er sagte zu sich, daß er wohl geträumt haben müsse. Oder vielleicht doch nicht? In einem kleinen Winkel seines Baumherzens hoffte er, daß es kein Traum gewesen war.

Auf dem Heimweg von der Schule war das Mädchen nicht allein. Trotzdem ging es dicht an dem Baum vorbei, streichelte ihn im Vorbeigehen und sagte leis: "Ich mag dich und ich komme bald wieder." Da begann der Baum zu glauben, daß er nicht träumte, und ein ganz neues,etwas seltsames Gefühl regte sich in einem kleinen Ast. Die Mutter wunderte sich, daß ihre Tochter auf einmal so gerne einkaufen ging. Auf alle Fragen der Eltern lächelte die Kleine nur und behielt ihr Geheimnis für sich. Immer wieder sprach das Mädchen nun mit dem Baum, umarmte ihn manchmal, streichelte ihn oft. Er verhielt sich still, rührte sich nicht. Aber in seinem Inneren begann sich etwas stärker zu regen. Wer ihn genauer betrachtete, konnte sehen, daß seine Rinde ganz langsam eine freundlichere Farbe bekam. Das Mädchen jedenfalls bemerkte es und freute sich sehr.

Der Gärtner und seine Frau, die den Baum ja vor vielen Jahren gepflanzt hatten, lebten regelmäßig und ordentlich, aber auch freudlos und stumpf vor sich hin. Sie wurden älter, zogen sich zurück und waren oft einsam. Den Baum hatten sie so nach und nach vergessen, ebenso wie sie vergessen hatten, was Lachen und Freude ist - und Leben. Eines Tages bemerkten sie, daß manchmal ein kleines Mädchen mit dem Baum zu reden schien. Zuerst hielten sie es einfach für eine Kinderei, aber mit der Zeit wurden sie doch etwas neugierig. Schließlich nahmen sie sich vor, bei Gelegenheit einfach zu fragen, was das denn soll. Und so geschah es dann auch.

Das Mädchen erschrak, wußte auch nicht so recht, wie es sich verhalten sollte. Einfach so davonlaufen wollte es nicht, aber erzählen, was wirklich war - das traute es sich nicht. Endlich gab sich die Kleine einen Ruck, dachte: "Warum eigentlich nicht?" und erzählte die Wahrheit. Der Gärtner und seine Frau mußten ein wenig lachen, waren aber auf eine seltsame Weise unsicher, ohne zu wissen, warum. Ganz schnell gingen sie wieder ins Haus und versicherten sich gegenseitig, daß das kleine Mädchen wohl ein wenig verrückt sein müsse. Aber die Geschichte ließ sie nicht mehr los.

Ein paar Tage später waren sie zufällig in der Nähe des Baumes, als das Mädchen wiederkam. Dieses Mal fragte es die Gärtnersleute, warum sie denn den Baum so zurechtgestutzt haben. Zuerst waren sie empört, konnten aber nicht leugnen, daß der Baum in den letzten Wochen ein freundlicheres Aussehen bekommen hatte. Sie wurden sehr nachdenklich. Die Frau des Gärtners fragte schließlich: "Meinst du, daß es falsch war, was wir getan haben?" "Ich weiß nur", antwortete das Mädchen, "daß der Baum traurig ist. Und ich finde, daß das nicht sein muß. Oder wollt ihr einen traurigen Baum?" "Nein!" rief der Gärtner "Natürlich nicht. Doch was bisher gut und recht war, ist ja auch heute noch richtig, auch für diesen Baum." Und die Gärtnerin fügte hinzu: "Wir haben es doch nur gut gemeint." "Ja, das glaube ich", sagte das Mädchen, "ihr habt es sicher gut gemeint und dabei den Baum sehr traurig gemacht. Schaut ihn doch einmal genau an!" Und dann ließ sie die beiden alten Leute allein und ging ruhig davon mit dem sicheren Gefühl, daß nicht nur der Baum Liebe brauchen würde.

Der Gärtner und seine Frau dachten noch sehr lange über dieses seltsame Mädchen und das Gespräch nach. Immer wieder blickten sie verstohlen zu dem Baum, standen oft vor ihm, um ihn genau zu betrachten. Und eines Tages sahen sie auch, daß der Baum zu oft beschnitten worden war. Sie hatten zwar nicht den Mut, ihn auch zu streicheln und mit ihm zu reden. Aber sie beschlossen, ihn wachsen zu lassen, wie er wollte.

Das Mädchen und die beiden alten Leute sprachen oft miteinander - über dies oder das und manchmal über den Baum. Gemeinsam erlebten sie, wie er ganz behutsam, zuerst ängstlich und zaghaft, dann ein wenig übermütig und schließlich kraftvoll zu wachsen begann. Voller Lebensfreude wuchs er schief nach unten, als wolle er zuerst einmal seine Glieder räkeln und strecken. Dann wuchs er in die Breite, als wolle er die ganze Welt in seine Arme schließen, und in die Höhe, um allen zu zeigen, wie glücklich er sich fühlt. Auch wenn der Gärtner und seine Frau es sich selbst nicht trauten, so sahen sie doch mit stiller Freude, daß das Mädchen den Baum für alles lobte, was sich an ihm entfalten und wachsen wollte. Voll Freude beobachtete das Mädchen, daß es dem Gärtner und seiner Frau beinahe so ähnlich erging wie dem Baum. Sie wirkten lebendiger und jünger, fanden das Lachen und die Freude wieder und stellten eines Tages fest, daß sie wohl manches im Leben falsch gemacht hatten. Auch wenn das jetzt nicht mehr zu ändern wäre, so wollten sie wenigstens den Rest ihres Lebens anders gestalten. Sie sagten auch, daß sie Gott wohl ein wenig falsch verstanden hätten, denn Gott sei schließlich Leben, Liebe und Freude und kein Gefängnis.

So blühten gemeinsam mit dem Baum zwei alte Menschen zu neuem Leben auf. Es gab keinen Garten weit und breit, in welchem ein solch schief und fröhlich gewachsener Baum stand. Oft wurde er jetzt von Vorübergehenden bewundert, was der Gärtner, seine Frau und das Mädchen mit stillem, vergnügtem Lächeln beobachteten. Am meisten freute sie, daß der Baum all denen Mut zum Leben machte, die ihn wahrnahmen und bewunderten. Diesen Menschen blickte der Baum noch lange nach - oft bis er sie gar nicht mehr sehen konnte. Und manchmal begann er dann, so daß es sogar einige Menschen spüren konnten, tief in seinem Herzen glücklich zu lachen.



HERZlich ~ Daniela


Mittwoch, 13. Mai 2015

~ Wenn Bücher berühren ... ~

Passiert es Euch auch manchmal, dass ihr Bücher kauft,
geschenkt bekommt, oder sie Euch auf anderen Wegen begegnen,
ihr immer mal wieder denkt, es wäre jetzt an der Zeit es einmal
zu lesen, es dann aber wieder zur Seite legt, weil es sich irgendwie
doch nicht nach einer guten Zeit anfühlt?
Nun so ähnlich ging es mir mit dem Erstlingswerk von Ben Bertram.
"Ben - Wolken schmecken".
Ich kenne & schätze ja seine Blogs, ich mag den Menschen der sie verfasst.
Ich kann Schmetterlinge lachen hören und zu meinem großen Glück durfte ich auch
bereits einmal probieren, wie Wolken schmecken.
Vielleicht war das auch der Grund, warum ich dieses Buch immer wieder
zur Seite gelegt habe.
Vielleicht hatte ich Angst davor meinen eigenen Gefühlen zu begegnen,
denen, die ich so sorgsam im inneren gehegt, gepflegt, behütet habe,
die in meinen Blogs immer mal wieder hindurchscheinen,
mit denen in Kontakt zu kommen für mich aber immer wieder
auch eine tiefe Begegnung mit mir selbst und dem Menschen bedeutet,
mit dem ich all dies erleben durfte, mit einem Versprechen, das ich mir
und diesem Menschen gegeben habe, einem Traum, der da in mir
schlummert und dem ich immer mal wieder sehr Nahe komme,
um ihn dann doch wieder vor mir her zu schieben.
Ich habe gespürt, dass es für mich ein Ertappungsbuch sein würde.
Über den Inhalt mag ich Euch gar nicht so viel verraten,
ausser, dass es darum geht, seine Träume zu verwirklichen.
Wir Leser kommen in Kontakt mit den unterschiedlichsten Charaktären,
mit Klischees, mit einer offensichtlichen Betrachtungsweise,
die an vielen Stellen zu hinterfragen einlädt und wir kommen in Kontakt
mit Ben und seiner Gedankenwelt, die irgendwo zwischen hoffnungsvollem
Träumer, Lebenskünstler, Romantiker mit einer blühenden Fantasie aber
auch dem nötigen Biss und der Bodenhaftung, seine Träume zu realisieren,
angesiedelt ist. Der Autor verfügt über einen lockeren Schreibstil, der
dieses Buch auch an den weniger überraschenden Stellen trägt.
Er nimmt uns mit an Orte, die über eine gewisse Magie verfügen
und lässt uns immer wieder teilhaben an tiefen Augenblicken.
Es sind diese Wendepunkte, die für mich die Geschichte tragen,
die Begegnungen mit wegweisenden Menschen in der Erinnerung
und mit gewöhnlichen Alltagssituationen, die sich innerhalb weniger
Worte in tragende Brücken zwischen Menschen verwandeln.

Mir persönlich hat es MUT gemacht mich meines Traumes zu besinnen
und mich bestärkt diesen Weg weiter zu gehen.
Es hat mich an Liebe erinnert und folgende Worte,
die mir im Laufe der Geschichte zwei mal begegnet sind
und mich tief berührt haben, sie stammen aus dem Tabaluga - Musical
von Peter Maffay, werden mich sicher länger begleiten:

"Liebe ist unendlich.
Geliebt wirst du nur, wo du schwach sein darfst, ohne Spott dafür zu ernten.
Finde diesen Ort!"

Danke Dir Ben, für diese herrlich belebende Lesereise!
Ich wünsche mir mehr Wendepunkte, mehr Raum zwischen den Worten,
wie sie in dieser Geschichte zu finden sind und mehr Menschen,
die den Mut aufbringen ihren Träumen zu folgen.

"... Und träumen darf ich ja wohl noch" ... aus: Meine Welt von Peter Heppner


Habt viel FREUDE mit Ben Bertram http://www.amazon.de/Ben-Bertram/e/B0086L6O96!

HERZlich ~ Daniela







Dienstag, 12. Mai 2015

~ Wahrheit & Vertrauen ~

Aus gegebenem Anlass: 

Zwei Worte gehen mir heute immer wieder durch den Kopf.
Vertrauen & Wahrheit.
"Vertrauen ist eine Oase im Herzen" ... ja, dank Khalil Gibran,
der es so wunderbar in Worte gefasst hat, dieses Gefühl,
das "von der Karawane des Denkens" nie erreicht wird,
haben wir nun vielleicht auch alle zumindest mal gelesen,
wie es sich theoretisch so verhält mit dem Vertauen.
Was aber, wenn es nun jemand, dem wir ungewöhnlicherweise
und prompt vorbehaltlos vertrauen, es nicht so genau hält mit der
Wahrheit? Was, wenn wir plötzlich durch unverfängliche Aussagen,
Dritter, denen wir auch vertrauen zu zweifeln beginnen,
weil die sich so gar nicht decken, mit dem was uns zunächst offenbart wurde?
Unter Umständen macht es dann Sinn, diesen Menschen damit zu konfrontieren,
allerdings stelle ich mir immer häufiger die Frage, was UNS das bringen soll.
Möglicherweise sagt dieser Mensch uns die Wahrheit,
andernfalls lügt er, aber wenn wir doch nun schon verunsichert sind
und an der Ehrlichkeit zweifeln, verwickeln wir uns dann nicht
durch diese Art von Fragestellung noch mehr?
Es geht schliesslich um unser Vertrauen, unser Gefühl,
das wir verschenkt haben und nun hinterfragen können.
Wir schliessen ja keine stillschweigenden Verträge mit Garantien ab,
wenn wir es mit Menschen zu tun haben.
Den eigentlichen Vertrag, die Verbindlichkeit schliessen wir mit uns und unseren Werten.
Wenn mir nun also die Wahrheit lieber ist, als eine gutgemeinte Lüge,
werde ich vielleicht zunächst nicht wissen, ob dieser Wert in meinem
Gegenüber ebenso verankert ist.
Ich werde auch nicht wissen, ob dieser Mensch mich bewusst anlügt.
Was ich aber sehr genau weiss ist, dass er neben mir auch noch sich selbst belügt,
was mir dann schon beinahe wieder leid tun könnte. 
Am Ende steht für mich IMMER die Frage: "Vertraue ich mir selbst?"
Vertraue ich meinem Gefühl, hinterfrage ich MEIN Vertrauen zu diesem
Menschen und schenke ich es ihm weiter, oder lasse ich es sein.
Kann ich mit den Konsequenzen, der Desillusionierung leben,
wenn ich mich selbst täusche und übernehme ich die Verantwortung dafür?
Es ist ein schmaler Grat, mein schmaler Grat!
Somit trifft jeder von uns die Entscheidung Vertrauen zu schenken
und am Ende möglicherweise mit einer Ent - Täuschung zu leben,
oder nicht zu vertrauen um jedem Risiko aus dem Weg zu gehen.
Mein Vertrauen endet sehr konsequent bei bewussten Unwahrheiten,
gut gemeinten Verwässerungen & unnötigen Spielchen!

HERZlich ~ Daniela 





Sonntag, 10. Mai 2015

~ Gedanken zum MutterTAG ~

Heute ist Muttertag und ich denke, es wird tausende Wünsche,
Widmungen und Worte geben um die Mamis zu ehren.
Ich werde den heutigen Tag, wie alle anderen in den letzten
9 Jahren als Mama verbringen und als Tochter meiner Mama,
die ich heute besuchen werde. Nein, nicht weil Muttertag ist,
sondern weil mir danach ist.
Es gab besonders in den letzten Jahren, in denen ich mich immer
mehr nach meinem Gefühl, als nach Konventionen oder irgendwelchen
dafür vorgesehenen Tagen richte, Familienfeste, Feiertage, an denen
mir nicht danach war sie mit den Menschen zu verbringen, mit denen
"man" sie eben gewöhnlicherweise verbringt.
Heute ist mir danach, meine Mutter zu umarmen und ihr zu sagen,
dass ich sie liebe, nicht nur heute, sondern an vielen Tagen und manchmal,
da nervt sie mich, wie kein anderer Mensch auf diesem Planeten das vermag. :-)

Sensibiliert durch einen Blog, auf den ich durch Zufall aufmerksam wurde,
http://manchmal-ist-es-nie.blogspot.de/  ,
möchte ich heute all jene Frauen würdigen, die gern Mutter wären,
denen ihr Kinderwunsch aber aus den verschiedensten Gründen nicht erfüllt wurde.
Ich könnte mir vorstellen, dass solche Muttertage einigen Menschen gehörig
auf den Keks gehen, denn ebenso wie ich als Mutter immer wieder an die
Grenzen der Kinderfreundlichkeit in diesem Land stoße,
erahne ich die unsensiblen Fragen, die merkwürdigen Blicke,
die Vorverurteilungen und das Mitleid im Blick der Menschen,
wenn man ihnen auf die Frage: "Ja, haben denn sie keine Kinder?"
"Nein, leider nicht!" antwortet.
Mir erscheint es ja immer wieder paradox, wie automatisch Menschen
davon ausgehen können, dass es so etwas wie ein "normales" Lebenskonzept gibt
und diesem dann scheinbar fraglos folgen.
Zu diesem Lebenskonzept gehören dann häufig Kinder, wie auch immer
man sie einbaut, sie gehören halt da herein, auch auf biegen und brechen.
Dann feiert man Muttertag, man hat schliesslich Kinder zur Welt gebracht,
da kann man sich dann auch schonmal selbst feiern.
Versteht mich nicht falsch, lasst uns unser MutterSEIN feiern,
aber wieso feiern wir nicht alle gemeinsam?
Mit all den Müttern im Herzen, deren Wunsch eben nicht erfüllt wurde?
Mit all den Müttern, die sich rührend um angenommene Kinder kümmern?
Witzigerweise, war es jahrelang meine kinderlose Freundin, die mir als
erstes zum Muttertag gratulierte. Nun ist sie selbst Mutter, hat sich die Entscheidung es zu werden nicht leicht gemacht und ich freue mich
so darauf, sie heute anzurufen und mich mit ihr gemeinsam zu freuen,
darüber, dass wir es einfach sind, Mütter meine ich, an jedem Tag,
in jedem Jahr und aus tiefstem Herzen.

Liebe ist nicht automatisch im Namen Mutter enthalten,
das ist uns hoffentlich allen klar, demnach bin ich auch heute
gedanklich bei all den Menschen, die ihre Liebe schenken,
ihren leiblichen Kindern und allen Kindern dieser Welt.

HERZlich ~ Daniela







Samstag, 9. Mai 2015

~ WellenL(I)EBEN ~

Ich sitze in einem Café am Fluss.
Vom Himmel strahlt die Sonne, vor mir eine Tasse meines Lieblingskaffees.
Meine Töchter sitzen bewaffnet mit einem Eis neben mir
und erzählen mir die neuesten Neuigkeiten, wir planen den Geburtstag
meiner älteren Tochter, den sie gerne in diesem Jahr gemeinsam mit
ihren Freunden im Schwimmbad feiern möchte.
Wieder einmal wird mir bewusst, wie schnell die Zeit vergeht.
Die letzten 9 Jahre sind vorbei geflogen, so kommt es mir
im ersten Augenblick vor und dennoch enthalten sie so
viel Leben, so viel Liebe, so viel Freude, auch Schmerz
und Kummer, den wir als Familie stets gemeinsam meisterten,
irgendwie. Zusammen haben wir es geschafft, die turbulenten
Wellen zu tanzen, meine Töchter und ich.
Wie gut es ist, dass wir, ihr Papa und ich, es schafften,
nach unserer Trennung dennoch Eltern zu bleiben,
für unsere Töchter und dass es jetzt auch noch so ist,
und hoffentlich bleibt. Ich denke an den Augenblick,
als er den Kindern mitteilte, dass er noch einmal Papa würde.
Im ersten Augenblick war es mir so, als würde mein Herz stehen bleiben.
Nicht, weil ich es ihm nicht von Herzen wünsche, mit seiner neuen Familie,
glücklich zu sein, sondern weil sich in mir sofort das kleine Mädchen meldete,
das ich einmal war, die Ängste zurückkehrten, die ich hatte, nach
der Trennung meiner Eltern, dass mein Vater noch einmal ein Kind bekommen
könnte, mich ersetzen würde.
Er tat es nicht und dennoch schlummerte da wohl insgeheim diese Angst
immer noch in mir.
Vielleicht nicht ganz ohne Grund, denn durch diese Erinnerung
wurde mir ziemlich deutlich bewusst, was meine Kinder in dieser Situation
brauchen, um diese Ängste nicht in der Form zu entwickeln.
Viele Gespräche, eine behutsame Vorbereitung auf die neue, veränderte
Situation, viel Raum für offene Fragen und Gefühle und die konstante
Aufmerksamkeit von Mama, Papa und seiner neuen Partnerin.
Ich habe meinen Teil so gut es geht erfüllt, auch wenn ich in dieser Zeit,
einige Male gern explodiert wäre.
Im großen und ganzen betrachtet haben wir es wieder geschafft,
als Eltern durch diese Situation zu begleiten. Nun freuen
sich meine Töchter über einen kleinen Halbbruder und ich freue mich
darüber, dass sie es tun.
Im Sommer wird meine "kleine" Tochter in die Schule gehen und
auch darauf freue ich mich und ein wenig grummelt es auch in der Magengegend.
Schliesslich konnte ich mir bisher zumindest in den Kuschelzeiten
noch einreden, dass sie ja irgendwie noch mein Baby ist.
Am Ende dieser Wellengedanken bleibt mir wie so oft nur zu sagen,
wie dankbar ich bin, für meine Kinder, mein Leben, die Liebe die mich trägt  und
all die Wellen die es so spannend und lebendig machen.
Für die Menschen, die mit mir sind und für all die Möglichkeiten,
die sich mir in den vergangenen Jahren geboten haben,
ein solches Leben zu führen.
Ich fühle mich gesegnet.

Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!

HERZlich ~ Daniela