Mittwoch, 8. April 2015

~ Stop and GO ~

Hin und wieder gibt es in diesem Leben ja tatsächlich grüne Wellen,
es ist als würden wir einfach unaufhaltsam fliessen, keine Stopschilder,
keine Staudämme, die uns aufhalten, alles scheint einfach gerade
gut zu laufen, wir fühlen uns gut und stark,  wünschen uns, dass es ewig
so weitergehen möge.
Irgendwann dann ereilt uns eine Nachricht, ein tragisches Ereignis,
eine "Hiobsbotschaft", etwas das plötzlich eine sehr starke Bremswirkung auf
uns hat. Wir beginnen uns zu sorgen, zu zweifeln, möglicherweise
sind wir traurig und dennoch spüren wir, dass wir immer noch fliessen,
etwas langsamer vielleicht, nicht mehr so unbeschwert,
wissen wir, Wellen, die uns in welcher Form auch immer gerade ereilen,
lassen sich nicht aufhalten. Wir könnten natürlich die Geschwindigkeit wieder erhöhen
und versuchen so vor der Welle zu flüchten, vielleicht sind wir ja schneller oder
wir können untertauchen und hoffen, dass diese Welle uns nicht erreicht,
spätestens aber, wenn wir wieder auftauchen wird uns die nächste Welle ereilen.
Was wir aber in dieser Situation tun können, ist die Welle zu nehmen,
wie sie kommt, sie tanzen, durchschwimmen, surfen oder was auch immer uns
beliebt. Wenn ich mir zum Beispiel sorgen mache, um einen Menschen,
weil er schwer krank ist, wird es mir nicht helfen vor diesen sorgenvollen
Gedanken zu flüchten, oder so zu tun, als seien sie gar nicht da.
Was ich tun kann, ist mir diese Gedanken genau anzuschauen,
und mich zu fragen wem dienen diese Sorgen?
Das wird sie nicht daran hindern da zu sein, aber vielleicht gelingt
es mir meinen Fokus  darauf zu lenken, was mir,
dem Menschen, um den ich mich sorge  stattdessen dient.
Ich kann mir einen Weg überlegen, mit diesen Sorgen umzugehen,
mich nicht lähmen zu lassen und weiterzufliessen.
Kein Mensch hat ewig grüne Wellen. Irgendwann schaltet die Ampel
auf rot, wir gelangen an ein Stoppschild, oder gewähren auch mal Vorfahrt,
das heisst aber nicht, dass wir nun ewig dort herumstehen müssen,
wir dürfen weiterfahren, auch wenn´s mal langsamer geht, schwerfälliger,
oder Stop and go angesagt ist. Irgendwann geht auch diese Phase
vorbei.

Habt´s gut und lasst Euch nicht von Euch selbst aufhalten! ;-)

HERZlich ~ Daniela





Dienstag, 7. April 2015

~ Verstehen ~

Wir sind nicht nur nicht dazu da unsere Erwartungen zu erfüllen,
wir können zudem nicht machen, dass andere Menschen uns verstehen.
Ebensowenig, wie andere Menschen machen können, dass wir sie verstehen.
Ausgehend davon, dass wir alle nur aus dem Erfahrungsschatz schöpfen
können, den wir eben im Laufe unserer Lebenszeit erlangt haben,
können wir, unabhängig davon wie sehr wir uns bemühen, uns öffnen,
unser Hirn zermatern, uns Informationen beschaffen, manche Dinge einfach
nicht verstehen. Wir müssen es auch nicht, niemand von uns.
Allerdings müssen wir auch nicht zwingend alles was wir nicht verstehen
gleich verurteilen.
Besonders auf menschlicher Ebene sind mir viele Verhaltensweisen schleierhaft,
manchmal so sehr, dass ich gerne um mich schiessen würde,
weil es mir einfach nicht gelingen will, zu verstehen, wozu Menschen sich
so verhalten.
Für mich ist es unlogisch! Da kann mir einer noch so viel erklären,
wie es dazu kam und was ihn zu dieser Schlussfolgerung veranlasste.
Möglicherweise kann ich dann nachvollziehen, was dazu führte,
aber das Endresultat verstehe ich immer noch nicht.
Wie bereits erwähnt muss ich es auch nicht.
Ich muss es nun aber auch nicht unbedingt verurteilen,
oder beginnen einen Menschen dazu zu bringen, dass er meine Sichtweise
versteht oder übernimmt.
Wir können doch solche verschiedenen Ansichten, Verhaltensweisen,
auch einfach mal so stehen lassen, oder?
Manchmal frage ich mich, ob es eigentlich nur noch darum geht Menschen
einem selbst gleich zu machen.
Wir alle profitieren doch so sehr vom anderssein,
vom anderssehen, vom auch mal nicht verstehen.
Und wir alle können doch auch mal den Blickwinkel verändern, oder?
Wie häufig haben wir schon etwas nicht verstanden, einfach weil wir diese
Erfahrung noch nicht gemacht hatten, bestimmte Dinge nicht erlernt oder entwickelt
hatten, oder aber, weil wir eine ähnliche Erfahrung gemacht, sie aber völlig
anders erfahren haben, etwas anderes schlussgefolgert, daraus gelernt haben?
Wenn mein Glas zum Beispiel halbvoll ist,
das Glas meines Gegenübers halb leer,
wozu ist es dann gut mit brachialer Energie ihn davon zu überzeugen,
dass es halbvoll ist?
Spätestens wenn es mal ganz leer ist, wird er vielleicht erkennen,
dass halbvoll eine Perspektive ist, wenn nicht, verstehe ICH es nicht,
was weder seine noch meine Perspektive richtiger oder falscher macht.
Was meint ihr?

Einen herrlichen Dienstag Euch allen!

HERZlich ~ Daniela 


Sonntag, 5. April 2015

~ FROHE OSTERwelleN ~

Mit Goethe wünsche ich Euch allen ein bezauberndes Osterfest,
wo und wie auch immer ihr es verbringen mögt.
Wir nutzen die freien Tage für eine kurze Reise zu Freunden
und laden die Sonne herzlich ein mitzukommen! :-)
Genießt Eure ZEIT!


Vor dem Tor


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!
~ Johann Wolfgang von Goethe, Faust ~

HERZlich ~ Daniela

Samstag, 4. April 2015

~ Kommunikationsfragen ~

Wer die Wahrheit nicht wissen will, fragt weniger, ODER?
Wie ich darauf komme?
Mir fällt im Umgang mit Menschen häufig auf, dass sie immer weniger fragen,
sowohl im Kontakt mit anderen Menschen, als auch im eigenen Interesse.
Ob die wohl kein Interesse haben an der Wahrheit eines Menschen,
oder daran eigene Wahrheiten zu hinterfragen?
Ihr wisst ja mittlerweile, dass ich immer wieder mal stolpere,
über Aussagen, Fragen, Menschen, Musik und häufig eben auch meine
eigenen Gedanken.
Im Kontakt mit anderen Menschen, habe ich unzählige Fragen,
wenn ich mich tatsächlich für diesen Menschen interessiere,
manchmal habe ich auch keine und dann frage ich mich,
ob es vielleicht daran liegt, dass ich bestimmte Dinge als gegeben voraussetze.
Was wiederum dazu führt, dass ich mich frage, woran das in diesem bestimmten Fall
liegt.
Wenn ich über Aussagen stolpere, dann stolpere ich zunächst über die Frage,
ist das wahr? Ist es für mich wahr und wenn nicht, was spricht dagegen?
Häufig erklärt mir das dann der Kontext, oder ich forsche für mich nach,
worum es dabei gehen könnte, wenn diese Aussage von einem Menschen stammt,
mit dem ich direkt kommuniziere, frage ich ihn gegebenenfalls, wie er es meint.
Gerade heute ist mir als Beobachterin eines Gespräches wieder einmal aufgefallen,
wie merkwürdig ein Dialog auf mich wirkt, der in Wahrheit keiner ist,
beide reden, keiner hört zu und Fragen stellt auch niemand.
Im Gegenteil dieses Gespräch besteht aus Wechselseitigen Monologen.
Es gibt 2 Sender und niemanden der empfängt, während ich das beobachte
frage ich mich, wie sich Menschen nach einem solchen Gespräch fühlen
und wozu sie es führen und mir kommt immer wieder in den Sinn,
dass es offenbar darum geht sich selbst mitzuteilen.
Wenn nun aber 2 Menschen sich gegenseitig mitteilen, keiner von beiden
aber Anteil hat an dem was der Mensch mitteilt, welchen Sinn hat dieses
Mitteilungsbedürfnis dann?
Und wie kommt es eigentlich zu Stande?
Ist es vielleicht so, dass sich das Mitteilungsbedürfnis verstärkt, durch
eine solche Kommunikation, in der Menschen sich gegenseitig nicht
wahrnehmen können? Sich nicht auf den Gesprächspartner einstellen
und einlassen können?
Am Ende des heute beobachteten Gesprächs wirken die Beteidigten
weder  zufrieden noch irgendwie berührt durch das, was da gerade stattgefunden
hat.
Mir kommen wieder einmal folgende Worte Virginia Satirs in den Sinn:

"Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann,
ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören,
zu verstehen und zu berühren.
Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung."

Wenn ich nun aber ständig in diesem Mitteilungsmodus verharre,
wie kann ich dann in Beziehung treten zu einem anderen Menschen,
oder aber auch mir selbst, denn das steckt vielleicht auch dahinter,
wenn ich mich mir selbst nicht zuhöre, mich sehe, berühre und versuche
zu verstehen. Wie könnte es mir dann gelingen, dieses Geschenk
einem anderen Menschen zu machen?

Einen Samstag voller Fragen & Geschenke wünsche ich Euch!

HERZlich ~ Daniela










Freitag, 3. April 2015

~ Wie lange dauert Abschied? ~

"Bis Du irgendwann begreifst, dass nicht jeder Abschied heisst,
es gibt auch ein Wiedersehen."

diese Zeile aus einem Lied von Wolfsheim, "Kein Zurück",
klingt seit Tagen in meinem Ohr und wie immer veranlasst mich das,
mal ein wenig genauer hinzuhören.
Ich frage mich, ob wir Abschied jemals lernen können.
Abschied zu nehmen, von Menschen die zu unserem Leben gehörten.
Von denen wir uns wünschten niemals getrennt worden zu sein.
" Immer vorwärts, Schritt um Schritt. Es gibt keinen Weg zurück."
Heisst es in dem Lied weiter und mal ehrlich,
haben wir nicht alle, die wir einen Lieblingsmenschen verloren haben,
diese Worte schon gehört und verflucht?
Wer kann sich schon vorstellen, was einem da genommen wird,
wie die Leere aussieht, die ewige Lücke, die ein Mensch hinterlässt.
Die Sehnsucht die bleibt, die Schwere immer dann, wenn wir daran denken,
wie viel Leben wir diesem Menschen noch gewünscht hätten,
wie gerne wir ihn mit Liebe überschütten würden, wenn er noch da wäre
und wie wenig wir hören wollen, was wir längst wissen, schmerzvoll
spüren, in jeder Sekunde, dass es eben kein zurück gibt, aber es gibt eben
auch kein vorwärts zumindest nicht in diesem Augenblick, in dem die Welt
stehenbleibt gefühlt. Klar, sie dreht sich weiter, was es nicht unbedingt leichter
macht, denn wie kann sich die Welt einfach so weiterdrehen, ohne diesen Menschen?
Wie können Menschen so tun, als hätte es sie nie gegeben?
Das tun sie natürlich nicht, aber auf uns wirkt es so.
Mit ganz viel Glück, Liebe & verständnisvollen Menschen um uns herum,
beginnen wir langsam wieder uns mitzubewegen, gaaaaanz langsam,
dass es allerdings unbedingt vorwärts gehen soll, können wir immer noch nicht verstehen,
und wir wollen es auch nicht.
Von überall hören wir: "Der Mensch ist doch immer bei Dir. Er wohnt in Deinem Herzen.
Die gemeinsamen Augenblicke sind doch das wahrhaft wertvolle, das was bleibt,
die Essenz."
Und sie haben verdammt nochmal recht, aber spüren können wir das in dieser Phase
nicht. Wir spüren nur, der Mensch ist nicht mehr da. Er sollte aber hier sein,
hier bei uns.
Das große "Dazwischen" beginnt, mit all seinen Tiefen und auch Höhen.
Wir  lernen, dass es Möglichkeiten gibt diesen Menschen in unserem Leben zu halten,
in unseren Gedanken, unserem Gefühl. Wir lernen leben mit dem Verlust.
Wir stehen auf, regeln unseren Tag, gehen schlafen mit dem Gedanken, an den
Lieblingsmenschen. Wann immer eine mir nahestehende Person (die bemerken nämlich mitunter, dass man in eine Art Funktioniermodus geschaltet hat) mir sagte, ich MÜSSE doch langsam
mal los lassen, hätte ich diesen Menschen gerne eine Vase oder ähnliches an den Kopf
geworfen und es allein aus dem Grund nicht getan, weil ich mir sicher war, sie meinen es gut.
Vielleicht ging es Euch, die ihr ähnliches erlebt habt, auch ähnlich.
Das mit dem los lassen ist eine harte Nummer und sie ist noch zudem völlig
unmöglich, zumindest so lange wir es krampfhaft versuchen.
Wir halten was wir loslassen wollen oder sollen fest, in diesem merkwürdigen
"Dazwischen" und zwar so lange, bis wir uns eingestehen, dass wir es gar nicht loslassen wollen,
dass es uns scheinbar dient, dass die Zwischenwelt unsere einzige Möglichkeit ist,
irgendwie weiterzumachen.
Eines Tages dann kommt der Augenblick in dem wir wahrnehmen, dass wir zwar leben,
aber nicht so ganz in dieser Welt.
Hier stellten sich mir zwei Fragen und zwar, dieser Mensch, mein Lieblingsmensch,
würde der sich wünschen, dass ich nur halb hier bin, dass ich zwar lebe, aber mit
mäßiger oder vorgetäuschter Freude?
Will ich so leben und will ich meinem Lieblingsmenschen diese Zwischenwelt zumuten?
Nun mögt ihr Euch vielleicht denken, dass er es ja gar nicht mehr mitbekommt,
ich empfinde es anders. Mir kam einmal in den Sinn, dass es ganz schön egoistisch ist,
ihn ewig für mein ungelebtes Leben und meine Unfähigkeit die Schmerzen, die echte Trauer
eben mit sich bringt zu missbrauchen.
Abschied nehmen ist ein Prozess.
Ich werde häufig gefragt, wie lange ein solcher Prozess dauern darf?
Meine Antwort ist: Es dauert so lange es eben dauert.
Es gibt Richtlinien, ab wann Trauer pathologisch wird, die psychologische Diagnostik sieht eine Trauerphase, die nicht länger als 2 Monate (nach amerikanischen Richtlinien 2Wochen!!!) dauern
darf vor. Danach wäre es demzufolge eine Depression und als solche zu behandeln.
Es kommt sicher sehr auf den Einzelfall an, jedoch halte ich diese Zeit für unrealistisch.
Wir alle kennen das Trauerjahr, als einen Zeitraum in dem Hinterbliebenen das trauern
gestattet wird. In meinem Verständnis nimmt sich die Seele die Zeit, die sie
eben braucht und ein Trauernder ist nicht unbedingt depressiv, sondern er trauert
und er hat jedes Recht dazu.
Jedem, der sich in einer solchen Phase befindet und sich unverstanden,
nicht gehalten oder ausweglos fühlt, rate ich, sich Hilfe zu suchen,
seelsorgerische oder therapeutische Trauerbegleitung in Anspruch zu nehmen.
Wir müssen nicht alles alleine bewältigen und kein Mensch kann uns sagen,
wie lange oder wie tief wir trauern dürfen.
Wichtig ist, dass wir es uns selbst erlauben und all die Phasen,
den Schmerz, die Lösungsprozesse durchleben,
die ein jeder Mensch in seiner ganz eigenen Weise empfindet.
Irgendwann stellen wir fest, dass alles, was uns liebe Menschen
gesagt haben stimmt.
Wir vergessen diesen Menschen nicht, er lebt weiter in uns und durch
uns und auch wir LEBEN wieder HIER & JETZT, die Welt beginnt sich
wieder zu drehen mit UNS.
Nichts ist mehr so wie es war und es wird nie mehr wieder so sein,
das Leben hält neue Überraschungen bereit,
neue Herausforderungen und neue Wunder, ohne uns wegzunehmen
was in unseren Herzen, unseren Gedanken einen festen Platz hat, haben darf
und sogar haben muss. Schliesslich ist dieser Mensch ein Teil von uns,
unserer Geschichte und trägt maßgeblich dazu bei wer wir jetzt sind
und weiter werden!

HERZlich ~ Daniela 







Donnerstag, 2. April 2015

~ WellenKörper ~

Irgendwann ist es einfach an der Zeit, den Hintern hoch zubekommen
und ein wenig frischen Wind ins eigene Leben zu wehen.
Entrümpelungs,- und Verschönerungsphase des zu Hauses
beendet.
Die Weichen sind gestellt für einen weiteren beruflichen Perspektivwechsel
und nach einigen ruhigen Tagen kommt ein Impuls vom Himmel
gefallen, der etwas weckt, was schon länger in mir schlummert und
bisher eher halbherzig bis mäßig umgesetzt wurde und zwar nachdem
ich mit sehr viel Zeit und Liebe meine Seele regeneriert habe,
mich dem was da in mir wirkt, lebt und liebt und heilen will beschäftigt
und sorgsam darum gekümmert habe, schreit nun mein Körper um
Aufmerksamkeit und fragt nach einer gesünderen Lebensweise.
Mehr Bewegung könnte es sein, viel mehr frische Luft,
und eine Ernährungsumstellung für mehr Energie und Vitalität.
Ich wusste immer, das dieser Zeitpunkt kommen würde und ich
wusste diesmal auch, dass ich nicht wie eine Irre dem Kontrollwahn
verfallen mich von Zahlen auf einer Waage, Kalorien in irgenwelchen
Tabellen oder sportlichen Höchstleistungen abhängig machen würde,
diese Phasen gab es zu Hauf in meinem Leben, aber zu einem gesünderen
Körpergefühl haben die in keinster Weise beigetragen, ganz im Gegenteil,
ich verlor es im Laufe der Zeit ganz. Nun gelingt es mir immer besser zuzuhören,
was meine Seele & mein Körper mir zu sagen haben und ich entscheide schliesslich,
ob ich ihnen gebe was sie brauchen oder weiterhin so tue, als würde ich nichts hören.
Es fühlt sich nach einer neuen Reise an, irgendwie fühlt sich gerade
alles danach an.
Ein wenig geerdeter als in den vergangenen Jahren und dennoch mit bewegten
Wellen und einer immer intensiver werdenden VorFREUDE auf die nächste Zeit,
auf die Umsetztung von all dem, was ich in den letzten Jahren gelernt habe,
darauf ins Leben zu bringen, was derzeit noch in mir wirkt.
Meinen Körper, zu dem ich nicht immer sehr freundlich war, zu einem
gesunden und liebevollen zu Hause werden zu lassen, für meine Seele. 
Denn letztlich ist er genau das, ein Spieglbild dessen, was in mir ist,
das zu kapieren, war allerdings eine schwere Geburt.
Wer keinen Kontakt hat zu seiner Seele, findet auch schwer Kontakt zu seinem
Körper. Wenn ich mich frage, wann ich das letzte mal einen wohlwollenden Blick
in den Spiegel geworfen habe, ist das viele Jahre her.
Unberechtigterweise, wie mir Freunde und Fremde immer wieder und mit bedrohlichem
Nachdruck zu verstehen geben. Nur macht das überhaupt keinen Unterschied.
Im Gegenteil, es verunsichert nur.
Wen sehen die denn, den ich nicht sehe?
Das können die doch nicht ernst meinen.
Wenn ich mich heute, nachdem ich seit einiger Zeit spüre,
dass es einen Sinn hat, dass ich in genau diesem Körper lebe,
der so wie er ist völlig okay ist und den ich ja selbst gestalten kann,
wenn ich einmal kapiert habe, dass er bestimmte Voraussetzungen bzw.
Schönheitsideale aufgrund seiner Struktur einfach nicht erreichen kann,
zumindest nicht auf natürlichem Wege, und der war mir offenbar unbewusst immer
sehr wichtig. Ich erinnere mich gut an die oft neidvollen Blicke einiger meiner
Geschlechtsgenossinen, die mich so verunsichert haben, dass ich natürlich nicht darauf
gekommen wäre, dass es daran liegen könnte, dass andere Menschen ein anderes
Schönheitsempfinden haben, als ich und dass mir ein realistischer Blick auf
mich selbst offenbar nicht gegeben ist.
Diese Blicke und auch Komplimente verunsichern mich sicher
seit 20 Jahren, nicht, dass ich sie nicht gern gehört hätte,
aber verstanden habe ich sie nie und ich hatte auch nicht den Eindruck,
dass sie irgendwas mit mir, mit meinem Empfinden zu tun hatten.
Nun mag ich mich und ich kann erkennen wie wichtig es ist,
sich wahrzunehmen, sich als Mensch zu spüren und diese Hülle,
das zu Hause das uns umgibt nicht als etwas zu betrachten,
das getrennt von dem was in uns lebt da ist, sondern ein Teil dessen ist.
Seitdem kann ich mich schön finden unabhängig von dem was
mir als Schönheit suggeriert wird und ich kann hören was mein Körper,
meine Seele brauchen um sich wohlzufühlen.


Nun freue mich auf eine bewegte "grüne" Zeit & beginne genau JETZT damit!

HERZlich ~ Daniela






Mittwoch, 1. April 2015

~ Wolkenlandschaften ~

Unwetterwarnung in ganz Deutschland!
Die Warnmeldungen überschlagen sich in den sozialen Netzwerken
und ich sitze hier, schaue aus meinem Dachfenster in den Himmel
und denke mir welch` atemberaubende Kräfte da draussen wirken.
Die Wolkenlandschaft fasziniert mich.
Sonne, Regen, Sturm und innerhalb von Sekunden entstehen
neue Bilder.
Das Weiss der einen Wolke vermischt sich mit dem dunklen Grau
einer anderen.
Eine Wolkendecke löst sich auf und gibt den Blick in einen
strahlend blauen Himmel frei, einige Sekunden später blendet mich
ein Sonnenstrahl.
Ehrlich gesagt mag ich gar nicht wegschauen und denke mir,
dass all diese Kraft, die Bewegung, dieses Leben auch in uns steckt.
Alles ist immer gleichzeitig vorhanden und manchmal können
wir es spüren.
Wir können traurig sein und in dieser Traurigkeit tiefe Dankbarkeit empfinden,
einfach dafür, dass wir diese Traurigkeit spüren können
Dass es in uns lebt, dass wir leben.
Wir können das Leben lieben und dennoch mit seinen Gegebenheiten hardern,
nur wird es uns nichts bringen.
Wir können uns die Unwetterwarnungen ansehen, wir können
Angst haben und wir können uns an der Schönheit, die dieses Naturspektakel
uns eröffnet erfreuen.
Wir können den Hauch der Melancholie wahrnehmen, der möglicherweise
durch die Luft schwebt und gelichzeitig die Kraft die in diesem Sturm steckt.
Wie häufig vergessen wir, dass all diese Kostbarkeiten wahrnehmen zu können,
nicht selbstverständlich ist und wie häufig vergessen wir sie wahrzunehmen
in all der Alltagshektik, den Verpflichtungen und den Sorgen,
die wir alle erleben?
Schenken wir uns hin und wieder diese Augenblicke und spüren
wir uns, das Leben mit allem was es für uns bereithält.
Auch und besonders in den stürmischen Unwetterphasen.

Ich wünsche Euch eine gute & achtsame Zeit!

HERZlich ~ Daniela