Mittwoch, 11. März 2015

~ Persönliche UnFREIHEITen ~

Immer wieder erstaunt es mich, wie viele Menschen doch ihre eigenen Lebensentwürfe
anderen Menschen überstülpen wollen.
Was mich geradezu erschreckt ist, wie viele der Menschen sich selbst für Freidenker,
Freiheitsliebende oder Freigeister halten.
Es ist erfreulich, dass es immer mehr Menschen gibt, die hinterfragen,
die sich selbst als Rollenmodell oder Spieglefläche zur Verfügung stellen.
Die sich Gedanken darüber machen, wie wir alle ein wenig aufmerksamer hinter
die Doktrin der Machthaber und den vermeintlichen Herdentrieb der Menschen
schauen können.
Woran ich mich allerdings immer wieder reibe sind die "gut" gemeinten Ratschläge,
die besserwisserischen Floskeln und die "versimpelung" komplexer Sachverhalte.
"Du musst einfach mal aussteigen aus dem System!"
"Werd doch mal wach!"
"Mach´s wie ich!"
Welch ein Quatsch!
Erstens muss niemand irgendwas, das ein anderer für richtig erachtet,
zweitens können wir keine Menschen wecken, die gerne weiterschlafen möchten,
drittens schaue man sich bitte die meisten dieser Lebensentwürfe mancher Freidenker,
Freiheitsliebenden oder Freigeister mal etwas genauer an und es wird nicht lange dauern,
bis wir hinter der Freiheitsillusion die schweren Ketten immer neuer und versteckter
Konstrukte erblicken.
Nichts ist so wie es scheint und wir alle haben blinde Flecken.
Erstaunlich finde ich nur, dass es eben häufig die Menschen sind,
die anderen Menschen ewig diese blinden Flecken vorhalten,
die ganze blinde Areale hinter all dem gut gemeinten Freiheitsstreben und
den Spiegeln des Systems verstecken.
Wenn ich mir meiner eigenen blinden Flecken nicht bewusst bin,
wenn ich mich selber davor verschliesse, diese anzuerkennen,
wenn ich die Ketten anderer verfluche und meine eigenen zur Schau stelle,
sie aber als "Freiheit" deklariere, weil es mir eben so in den Kram passt,
wenn ich den Zeigefinger erhebe und die Mächtigen, die die Kriege führen
verachte, mir meines eigenen Machthungers nicht bewusst bin, bin ich dann
wirklich frei?
Wenn ich Menschen sage, tut es mir gleich, wenn ich sie dazu auffordere
einen bestimmten Weg einzuschlagen und ihnen vorgaukle, dass sie dann glücklichere
Menschen werden, eine bessere Welt erschaffen, wen belüge ich dann in Wahrheit
und wem nützt es wirklich?
Freiheit ist in meinem Verständnis zunächst eine der persönlichsten Fragen,
die ein Mensch sich stellen kann und niemals kann ich den Freiheitsbegriff
eines anderen Menschen einfach so übernehmen. Definition von Freiheit entwickelt sich
aus dem Gefühl der Unfreiheit, und die spüre ich allein.
Was wir füreinander tun können, ist uns gegenseitig unterstützen,
einander den Raum und die Möglichkeit zu geben, den eigenen Freiheitsbegriff
zu entdecken, zu entwickeln um von dort aus ein freieres Leben zu führen und damit
Einfluss zu nehmen auf die Unfreiheit eines Systems, einer Gesellschaft.
NIEMALS werden wir das erreichen, indem wir uns auf ein Podest stellen
und Menschen mit erhobenem Zeigefinger erklären, was FREIHEIT für sie
zu bedeuten hat.
In diesem Fall ist Freiheit wie so häufig nur ein Lockmittel,
seinen eigenen Freiheitsbegriff anderen Menschen überzustülpen.
Eine Doktrin, die wir doch gerade noch so verabscheut haben!

FREIHEIT ist nicht einfach, sie ist eines der komplexesten Themen,
mit denen ein Mensche sich im Laufe seines Lebens zu befassen hat
und zwar ganz persönlich und ohne den Druck etwas zu müssen,
den spürt man nämlich gegebenenfalls von ganz allein und aus sich
selbst heraus.

HERZlich ~ Daniela







Dienstag, 10. März 2015

~ Durchhalten ~

Irgendwann in diesem Leben kapieren wir alle mal,
dass wir keine Wellen auf,- oder anhalten können,
weder die wunderschönen noch die grausamen.
Wir können nur lernen die schönen Wellen wahrznehmen, aufzusaugen,
sie wertzuschätzen, einzuatmen.
Und auch die weniger schönen, die schrecklichen Wellen wollen durchtanzt
werden. Manchmal geht es einfach ums durchhalten, darum sich von all dem
Stürmischen, all dem Traurigen, den Schmerzen, der Krankheit, dem Verlust,
der Arbeitslosigkeit, all dem was uns gerade aus der Bahn wirft
nicht überwältigen zu lassen. Einfach dem Druck standzuhalten,
das Bestmögliche zu geben, auch wenn es uns nicht so leicht fällt.
Besonders dann, wenn wir gebraucht werden, von Angehörigen,
von Freunden, mit denen diese Sturmflut möglicherweise zu tun hat.
Ich meine damit nicht, dass wir unsere Gefühle verdrängen sollen.
Nein, im Gegenteil, wir können uns diesen Gefühlen stellen,
wir können sie durchleben, sie annehmen und eben durchhalten.
Habt ihr schon einmal eine Welle gesehen, die nicht vergeht?
Ich nicht, aber die eine oder andere Strurmflut habe ich bereits erlebt
und irgendwann, war sie immer vorbei, auch wenn ich von Zeit zu Zeit
nicht daran geglaubt habe, dass dieser Spuk auch mal endet.
Häufig ist es doch so, dass wenn es uns einmal trifft, es gleich knüppeldick
kommt. Das macht eine solche Sturmflut zu einer Sturmflut.
Die Wellen schlagen Meterhoch und mit einer solchen Wucht,
dass sie uns mehrfach herumwirbeln.
Es macht keinen Sinn diese Naturgewalt kontrollieren oder beherrschen zu wollen.
Was wir tun können ist ganz bei uns und den Menschen zu sein, die wir lieben.
Uns gegenseitig unterstützen und Halt geben, vertrauen, und zuversichtlich bleiben.
Es gibt eben diese Umstände, auf die wir keinen Einfluss haben,
die einfach passieren, nennt es wie ihr wollt, Schicksal, Zufall, Fügung.
Wenn der Regen einmal einsetzt, sind wir nass, da macht es doch wirklich
wenig Sinn zu hadern, warum gerade ich nun nass werde oder ob ich den
Schauer nicht vorausahnen konnte, es ändert auch nichts den Wetterbericht
zu verfluchen, oder mich über sonstwen zu ärgern,
ich kann im Regen tanzen und wenn es mir nicht gelingt,
weil der Regen als Hagel vom Himmel prescht,
dann kann ich den Schmerz nur auszuhalten versuchen und mir wenn möglich
einen Unterschlupf suchen, wo ich mich für einen Augenblick regenerieren kann,
meine Familie, vor den Hagelkörnern schützen kann, bis es vorbei ist.
Danach kann ich mir einen Überblick darüber verschaffen, was diese Sturmflut,
der Regen, die Hagelkörner angerichtet haben und mich darum kümmern,
die Schäden zu beheben und bestimmt entdecke ich in all dem Schlimmen,
ein winziges Sandkorn Glück, manchmal entdecke ich sogar eine ganze Lawine
davon mit Abstand und Ruhe.

Habt es gut!

HERZlich Daniela





Sonntag, 8. März 2015

~ MusikWELLE: Neuer Tag ~

Vor ein paar Wochen schenkte mir ein lieber Freund das neue Grönemeyer Album
"Dauernd Jetzt!" Ein alles in Allem zuversichtliches Album, mit wunderbaren Stücken rund um
die Liebe, wie zum Beispiel "Fang mich an", oder "Morgen". Es klingt nach einer neuen Liebe,
nach dem zarten Beginn einer ganz besonderen Verbindung, ein aneinander herantasten
und mal ehrlich, wem wünschen wir dieses Glück, wenn nicht Herrn Grönemeyer, an dessen schicksalhaftem Verlust wir doch alle irgendwie teilhatten.
Ich glaube und ich weiss, dass seine Lieder vielen
Menschen in ähnlichen Situationen sehr viel Kraft geben und meines Erachtens schafft es kaum
ein anderer Mensch in deutscher Sprache Gefühle so exakt auf den Punkt zu bringen,
in seiner ganz eigenen Sprachmelodie.
Einen Songtext möchte ich gerne mit Euch teilen, weil er mich heute mit voller Wucht erwischt
hat. Ich weiss nicht, wie oft ich dieses Album bereits gehört habe, aber ich weiss,
dass ich bei diesem Lied erst heute so richtig hingehört habe.
"Neuer Tag" hat mich zu Tränen gerührt: 

"Die weißen Wolken zieh'n wie ein, ein heller See,
und im Abendschein still und seicht.
Es sind Gedanken die sich um mich ranken, sanft legen,
Erinnerung dringt durch die Nacht

Es setzt tief unten in mir, ein banges zieh'n ein, und ich,
treib in die Vergessenheit.
Es sind ein paar Sekunden, die das Herz umspülen, umrunden,
und sie tragen mich durch die weite Zeit

Kein Wort beschreibt die Sehne, die Sucht,
kein Hort vertreibt meinen Fall, die Wucht,
Es dunkelte mein Morgen, hält mich im verborgenen,
aber ich trag immer das Bild in mir

Es ist ein klares schwarz, das in mir verharrt,
ständig versteckt und unbemerkt,
es ist ein schmaler Moment, der zerbittert, brennt,
der auch heilt und der auch besteigt

Kein Wort beschreibt die Sehne, die Sucht,
kein Hort vertreibt meinen Fall, die Wucht,
Es dunkelte mein Morgen, hält mich im verborgenen,
aber ich trag immer das Bild in mir

Das du warst, mich wähltest,
dich anvertrautest, auf mich zähltest,
dass mich deine Liebe traf,
dass du bei mir weiltest, du dich mit mir teiltest,
dass es dich immer für mich gab.
Bleibe mein Versprechen bis wir uns wiedertreffen,
bleib mein immer neuer Tag

Kein Wort beschreibt die Sehne, die Sucht,
kein Hort vertreibt meinen Fall, die Wucht,
Es dunkelte mein Morgen, hält mich im verborgenen,
aber ich trag immer das Bild in mir.
Es dunkelte mein Morgen, hält mich im verborgenen,
aber ich trag immer das Bild in mir."


Vielen Dank Herbert Grönemeyer!

Ich wünsche Euch einen gefühlvollen Sonntag!

HERZlich ~ Daniela





Samstag, 7. März 2015

~ Ein Viertel Liebe? ~

Ich schreib mal wieder zu meinem Lieblingsthema, der Liebe.
Meines Erachtens gibt es ja nur eine Liebe,
eine Liebe, die in den vielfältigsten Tönen erklingt,
die in den allerschönsten Farben schimmert,
die die verschiedensten Geschmacksrichtungen annehmen kann,
die in den aussergewöhnlichsten Nuancen duftet,
und sich so wundervoll unterschiedlich anfühlen kann.
Nun klingt das möglicherweise sehr poetisch,
ich finde die Liebe hat einfach Poesie,
aber nicht ausschliesslich, sie schliesst nämlich nicht aus.
Wir tun das!
Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass ich vor einigen Tagen über die Aussage
eines Menschen stolperte, in der es um ein Up - Grade von "Teilliebe" zu
"vollumfänglicher" Liebe ging.
Mal abgesehen von der Tatsachen, dass ich diese Worte nicht verstehe,
im Kontext zu Liebe, frage ich mich, wie ein Mensch darauf kommen kann,
Liebe in Einzelteile zu zerlegen, und wie vor allen Dingen das gehen soll?
Ich lese ja immer mal wieder die abstrusesten Liebesbeschreibungen,
es gibt sogar so etwas wie Bedienungsanleitungen, aber von Teilliebe habe ich
noch nie gehört.
Interessanterweise erfuhr ich im gleichen Austausch, dass es einen Menschen
gibt, der emotionslos erklärend sein kann, ohne jegliche Anhaftung,
wie das gehen soll, frag ich mich seither auch.
Sachlich, so denke ich kann der Mensch ganz viele Dinge erklären,
aber emotionslos, ohne Anhaftung?
Wie kann ein Mensch frei von seiner eigenen Persönlichkeit sein?
Wie könnte es einem Menschen gelingen völlig objektiv zu sein,
wenn ein jeder von uns ein komplexes Innenleben besitzt, dass sich in seiner
Gänze vielleicht nie erfassen lässt?
Es käme da ganz auf den Grad des Bewusstseins an.
Wie bitteschön lässt sich Bewusstseinsgrad messen?
Bei beiden Aussagen kommt mir jeweils ein Kreis in den Sinn,
den ich in Stücke teile und dann verteile ich natürlich ganz anhaftungsfrei
emotionslos und großzügig jeweils ein Achtel Bewusstsein und ein Viertel Liebe an Mensch A
und Mensch B erhält drei Viertel Bewusstsein und eine Hälfte Liebe?
Wenn sie das dann verdaut haben gibt es das Up - Grade jeweils um ein Achtel gesteigert,
bis der Mensch dann in meinen Augen vollumfänglich lieben darf?

So einfach ist es meiner Ansicht nach nicht,
wir Menschen sind komplexe Wesen und weder ein Bewusstsein lässt sich
meines Erachtens herunterbrechen, in Teile zerlegen oder ausschalten,
noch muss ich mir erarbeiten "vollumfänglich" lieben zu können.
Ich kann bewusster werden, in dem ich aufmerksam bin, für meine Umwelt,
für meine Gefühle, meine Gedanken. Ich kann meine Wahrnehmung schulen.
Ich kann lieben, immer mehr und immer intensiver und warum?
Weil Liebe nur ein Ziel hat, sich selbst zu erfüllen und demnach
wird sie stetig wachsen, ganz aus sich selbst. Dazu muss ich sie weder
teilen, noch etwas hinzutun. Ich kann sie WAHRnehmen und lieben.

Einen herrlichen Samstag wünsche ich Euch mit viel Freude & LIEBEvollen Augenblicken!

HERZlich ~ Daniela







Freitag, 6. März 2015

~ Tempofragen oder: Zu langsam für die Welt? ~

"Wissen sie, ich fühle mich manchmal allein in einer Welt voller Menschen,
zu langsam um mit dieser modernen Welt Schritt zu halten, zu alt."
Ein kurzer Augenblick nur, im vorbeigehen beobachte ich einen älteren Herrn,
der sich im Kaufrauschgetümmel einer Einkaufspassage ans Herz fasst,
sein Gesicht ist gerötet und Schweißperlen tropfen von seiner Stirn.
Er wird von einer Seite zur nächsten geremmpelt,
während ein Jugendlicher ihm im vorübergehen zuruft:
"Opi, Du stehst im Weg. Besorg Dir mal `nen Rollator!"
Der Mann scheint das gar nicht wahrzunehmen.
Ich gehe zu ihm rüber und frag ihn ob alles in Ordnung sei.
"Nein, ich habe Herzstiche, mein Blutdruck ... "
Ich frage ihn, ob ich einen Krankenwagen rufen soll,
er verneint, zeigt aber auf seine Brieftasche und bittet mich, ihm sein
Nitrospray zu reichen.
Ich hole es aus der Brieftasche, öffne den Verschluss und reiche es ihm,
er nimmt einen Hub und atmet danach tief ein und aus.
Ich warte einen Augenblick, bevor ich ihn frage, ob es ein wenig besser geht.
"Ja, ich danke ihnen, junge Frau, wenn sie mich vielleicht nur aus diesem Zentrum begleiten
könnten, mir ist ganz schwindelig."
Eigentlich habe ich keine Zeit, meine Tochter würde in 20 Minuten aus der Schule kommen,
aber mir fällt ein, dass ich sie über ihr Handy erreichen kann und bin einmal mehr
dankbar über eine Erfindung, die ich sehr häufig verfluche.
"Gerne", antworte ich dem Mann, der mir das Nitrospray nun wieder in die Hand drückt, das
ich in seiner Brieftasche verstaue. Ich gebe ihm die Brieftasche, nehme ihm seine Einkaufstasche
ab und begleite ihn langsamen Schrittes durch das Gedränge aus der Passage hinaus.
Während wir gehen, sagt der Mann den Eingangssatz.
Ich habe keine Antwort, sehe ihn an und werde für einen Augenblick furchtbar traurig.
Ich kann ihn verstehen, dieses Bild, ihn dort stehen zu sehen in einer sich bewegenden
Menschenherde, die in Gedanken bereits am Ziel keinen Blick erübrigen können,
für den Menschen, der da steht, als ihr Hindernis, für den sie einen Schritt zur Seite gehen müssen,
um ihn nicht umzurennen.
Draussen angekommen frage ich den Mann, ob er sich einen Augenblick lang auf einer
Bank ausruhen möchte. Er bejaht und so begleite ich ihn zur nächsten Sitzmöglichkeit.
Ich vergewissere mich, ob ich nicht doch einen Krankenwagen rufen soll,
oder sonst etwas für ihn tun könne, er verneint und bedankt sich sehr herzlich bei mir.
Ich verabschiede mich, wünsche ihm alles Gute, bitte ihn gut auf sich Acht zu geben und einen
Arzt zu konsultieren.
Auf dem Heimweg, denke ich darüber nach,
wie es sein kann, dass Menschen sich anpassen müssen, an ein Tempo, mit dem sie
aufgrund verschiedenster Gegebenheiten nicht mithalten können,
ich frage mich, wie begrenzt unser Fokus im Alltag tatsächlich ist,
dass wir Menschen, die sich zu langsam bewegen, eine Pause brauchen,
oder gar schmerzerfüllt im Weg herum stehen nicht wahrnehmen (wollen?)
und ich frage mich, wie es wohl sein wird, wenn ich eines Tages alt
bin, ob ich mich auch so fühlen werde, wie der Mann es beschrieb?

HERZlich ~ Daniela



Donnerstag, 5. März 2015

~ Weggabelungen ~

Immer wieder in diesem Leben begegnen wir Menschen, verbringen wir Zeit mit
Menschen, erleben wir gemeinsame Augenblicke, Berg - und Talfahrten,
fühlen uns verbunden. Plötzlich geschieht etwas. Ein Wort, ein Satz, manchmal
ist es auch vielleicht nur eine Bewegung, ein Zwischenton, eine Kleinigkeit,
die alles verändert. Die das Gewesene in Frage stellt.
"Kenne ich diesen Menschen wirklich?" mögen wir uns dann fragen,
"Habe ich denn das in all den Jahren nicht bemerkt?"
Vielleicht kommen wir zu dem Schluss, dass dieser Mensch sich verändert hat.
Uns wird bewusst, dass wir uns verändert haben.
Dass die gemeinsame Reise an einem bestimmten Punkt endet, enden muss. 
Ich finde diese Augenblicke immer wieder bitter.
Bitter, weil es häufig damit endet, dass unreflektiert Dinge persönlich genommen werden,
die im Grunde wenig mit der anderen Person zu tun haben, sondern in Wahrheit mit einem
Selbst.
Ich fühle mich verletzt, wütend und enttäuscht.
Nun könnte ich im Affekt um mich schreien, der Person all das was mich stört an den Kopf
knallen, oder ich könnte mir Zeit gönnen, das Erlebte für mich zu verarbeiten,
mich zurückziehen für einen Augenblick um in einem klärenden Gespräch sachlich zu bleiben.
Möglicherweise sage ich diesem Menschen das genau SO und er reagiert verständnisvoll.
Ich beginne also für mich zu reflektieren, was da geschehen ist
und werde immer wieder von unbeteidigten Menschen angesprochen auf diese Situation,
eine Freundschaft, von der andere Menschen bereits wissen, dass sie beendet ist,
bevor ein klärendes Gespräch stattgefunden hat.
Das finde ich sehr interessant, auch die Geschichten die rundherum gesponnen werden.
Die Lager, die sich spalten und die Tatsache, dass plötzlich Profile blockiert werden,
Menschen aus Gruppen entfernt werden, ohne darüber informiert zu werden wozu
und damit immer wieder Öl in ein Feuer gegossen wird, das gar keines hätte werden
müssen, denn es gab einmal ein gemeinsames Projekt und es gab eine Freundschaft,
ganz unabhängig voneinander, so dachte ich zumindest.
Nun gibt es beides nicht mehr, nur sehr viel schmutzige Wäsche,
irritierte Menschen mit sehr hintergründigen Fragen und zum Glück einige
wenige Menschen, die in all dem Chaos einen kühlen Kopf bewahren
und ihren eigenen Standpunkt vertreten, ihr eigenes Wertesystem bemühen und
unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten für sich entscheiden, wie sie mit dieser
Situation umgehen.
Ich für meinen Teil hätte es gerne sachlich & in einem persönlichen Gespräch geklärt mit betreffender Person, zumindest was den freundschaftlichen Teil betrifft, einfach
weil es der Situation den bitteren Giftstachel entzogen hätte.
Den ziehe ich mir nun selbst und wünsche allen, die sich an dieser Weggabelung
verabschieden aufrichtig alles Beste!

Jedem Ende wohnt ein Neubeginn inne, mögen wir alle ihn nutzen
und zu unserer FREUDE gestalten!

HERZlich ~ Daniela




Mittwoch, 4. März 2015

~ Menschen wie kaltes, klares Wasser ~

Kaltes, klares Wasser für die Seele, oder von dem Geschenk der gemeinsamen Reise.
Vielleicht ist dieser Blog so etwas wie die Fortsetzung des gestrigen.
Möglicherweise steht er aber auch ganz allein für sich und für Menschen,
deren Anwesenheit kaltem, klarem Wasser für Körper, Geist & Seele sehr nahe kommt.
Immer wieder begegnen wir Menschen, die mit uns leiden, sich mit ihrem Wesen
in unsere Gedanken, in unsere Herzen schleichen um dort genau eines zu tun,
uns auszusaugen, sich an unseren Gefühlen zu laben, ihr eigenes Leid in
uns hineinzuprojizieren um dann mit ihrem erdrückenden pseudo - liebevollen
Helfersyndrom ihren kranken Samen in unser Gehirn zu pflanzen.
Es gibt tatsächlich Menschen, die hinter jedem Trauma gleich das nächste vermuten,
die Traumata in uns hineinprojizieren, die wir nie erlebt haben, möglicherweise
um ihr eigenes besser ertragen zu können.
Ein freier Wille existiert für diese Menschen nicht, weil sie davon ausgehen,
dass wir alle beherrscht sind von unserem Unbewussten, dem eigenen und dem kollektiven
versteht sich.
Selbst wenn dem so wäre, frage ich mich, inwieweit es gesund ist, sich dem zu ergeben?
Und wie hilfreich es für Menschen ist, sie in diese tiefe Dunkelheit zu führen,
um sie dort allein zu lassen mit dem, was sie möglicherweise dort finden, ohne sie hinauszubegleiten.
Ich wundere mich doch sehr, dass es offenbar unter belesenen, wissenden Menschen, die dieses "Wissen" zum Leitbild ihrer Arbeit machen einen nicht zu unterschätzenden Trieb gibt,
den sie zu befriedigen versuchen, im Leid des anderen.
Das steht im direkten Gegensatz zu den Menschen, die uns heilvolle Lichtbotschaften verkünden
uns mit wattierten Lebens ,- und Liebesgesetzen überschütten und uns eine Lebensfreude generieren,
die nichts, aber auch gar nichts mit einer selbst tief empfundenen Lebensfreude zu tun hat.
Wir setzen uns auf die Wolke dieser Menschen und lassen uns durch Sphären tragen, die sich
jenseits von gut und böse bewegen, für jedes Wehwechen gibt es eine Glücksformel und für jede noch so ausweglose Situation einen Energieshooter. Klingt irgendwie nach Luftblase, oder?

Und nun zum eigentlichen Thema und dann gibt es noch Menschen, die bewegen sich
in all den Schattierungen dazwischen, die kennen die Dunkelheit ebensogut wie das Licht.
Die können wissen, dass sie NICHTS wissen, ohne den Blick dafür zu verlieren, was ihnen wichtig
und wesentlich erscheint. Die können in ihre Tiefen hinabsteigen und wissen, dass sie dort nichts
finden werden, sofern ihre Seelen dafür nicht bereit sind, die können auf Wolken durch Galaxien schweben, ohne zu vergessen, dass sie tief in der Erde verwurzelt sind.
Die können mit ihren Wellen tanzen, Wind - und Wolkengespräche führen, ohne den Kontakt zu
sich selbst und ihren inneren Quellen zu verlieren.
Ihren inneren Kindern zuhören und sie darüberhinaus auch ermutigen zu tun, was ihnen
von jeher Freude bereitet, nämlich ausgelassen zu spielen.
Die können sich am Leben erfreuen und auch traurig sein.
Wütend und lebendig.
Und vor allen Dingen, können sie Menschen so sein lassen wie sie sind und sie dennoch
achten und wertschätzen.

Diese Menschen sind kaltes, klares Wasser für die Seele, ein wärmender Ofen für das Herz
und eine kreative Spielwiese für den Geist.

"The free soul is rare, but you know it when you see it - basically because you feel good,
very good, when you are near or with them."

~ Charles Bukowski ~

Ehrlich gesagt ist mir egal, ob er besoffen war, als er das geschrieben hat, ob eine "leichte" Dame
neben ihm lag oder ob er in einem Kellerloch hauste.
Dieser Satz beinhaltet mehr Wahrheit, als mir ein ausschließlich "belesen" - wissender
oder selbst ernannter ErleuchtungsLIEBEguru jemals mit auf den Weg geben konnte.

HERZlich ~ Daniela