Dienstag, 7. Oktober 2014

~ (M)eine Wellengeschichte: Helen ~

"Franzi? Was ist mit Dir?"
In dem Augenblick als Franziska Helens Stimme hörte,
konnte sie nicht mehr an sich halten.
"Ich kann nicht mehr, Helen. Es geht einfach nicht mehr. Ich habe alles versucht,
ich kann das nicht mehr aufhalten. Ich ersticke hier. Ich halte Kai nicht mehr aus,
ich halte meine Mutter nicht mehr aus. Dieses Haus beklemmt mich.
Ich möchte schreien und wüten, aber ich kann nicht.
Ich fühle mich betäubt, gefangen und fremd."
"Oh mein Gott!" erwiderte Helen, sie hatte es kommen sehen,
etwas war anders mit ihrer Freundin, seit Milas Geburt.
Sie kam nicht mehr an Franzi heran, etwa so als würde eine unsichtbare
Mauer zwischen ihnen existieren, so etwas hatte es in ihrer Freundschaft noch
nie gegeben.
"Ich hole Dich ab, Franzi! Ist jemand bei den Kindern?"
Es war kurz nach Mitternacht.
"Ja, Kai! Du brauchst aber nicht ..."
Helen fiel Franzi ins Wort.
"Papperlapapp, ich will aber."

Etwa 20 Minuten später hörte Franzi den Wagen ihrer Freundin in die Einfahrt
einbiegen. Franzi schrieb Kai schnell einen Zettel:
"Musste raus. Bin mit Helen unterwegs und spätestens
zum Frühstück zurück."

Als sie die Haustür öffnete, stand ihre Freundin an ihren Wagen gelehnt,
wie ein Engel stand sie da. Ein warmes Gefühl durchfuhr Franzi,
so war es schon immer gewesen, seit ihrer ersten Begegnung mit Helen.
So unterschiedlich sie in ihren Erscheinungen und ihren Lebenswegen
schon immer waren, umso stärker Verband sie dieses unsichtbare Band,
eine Freundschaft, die nie beschlossen wurde, sondern vom ersten Augenblick an einfach
da war.

Helen war inzwischen an der Haustür angekommen,
wo Franzi in Gedanken versunken wie versteinert stand.
"Hey!" flüsterte sie und nahm Franzi in den Arm,
bei der plötzlich alle Dämme brachen. Sie sank in die Arme ihrer Freundin
und weinte.

Als sie sich ein wenig beruhigt hatte, Helen ihr die Beifahrertür
öffnete und sie aufforderte einzusteigen, sah Franzi zum Schlafzimmerfenster hinauf.
Da lag Kai nun und hatte keine Ahnung, was in ihr vorging.

Helen startete den Wagen und einige Minuten fuhren
sie schweigend durch die Nacht, als Helen plötzlich fragte:
" Was ist eigentlich passiert, Franzi?"

Franzi atmete einige Male tief durch, bevor sie begann ihrer Freundin die
Geschichte der letzten Monate zu erzählen, von der Abwesenheit Kais,
bei Milas Geburt, von der Unfähigkeit der Ärzte wahrzunehmen, was dort
wirklich passierte, von dem ferngesteuerten Funktionieren, als sie nach Hause kam.
Von ihren Angstattacken, den schlaflosen Nächten, dem Zusammenbruch mit Lähmungserscheinungen vor einigen Monaten, dem Unverständnis ihres Mannes und
ihrer Mutter. Von der Angst zu sterben, ihrer Reise nach Fuerteventura,
dem Spaziergang am Strand, der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte.
Von der Fahrt nach Cofete und dem Erlebnis dort am Meer.
Von ihren Schuldgefühlen Kai gegenüber, der nichts von dem zu verstehen schien,
was in ihr vorging. Von der Angst, ihren Kindern das ZuHause zu nehmen,
für den Fall, dass sie Kai verlassen würde und von dem latenten Druck eine
Rolle zu spielen, die sie nicht mehr spielen konnte und wollte.

"Was soll ich nur tun Helen?"

Helen war ergriffen. Sie kämpfte gegen ihre eigenen Tränen an.
nach einer Weile sagte sie:

"Franzi, erinnerst Du Dich an unser letztes Treffen? Es war kurz vor Deinem
Urlaub und wir sprachen über belangloses Zeug, das erste Mal in den letzten
15 Jahren unserer Freundschaft, hatte ich den Eindruck, wir hätten den Kontakt
zu einander verloren. Es fühlte sich an, als wäre da eine Mauer zwischen uns,
ich konnte sie nicht erkennen, aber deutlich spüren. Als ich später Euer Haus verließ,
war ich plötzlich furchtbar traurig. Ich dachte an Deine Augen, die mir immer so
sehr ein Spiegel waren, für unsere Freundschaft, für Dich. Dieses Feuer, das da
loderte in der Tiefe. Deine Lebensfreude, Deine unbändige Lust weiterzugehen,
all die Energie, die da war, Dein ganz eigener Zauber, das war plötzlich verschwunden.
Da war nur Leere und das machte mir Angst."

Franzi schluckte. "Warum hast Du denn nichts gesagt?"

"Weil ich Deine Freundin bin & weil bei jedem meiner Versuche mich
Dir ein wenig zu nähern, die Mauer noch undurchlässiger wurde."

Franzi weinte und umarmte ihre Freundin, die inzwischen am Straßenrand gehalten hatte.

"Was Du nun tun sollst, weiss ich auch nicht, aber ich weiss, dass Du dort nicht
bleiben kannst ohne Dich selbst zu verlieren. Sprich mit Kai, findet eine Lösung.
Er liebt Dich und wird Dich gehen lassen müssen,
wenn auch unter Schmerzen und Protest, das musst Du ihm erst einmal nachsehen,
stell Dir vor Du wärst in seiner Situation und müsstest damit umgehen,
dass er einfach keine Gefühle mehr für Dich hat. 
Denk in jeder Sekunde an die Kinder und wie diese Situation für sie
am wenigsten Verlust bedeutet. Denk dabei immer an Deine eigene Geschichte,
Deinen Verlust und versuche es besser zu machen, als Deine Eltern.
Ich bin hier bei Dir und da, wann immer Du mich brauchst.
Du und die Kinder."

Eine Welle von tiefer Dankbarkeit durchfloss Franzis Körper,
sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und spürte zum ersten
Mal seit Wochen so etwas wie Kraft und Zuversicht.

"Danke, Helen für alles und dafür, dass Du meine Freundin bist."

"Danke, dass ich Deine Freundin sein darf, Franzi und danke
für Dein Vertrauen, in all den Jahren."

Nun weinten beide, ein wenig vor Glück und ein wenig weil eine
von Ihnen einen neuen Lebensabschnitt beginnen würde,
wieder einmal.

Franzi musste sogar innerlich etwas schmunzeln.
Wie gut es war, dass sie beide sich immer abwechselten,
mit ihren Brüchen, so dass die eine die andere auffangen konnte. 
Sie waren Kamikazepilotinnen, beide auf ihre ganz eigene Weise,
mit der Tendenz zum glücklich sein.

Als Helen Franzi vor ihrer Haustür absetzte ging die Sonne bereits auf,
stundenlang waren sie noch durch die Nacht gefahren,
hatten Musik gehört, über alte Zeiten geredet, philosophiert,
herumgealbert, gelacht, geweint und Pläne geschmiedet
und an jeder Tankstelle gehalten um Kaffeenachschub zu erhalten.

Franzi öffnete die Autotür, drückte Helen einen Kuss auf
die Wange und verabschiedete sich beinahe fröhlich.
"Eines wollte ich Dir die ganze Zeit schon einmal sagen, Franzi.
Weisst Du welcher für mich der merkwürdigste und zugleich liebevollste
Augenblick war in den letzten Jahren? Es war als ich das erste mal gehört habe,
wie Deine Tochter Mama zu Dir sagt. Plötzlich wurde mir bewusst, Du bist es tatsächlich,
aus dem bezaubernd rebellischen Teenager wurde eine Mama und mit welcher Hingabe
Du das bist, erstaunt mich immer wieder. Wir sind erwachsen geworden, Franzi, aber
die Teenager, die Kinder, die Quellen unserer Wahrheit leben weiter in uns, IMMER!"

Noch einmal drückte Franzi ihre Freundin fest an sich und gab ihr einen Kuss!
"Ich danke dem Himmel für Dich, Du Blumenkind!"

Franzi warf die Autotür hinter sich zu und Helen fuhr los.
Leise betrat sie das Haus. Monatelang hatte sie
sich nicht mehr so unbeschwert gefühlt.
Auf dem Esstisch lag ihr Zettel unberührt am gleichen Fleck,
wie alles an diesem Ort einen bestimmten, ihm zugeordneten
Platz hatte.
Nur Franzi hatte ihren Platz hier nie finden können.
Sie ging in die Küche und schaltete den Kaffeeautomaten ein.
In einer halben Stunde würden die Kinder erwachen.
Kai würde wach werden und nichts ahnen, von ihrer
nächtlichen Tour und der Entscheidung die sie getroffen hatte.

Fortsetzung folgt ... ;-)

Genießt Eure ZEIT ihr LIEBEn

HERZlich ~ Daniela


















Montag, 6. Oktober 2014

~ Leben im Ruhrgebiet ~

Welch` ein erstaunlich schöner Herbst,
denke ich mir, während ich mit meinen Töchtern
durch die Ruhrauen zum Flußufer wandere und wie beschenkt wir sind,
mit dieser Naturvielfalt vor der Haustür.
Wenn ich den Menschen erzähle, dass ich im Ruhrgebiet lebe und wie schön ich
es hier finde, höre ich immer einen skeptischen
Zweifel heraus beim Gegenüber. "Aber die hohe Bevölkerungsdichte,
die stillgelegten Kohle - und Stahlwerke,
die riesigen Einkaufszentren und die unattraktiven Innenstädte."
Zunächst an allem ist etwas dran.
Einige Innenstädte sind tatsächlich unattraktiv.
Trotz aufwendiger Sanierungsmaßnahmen und Millionenprojekten,
reihen sich in den Innenstädten 1 Euro Shops an
Modeketten, die Hälfte der Läden in unserer einst belebten
City - Fußgängerzone stehen leer und an den Wochenenden
bekommt man leicht den Eindruck einer Geisterstadt.
Also wohin verschwinden die Leute?
Meines Erachtens tun sie, wie so häufig,
was ihnen angeboten wird.
Sie shoppen in den riesigen Einkaufszentren fernab der Innenstadt,
von denen nun jede nennenswerte Stadt im Ruhrgebiet mindestens eines hat,
parken dort kostenlos und nicht zum Wucherpreis,
der in den Innenstädten verlangt wird.
An den Wochenenden zieht es die Menschen in die
definitiv vorhandenen Naherholungsgebiete mit reichhaltigen
gastronomischen Angeboten, oder eben in die Natur.
Aus den meisten stillgelegten Kohle - und Stahlwerken
wurden attraktive Freizeitoasen und auch kulturell
steht das Ruhrgebiet den nennenswerten deutschen Großstädten
in nichts mehr nach. Museen mit grandiosen Ausstellungen,
Theater, Musicals, Lesungen, Konzerte, wir haben alles was
das Herz begehrt.
Menschen ziehen sich in Ihre mehr oder weniger attraktiven
Stadtteile zurück, wo sie mittlerweile alles haben, was sie zum täglichen
Leben brauchen.
Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Ärzte, Bäckereien,
Gastronomie, Friseure, die hier bei uns wie Pilze aus dem Boden schiessen.
Ehrlich gesagt verlassen ich "mein charmantes Dorf" in Richtung Innenstadt
auch nur, wenn es zwingend notwendig ist.
Ich liebe den gut sortierten und liebevoll geführten kleinen Buchladen,
in dem ich freundlich empfangen werde und mir jedes Buch,
das einmal nicht vorrätig ist, innerhalb kürzester Zeit bestellt wird.
In dem mir die Mitarbeiterin Bücher empfiehlt und schon vorher selektiert,
weil sie ganz genau weiss, was ich gerne lese.
Meine Kinder mögen den kleinen Spielzeugladen, der auch
gleichzeitig als Postfilliale dient, auch wenn er mit dem
Überangebot an Spielwaren der großen Ketten nicht mithalten kann.
Ich mag die Atmosphäre um den kleinen Marktplatz,
die alte Dorfkirche und das Fachwerk
und ich liebe die Nähe zur Natur,
zur nahegelegenen Ruhr und die Ruhe.

Ich freue mich, auch wenn ich in Eile bin, über
die Dame, die mir aus ihrem Blumenladen
jeden Morgen freundlich zuwinkt.
Von meinem freien Blick in den Himmel
und dem Blick in die Weite des Ruhrtals mal ganz abgesehen.

Ich mag Berlin, Hamburg, München & Dresden,
ich freue mich über den obligatorischen Sonntagsausflug nach
Düsseldorf oder Köln.

Ich liebe das Meer und könnte mir auch vorstellen dort
zu leben, oder in den Bergen.
In eine Großstadt zieht es mich nicht so sehr,
ausser natürlich um Freunde dort zu besuchen
oder um diese Städte kennenzulernen.

Dennoch vermisse ich hier nichts,
es gibt Wälder, Flüsse, Seen, die Halden,
Felder und Hügel.

Also auch für EUCH Naturliebhaber ist das Ruhrgebiet definitiv eine
Reise wert und verstecken muss es sich schon lange nicht mehr "Untertage".

Und die Menschen? Wie sind wir eigentlich?
Gibt es etwas, das uns alle verbindet?
Vielleicht die nicht immer auf den ersten Blick
erkennbare Herzlichkeit, die sich hinter
direkter und ehrlicher Schroffheit oft verbirgt.

"Kind, dat heisst erschrecken, oda hasse schoma wat von Schrock gehört?
Nö, nä? Gibbet au nich. Nur der Schreck."
Schrie uns gerade gestern ein netter Herr lächelnd auf dem Fahrrad hinterher,
nachdem meine Tochter sich "erschrocken" hatte vor einem Fahrzeug und mir das
mitteilte.
"Was hat der da rumgeschrien, Mama?"
"Ich hab dat gehört, Mädel war abba nur Spassss!" Kam noch hinterher.

Eine typische Szene, hier und vielleicht auch anderswo,
aber mein Heimatdialekt ... hier kann ich die Menschen verstehen,
auch wenn´s mehr genuschelt als gesprochen ist.

Habt einen herrlichen Wochenbeginn, ihr Lieben!

HERZlich (unschroff) ~ Daniela








Sonntag, 5. Oktober 2014

~ WellenGESCHICHTE: Vom Vertrauen ins Leben ~

Mal sehen - denn wer weiß?


Es war einmal ein alter Mann, der zur Zeit Lao Tses
in einem kleinen chinesischen Dorf lebte.
Der Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn 
in einer kleinen Hütte am Rande des Dorfes. 
Ihr einziger Besitz war ein wunderschöner Hengst,
um den sie von allen im Dorf beneidet wurden.
Es gab schon unzählige Kaufangebote, diese wurden jedoch immer strickt abgelehnt.
Das Pferd wurde bei der Erntearbeit gebraucht und es gehörte zur Familie,
fast wie ein Freund.
Eines Tages war der Hengst verschwunden.
Nachbarn kamen und sagten:
"Du Dummkopf, warum hast du das Pferd nicht verkauft?
Nun ist es weg, die Ernte ist einzubringen und du hast gar nichts mehr,
weder Pferd noch Geld für einen Helfer. Was für ein Unglück!"
Der alte Mann schaute sie an und sagte nur: 
"Unglück - Mal sehen, denn wer weiß? 
Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."
Das Leben musste jetzt ohne Pferd weitergehen und da gerade Erntezeit war,
bedeutete das unheimliche Anstrengungen für Vater und Sohn.
Es war fraglich ob sie es schaffen würden, die ganze Ernte einzubringen.
Ein paar Tage später war der Hengst wieder da und mit ihm war
ein Wildpferd gekommen, das sich dem Hengst angeschlossen hatte.
Jetzt waren die Leute im Dorf begeistert.
"Du hast Recht gehabt", sagten sie zu dem alten Mann.
"Das Unglück war in Wirklichkeit ein Glück.
Dieses herrliche Wildpferd als Geschenk des Himmels, nun bist du ein reicher Mann...."
Der Alte sagte nur:
"Glück - Mal sehen, denn wer weiß? 
Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."
Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf über den wunderlichen Alten.
Warum konnte er nicht sehen, was für ein unglaubliches Glück ihm widerfahren war?
Am nächsten Tag begann der Sohn des alten Mannes,
das neue Wildpferd zu zähmen und zuzureiten.
Beim ersten Ausritt warf ihn dieses so heftig ab,
dass er sich beide Beine brach.
Die Nachbarn im Dorf versammelten sich und sagten zu dem alten Mann:
"Du hast Recht gehabt. Das Glück hat sich als Unglück erwiesen,
dein einziger Sohn ist jetzt ein Krüppel.
Und wer soll nun auf deine alten Tage für dich sorgen?"
Aber der Alte blieb gelassen und sagte zu den Leuten im Dorf: 
"Unglück - Mal sehen, denn wer weiß? 
Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."
Es war jetzt alleine am alten Mann die restliche Ernte einzubringen.
Zumindest war das neue Pferd soweit gezähmt,
dass er es als zweites Zugtier für den Pflug nutzen konnte.
Mit viel Schweiß und Arbeit bis in die Dunkelheit,
sicherte er das Auskommen für sich und seinen Sohn.
Ein paar Wochen später begann ein Krieg.
Der König brauchte Soldaten, und alle wehrpflichtigen jungen Männer
im Dorf wurden in die Armee gezwungen.
Nur den Sohn des alten Mannes holten sie nicht ab,
denn den konnten sie an seinen Krücken nicht gebrauchen.
"Ach, was hast du wieder für ein Glück gehabt!" riefen die Leute im Dorf.
Der Alte sagte:  
"Mal sehen, denn wer weiß? 
Aber ich vertraue darauf, dass das Glück am Ende bei dem ist, der vertrauen kann."

~ Verfasser leider unbekannt ~

Samstag, 4. Oktober 2014

~ ScheinHEILIGkeit par excellence ~

Ich möchte Euch heute mal wieder von einer Begegnung
der ganz besonders merkwürdigen Art berichten.
Erinnert ihr Euch noch an den Blog
 ~WellenGeDANKen~?
Da schrieb ich ja neben einigen anderen Themen
auch über Schatten.
Was ich allerdings bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste:

"Es gibt in diesem Leben gar keinen Schatten, Menschen existieren
nur am liebsten im Schatten!"
Mal von der Widersprüchlichkeit in dieser Aussage abgesehen,
denn wenn`s doch keinen Schatten gibt,
wie können Menschen dann im Schatten existieren?
bin ich ja immer sehr erfreut Menschen kennenzulernen,
die etwas wissen, das ich nicht weiss,
besonders, wenn diese Menschen sich ungefragt berufen fühlen,
ihre Ansicht überall da kundzutun, wo sie den Eindruck haben,
NICHT oder zu wenig wahrgenommen zu werden,
in beliebigen Facebookgruppen zum Beispiel.
Ins unermessliche steigert sich dieses "berufen fühlen"
in Gruppen wo´s um LIEBE geht.

Noch mehr Freude macht das Ganze, wenn diese Menschen
der Ansicht sind, "Herr" beziehungsweise in dem speziellen Fall
"Mutter" der einzigen Wahrheit zu sein 
und dazu auch noch die aller Menschen.

Nun bin ich ja lernwillig und stelle so gern Fragen,
was ich allerdings bisher auch noch nicht wusste,
ist, dass jegliche Form der Fragestellung
nur die Unbewusstheit meiner Reaktionen verdeutlicht.

Spätestens jetzt wird mir klar:
Oha, ich befinde mich auf erleuchtetem Terrain.
Obacht ist geboten!
Und prompt wird mir auch bescheinigt,
dass mein kleines Ego mich wohl leitet,
wie unbewusst ich bin
und meine LIEBEnd - erleuchtet - erhabene und göttliche"Mutter"
(so sieht sie sich, die freundliche Dame) erklärt mir dann auch,
gleich, dass es an meinem nicht geheilten inneren Kind liegt,
dass ich die Wahrheit nicht wissen kann,
denn in der LIEBE ist es nämlich so:

Ab genau JETZT, wünschen wir bitte niemandem mehr einen
schönen Tag! Warum nicht?
Weil dieser Wunsch gar nicht nett ist.
Unserem Gegenüber sagen wir nämlich damit,
dass die Möglichkeit eines nicht so schönen Tages ebenfalls gegeben
wäre, und wie es keinen Schatten gibt im Leben,
so gibt es keine "nicht so schönen Tage" in der Liebe.

Geschnallt?

Das ist dann jetzt aber auch wirklich die einzige Wahrheit,
es werden weder andere Götter noch andere Ansichten geduldet,
von unbewussten Kindern.

Bis hier hin klingt das alles vielleicht ganz lustig,
und zu Beginn dieser Begegnung war mir wirklich auch nicht ganz klar,
wie gestört solche und jetzt kommts "LEBENSBERATER, HEILER des
inneren Kindes mit Verbindung zur Quelle, Göttin der Liebe",
mit ernstgemeinten Beratungsangeboten, tatsächlich sein können.

Nachdem ich meinen Unmut über solch eine gefährlich - verblendete Dummheit,
in meiner Facebookchronik veröffentlichte,
flog sie auch schnurstracks mit einem Werbelink und einem merkwürdigen
Bild, nicht vom Himmel, weil sie da nämlich immer ist, aber lichtvoll
begleitet, in meine Chronik ein und verausgabte sich in der Beleidigung,
meiner Person und der Menschen,
die sich natürlich unbewusst und Ego - gesteuert,
in einen Austausch mit dieser Dame wagten.

Und wieder einmal frage ich mich, wie verzweifelt müssen und können
Menschen sein, sich in die Hände einer solchen Person zu begeben
und wie unverantwortlich ist es, solche Personen auf Menschen
in verzweifelten Situationen loszulassen??

So grandios die Möglichkeiten des Internets sind,
so krank sind auch die Auswüchse dessen,
was Menschen einfällt,
um anderen Menschen ihren eigenen Wahnsinn
auf´s Auge zu drücken.

Da genügen die Worte Liebe, Heilung, Erleuchtung, Erwachen,
um Menschen in diesen verblendeten Eso - Quatsch Sumpf zu ziehen,
ihnen nebenbei das Geld aus der Tasche zu ziehen,
mit der großen Wahrscheinlichkeit sie am Ende psychotisch in einer
Klinik wiederzufinden,
weil nämlich die unbewussten Kinder leider nicht
erleuchtet genug waren die einzige WAHRHEIT zu erkennen
um nebenbei gleich mal unter all der mütterlichen Erleuchtungsdiktatur
zusammenzubrechen. 

Mir wird schlecht bei dem Gedanken daran
und wieder kommt mir in den Sinn wie dringend
wir als Gesellschaft gefordert sind, die Eigenverantwortung
und die Handlungskompetenz jedes einzelnen Menschen
zu stärken, um diesen äusserst dramatischen, scheinheiligen Auswüchsen
von verblendeter Dummheit Einhalt zu gebieten!!

Für die Scheinheiligkeitserleuchtungsfraktion:
Mein Ego hatte zum Glück Mitspracherecht!!!

Immer noch HERZlich aufgebracht ~ Daniela



















Freitag, 3. Oktober 2014

~ WellenZAUBER ~

Heute habe ich Euch eine Geschichte mitgebracht: 

Der Zauberer



Das Leibgericht des Mullahs war "Fesenjan" 
- ein Gericht, das mit Nüssen zubereitet wird. 
Seine Frau hatte ihm das Gericht versprochen und 
nun wollte der Mullah die Nüsse dafür aus dem Nusskrug holen.
Er fasste tief in den Krug und ergriff so viele Nüsse, wie er fassen konnte. 
Als er seinen Arm herausziehen wollte, gelang ihm das aber nicht. 
So sehr er auch zog und zerrte, 
der Krug wollte seinen Arm nicht mehr freigeben. 
Er jammerte und fluchte so, wie es ein Mullah eigentlich nicht tun sollte, 
aber nichts half. Sogar seine Frau zog aus Leibeskräften am Krug, 
aber auch sie konnte nichts erreichen.
So wurden die Nachbarn zu Hilfe gerufen, 
die beobachteten aber nur schaulustig das Geschehen. 
Jedoch einer von ihnen trat hervor und schaute sich die Sache genau an. 
Er fragte den Mullah, wie es dazu gekommen war 
und der erzählte ihm weinerlich die Begebenheit.
Da sprach der Nachbar: 
"Ich kann Dir helfen. Dafür musst Du aber genau das tun, was ich Dir sage." 
Der Mullah antwortete: "Ich tu' alles, wenn mir nur geholfen wird."
Der Nachbar forderte den Mullah als erstes auf, 
seinen Arm wieder zurück in den Krug zu schieben. 
Der Mullah fand das sehr seltsam, 
denn schließlich wollte er ja die Hand aus dem Krug 
und nicht noch weiter hinein bekommen. 
Aber er tat, wie ihm geheißen.
Dann sagte der Nachbar, der Mullah solle nun die Nüsse loslassen. 
Der Mullah war ärgerlich, denn er wollte doch schließlich die Nüsse für sein Leibgericht. 
Widerwillig tat er, was der Nachbar forderte.
"Und nun mach Deine Hand ganz schmal und zieh sie heraus." 
Der Mullah tat's und war frei. 
Aber zufrieden war er nicht. 
"Ich bin jetzt zwar vom Krug befreit, aber ich habe keine Nüsse!"
Da ergriff der Nachbar den Krug, kippte ihn um 
und ließ so viele Nüsse herausrollen, wie der Mullah brauchte.
Der Mullah stand mit weit aufgerissenen Augen da und sagte: 
"Sag, bist Du ein Zauberer?"

gefunden in: Der Kaufmann und der Papagei von Nossrat Peseschkian

 Genießt EURE Zeit & denkt mal drüber nach, 
wenn ihr mögt! :-) 

HERZlich ~ Daniela 


Donnerstag, 2. Oktober 2014

~ WellenGeDANKEn ~

Nebelschwaden über den entfernten Hügeln.
Ich sitze am Küchentisch und schreibe,
über mir löst sich der Nebel langsam auf.
Von Minute zu Minute zeigt sich das zarte blau
des Himmels ein wenig mehr.

Im Hintergrund spielt leise Musik.
Die erste WELLE des Tages war laut,
schreiend, überwältigend.
Wütende Trauer, kuntergraudunkelbunt eben.

Nun weicht sie der mir gut bekannten, zarten Melancholie.
Ein sanfte Welle von Dankbarkeit,
mischt sich in ein trauriges Gefühl von
los lassen, gehen lassen, verzeihen,
vor allem mir selbst.

Manchmal ist es ganz leicht,
JETZT, wo mir bewusst ist,
wie wenig Einfluss andere Menschen
wirklich auf unsere Gefühle haben.
Wir sind es, die ständig wählen - wählen können - wie wir uns fühlen wollen.

Wie einfach es ist,
diesen Gedanken immer wieder von uns weg zu schieben,
kommt mir in den Sinn.
Die anderen sind Schuld, wie können die uns nur so "behandeln".
Was für ein Wort, denke ich gerade.
Wenn ich eine Behandlung will,
gehe ich zum Arzt, zum Therapeuten,
von mir aus auch zu einer Massage -
oder KosmetikBehandlung.

Ergo: Ich entscheide, ob ich mich behandeln lassen möchte und gegebenenfalls WIE!!!
Ich entscheide IMMER, auch wenn es erst einmal nicht danach aussieht.
Oft entscheiden wir eben, dass wir uns nicht entscheiden, übergeben die
Verantwortung in andere Hände, lassen uns behandeln und verteilen dann großzügig
die Schuldkarte an andere.
Ich auch!

Wir suhlen uns im Leid(en), vielleicht schmieden wir wütende Rachepläne,
oder verdammen den Menschen, der uns - was auch immer - angetan hat.
Wir machen uns kontinuierlich zu Opfern, gefallen uns nur zu gut
in der Rolle der "heiligen Unschuld".
Manchmal dämmert uns vielleicht, dass wir uns gerade eine
ziemlich illusionäre Seifenblase erschaffen, in der
wir erhaben über all den "Schuldigen" herumschweben.

Klingt hart, oder?
Desillusionierung ist hart.
Eigenverantwortung übernehmen auch.
Für DICH, für MICH, für UNS alle!!!
Doch meines Erachtens ist es der einzige Weg sich selbst zu befreien.
Ich habe mich nicht nur einmal sehr erschrocken,
beim Anblick dessen, was ich mir selbst angetan habe,
denn dieser Gedanke bleibt übrig,
wenn ich die Verantwortung übernehme für mich & mein Leben.
Ich habe es nicht besser gewusst,
aber JETZT weiss ich es,
weil ich mich entschieden habe zu lernen.

Weil ich MICH kennengelernt habe.
DAS war und IST nicht immer ein Vergnügen,
denn immer wieder begegne ich Anteilen,
Schatten, die sich plötzlich überdimensional und
furchteinflössend vor mir aufbäumen,
dass ich lieber vor ihnen flüchten würde,
als mir bewusst zu machen,
dass auch dieser Teil zu mir gehört.
Aber flüchten, gilt nicht, zumindest nicht für mich,
denn es nutzt eh nichts.
Irgendwann klopfen diese "Dinger" ;-) eh wieder an
und fordern ihr Recht ein integriert zu werden,
in eine - in meine - Persönlichkeit. 

Den Heiligenschein abzulegen ist nicht immer schön,
aber ehrlich gesagt macht es irgendwann FREUDE.
Mir jedenfalls, nachdem ich verziehen habe,
MIR und allen ANDEREN.

Wieder schaue ich in den Himmel über mir,
und der Nebel ist kaum noch zu sehen,
er hat sich verzogen,
ebenso, wie die laute WELLE heute morgen.

Nun ist es RUHIG,
der HIMMEL ist blau mit einigen Quellwolken,
so wie MEIN HIMMEL in mir,
mein OZEAN,
die WELLEN die kommen und GEHEN
und so wie sie eben sind
GETANZT werden WOLLEN.

Manchmal sind die leisesten Augenblicke,
die lebendigsten.

D a n k e  LEBEN!!!

HERZlich ~ Daniela







Mittwoch, 1. Oktober 2014

~ Musikwelle: Unendlich SEIN! ~

Mich hat ein Lied gefunden,
der Casper singt´s für UNS
gemeinsam mit dem Prinz PI,
von Freiheit, Unendlichkeit,
und Mitten aus dem Leben:

 
Wooohooohooo
Wenn sie reden woll'n, soll'n sie doch
tun sie sowieso
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
 

Sei endlich frei, keine Grenze bleibt (Nein)
Verschenk die Zeit, wir werden unendlich sein


Prinz Pi:
Halt jeden Augenblick fest, press und drück ihn aus
Vom Dach bis zur Antennenspitze ist es nur ein Stück hinauf
Die Sicht ist klar, viel klarer als je zuvor
Die Wahrheit klebt im Mund, liegt in jedem Wort
Und der Weg war nur ein Kreis auf der blauen Kugel,
Habs versucht, wollt es den Blinden zeigen, die Tauben rufen
Märchenprinzen kaufen Huren, weißt du was der Glitzer ist?
Ein großer Spiegel der in viel zu viele Splitter bricht
Wollte mein Stück vom Traum, jemand der's Versprechen hält
Verschollen auf der Suche nach einer perfekten Welt
Schiff im Sturm behält seine Wendigkeit
Schrei in den Wind hinein: 'Wir werden unendlich sein!'


Refrain:
Wooohooohooo
Wenn sie reden woll'n, soll'n sie doch,
tun sie sowieso
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
Sei endlich frei, keine Grenze bleibt (Nein)
Verschenk die Zeit, wir werden unendlich sein


Casper:
Wiedermal Träume geplatzt und Leute so satt,
Frust runter spunken vom größten Gebäude der Stadt
Sie wollen sehn wie du fällst, es fehlt jetzt echt nicht mehr so viel
In kalten Zeiten ist ein warmes Herz das treffsicherste Ziel (für die)
Und platzt noch so'n Dieb hinein, ist was dann davon übrig bleibt
In einer Welt allein gestellt wo sich noch Hass auf Liebe reimt
Kraft und Energie vorbei, fehlt jeglicher Mut
Depression war nie tragbar, doch steht dir so gut (so gut)
Hürden trotzen, laufen gehen, hinzufallen ist erst versagen,
wenn man sich weigert aufzusteh'n
Aus dem Weg, auf ins Leben, spreng dich frei
In jedem Moment kann jeder von uns unendlich sein


Refrain:
Wooohooohooo
Wenn sie reden woll'n, soll'n sie doch
Tun sie sowieso
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
Wooohooohooo
Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo
Sei endlich frei, keine Grenze bleibt (Nein)
Verschenk die Zeit, wir werden unendlich sein

Wenn sie reden woll'n, soll'n sie doch,
tun sie sowieso

Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo

Lass uns geh'n wohin uns keiner sieht,
Sturzflug ins Nirgendwo

Endlich Frei!
Endlich Frei!
Endlich Frei! 


Gefühle, die WIR alle kennen, ODER?
Drum macht was EUCH FREUDE bereitet,
LEBT EUER LEBEN,
Stolpert, fallt hin, steht wieder auf.
Tanzt im Regen,
rockt den STURM,
genießt die SONNE
und folgt EUREN HERZEN,
lasst die LEUTE reden,
die denken sowieso, was sie wollen,
Ihr doch auch, ODER?

Leben ist nicht immer nur federleicht,
schon gar nicht, wenn man halt nicht
nur an der Oberfläche herumschwimmt,
aber wer tief fällt ist auch vorher hoch geflogen,
wer tiefen SCHMERZ spüren kann,
kann auch unbändige FREUDE empfinden.

Wer das eine ausschliesst,
verweigert auch dem anderen den Einlass!!!

Öffnen WIR unsere FENSTER & TÜREN.
und laden WIR das LEBEN ein!

Genießt EURE ZEIT!

HERZlich ~ Daniela



 Prinz Pi feat. Casper ~ Unendlich sein!