Freitag, 11. April 2014

~ Neblig verKOPFt ~

Neblig könnte man antworten, wenn man nach dem Wetter gefragt würde.
Könnte man ... macht man vielleicht und "man" ist mir irgendwie auch immer mysteriös,
aber das wissen die meisten von Euch ja bereits.

Neblig könnte ICH antworten, wenn ich nach meinem Befinden gefragt werde und ich mach´s auch, wenn ich mich eben so fühle.
Nun ist neblig nicht unbedingt eine Aussage, die jeder gleich auf Anhieb versteht,
so schaue ich dann oft in verstörte Gesichter.
Was könnte wohl mit neblig gemeint sein?

Ich fühle mich meistens neblig, am Tag nach einer meiner Migränewellen
und während ich schreibe fällt mir auf, dass die Migräne immer dann kommt,
wenn ich mich verkopft fühle.
Sie kommt nicht mehr so häufig, aber wenn dann richtig.
Zurück zu neblig, ich FÜHLE mich, das alleine ist schon grandios,
ausgehend von der Tatsache, dass mir dies` nicht immer gelang.
Neblig wird´s, wenn mein Gefühl spürt und mein Kopf sich einmischen will.
Grundsätzlich finde ich es ziemlich wünschenswert,
wenn die beiden sich angeregt austauschen und Wege finden
harmonisch miteinander zu agieren.

Neblig ist aber anders.
Im nebligen Zustand herrscht eine richtige Kommunikationsstörung zwischen ihnen.
Da kommt einfach das Gefühl nicht im Kopf an.
Beziehungsweise nimmt der Kopf es wahr und versucht mit aller Macht es nicht allzu sehr einzubinden in seine Aktionen,
demnach wird er zum Erklärbär und das Gefühl versteht nichts mehr.
Wie auch?
Versucht doch der Kopf gerade etwas zu erklären wozu er gar nicht in der Lage ist.

Meistens hat das mit Menschen zu tun, die mir begegnen.
Menschen, die mich berühren, etwas in mir berühren, das ich bis dahin nicht erkennen konnte.
Menschen, die mir Fragen stellen, die mir bis zu diesem Zeitpunkt niemand stellte.
Menschen, die etwas ausdrücken, das ich in mir trage und bisher,
aus den verschiedensten Gründen vergrub.

Dann sagt mein Gefühl mir recht deutlich:
"Hey schau mal, da ist etwas in Dir, das gelebt werden will."
Während mein Kopf sagt:
"Ups, hier ist aber etwas ganz merkwürdig. Da hab´ ich jahrelang daran gearbeitet diesen Teil in Dir zu verstecken und nun willste den wieder an die Oberfläche holen."

So geht das dann erst einmal eine Weile,
bis entweder die Migränewelle mich darauf hinweist,
mal ein wenig Ordnung zu schaffen im Kopfsalat,
oder ich möglicherweise genug habe von vernebelten Zuständen
und mal wieder ein wenig Sonne vertragen könnte.
Auf die reagiert dann auch prompt mein Gefühl und rät mir gern einmal zu schreiben,
denn das hilft mir immer recht gut Gedanken von Gefühlen zu unterscheiden
und für mich zu erkennen, wie die beiden wieder eine harmonische Ebene zu einander finden.
Im Zweifel richte ich mich nach meinem Gefühl,
das birgt die Gefahr einer weiteren Lebenslektion & die haben immer einen Sinn!

übrigens:   

"Wer den Weg nicht kennt, auf dem er zum Meer gelangen kann,
der sollte sich einen Fluss als Begleiter suchen."
 

(Lateinische Lebensweisheit)


Alles LIEBE wünsche ich UNS & eine sonnige Zeit in der Begegnung mit Menschen! :-)









Donnerstag, 10. April 2014

~ Der Himmel schenke mir Geduld und zwar SOFORT! ~

"Sei doch nicht so ungeduldig!"

Kennt ihr diesen Satz?
Mich hat er manchmal bis in meine Träume verfolgt, als Kind.
Einige Tage vor meinem Geburtstag zum Beispiel,
wenn ich mich mal wieder auf eine Reise begab,
mich durch diverse Räume, Kammern und Schränke wühlte,
die auch nur ansatzweise als Versteck für meine Geschenke denkbar gewesen wären.
Irgendwann, wenn man sie nur häufig genug hört,
prägen sich solche Sätze ein und automatisch übernehmen wir diese Eigenschaft,
als einen Teil von uns.
Wir halten uns für (um beim Beispiel zu bleiben) ungeduldig.
Nun ist Ungeduld an sich ja nicht von vorn herein eine schlechte Eigenschaft,
möglicherweise würde diese Ungeduld uns dazu motivieren schnell unsere Ziele zu erreichen.
Schwierig wird´s, wenn wir diese Ungeduld bereits recht früh als eine unerwünschte Eigenschaft erkennen. Dann baut sich Druck auf und immer wenn wir diese "Ungeduld" spüren,
werden wir daran erinnert, dass sie nicht erwünscht ist, ein Widerstand entsteht und wir werden versuchen diese Ungeduld zu unterdrücken, unabhängig davon, ob sie uns nützt oder behindert.
Eine wichtige Ressource wird im Keim erstickt und im schlechtesten Fall abgespaltet.

Jahre später beschrieb ich noch in einem beruflichen Auswahlverfahren die Ungeduld als eine meiner negativen Eigenschaften.  Dennoch war sie als der beschriebene Widerstand für mich in all den Jahren immer spürbar.

Noch einige Zeit später, genau genommen vor einer Woche, hatte ich im Rahmen eines Coachings die Aufgabe Menschen aus meinem näheren Umfeld zu meinen Fähigkeiten zu befragen. So befragte ich eine bunte Mischung von Menschen die mich unterschiedlich lange kennen und mir unterschiedlich Nahe stehen mit einem verblüffenden Ergebnis:
Jeder einzelne von Ihnen empfand GEDULD als eine meiner Stärken, was mich kurzfristig irritierte.

Nachdem ich ein wenig hineinfühlte in die Geduld bzw. Ungeduld,
wurde mir klar, was da so eine Dissonanz erzeugte.
Ich bin beides, ungeduldig mit mir selbst und geduldig mit anderen Menschen,
da wo ich mir selbst Druck mache, gegen den Widerstand der vermeintlichen "Ungeduld" ankämpfe und dennoch oder vielleicht gerade wegen des Widerstandes am liebsten in Lichtgeschwindigkeit durch Entwicklungsphasen rasen würde,
bin ich mit anderen Menschen recht geduldig und gebe ihnen den Raum,
sich in ihrem eigenen Tempo zu bewegen.

Mir kam in den Sinn, dass es mir gut tun könnte, einfach mal zu entschleunigen und zu schauen,
wie es mir mit einem guten Gefühl gelingt, geduldig mit mir selbst zu sein.

Ich übe! :-)

Eine beWEGte Zeit wünsche ich UNS mit Geduld & herzenssonnigen Augenblicken!



"Die Erschaffung einer kleinen Blume ist das Werk von Jahrtausenden."

~ William Blake ~

Montag, 7. April 2014

~ Wert & WortgeFÜHLe ~

Da ich heute eine spannende Begegnung mit dem Thema Werte hatte,
mag ich Euch gern meine Gedanken dazu schildern.
Manchmal erscheint es uns auf den ersten Blick leicht Werte zu benennen,
die wir für wichtig halten, doch ist es häufig so, das Wert eher als Wunsch wahrgenommen wird.
So höre ich oft Aussagen wie: Menschlichkeit, Freiheit, Liebe, Wahrheit, Mitgefühl und frage mich, wie dieser Wert in den persönlichen Ausdruck eines Menschen passt,
denn das ist es, was ich in erster Linie unter Wert verstehe, er ist ein Ausdruck meines Lebens:
Wie lebe ich?
Was ist mir wichtig?
Worauf verzichte ich gegebenenfalls um diesen Wert in mein Leben zu integrieren?
In welcher Reihenfolge sind mir diese Werte wichtig, ist,
 wie ich finde auch eine wichtige Frage um herauszufinden,
was mein Handeln bestimmt und wie.
So erschien es mir bisher nicht ganz leicht mich zu entscheiden,
welcher meiner möglichen Werte in bestimmten Situationen eher mein Handeln bestimmen könnte, so dass es sich für mich wahr anfühlt.
Als ich nun heute meine Werteliste schrieb,
sie hinterfragte und nach einer Weile noch einmal las, stellte ich fest,
dass es oft gar keine entweder oder Frage gegeben hatte,
sondern, dass mir einfach verallgemeinerte Wortdefinitionen zu einem Gefühl die Entscheidung erschwerte.
Denn jeder einzelne Wert, jedes Wort, hat für jeden Menschen eine eigene Bedeutung.
Was für mich Freiheit bedeutet, kann sich für Dich wie ein Gefängnis anfühlen.
Was ich unter Freundschaft verstehe, kann für Dich etwas völlig anderes bedeuten.
Werte sind nichts festes.
Sie sind veränderlich, sowohl in ihrer Form, als auch in ihrer Priorität für uns persönlich.
So hatte für mich bevor ich Mutter wurde, Familie einen anderen Stellenwert als jetzt.
Meine Kinder, so ergibt sich aus meiner heutigen Reflexion stehen an erster Stelle.
Die Karriere, die noch vor 10 Jahren einen der oberen Ränge besetzt hätte,
rutscht auf meiner Werteskala sehr weit nach unten.
Werte wie Liebe, Freundschaft, Wahrhaftigkeit, Freiheit, Austausch
stehen plötzlich ganz weit oben in meiner Skala.
Auch hier haben die Prioritäten sich sehr verschoben.
Sehr wichtig finde ich in diesem Zusammenhang, die eigenen Definitionen zu prüfen:
Welche Bedeutung hat dieser Wert für mich?
Wie ist das Gefühl zum Wort?
Wie gelingt es mir, diesen Wert zu leben?
Was kann ich tun um bestimmte Werte noch mehr in mein Leben zu bringen?

Mir ist heute sehr bewusst geworden, dass es da noch den einen oder anderen Wert gibt,
den ich gerne stärker in mein Leben und damit auch in meinen Ausdruck einfliessen lassen würde.

Ich wünsche UNS eine herrliche Zeit im Tanz mit den beWEGten Wellen des Lebens
& freue mich über Eure Ansichten zum Thema!








Freitag, 14. März 2014

~ Frühlingserwachen ~

Es ist Frühling, die Sonne scheint,
ich werde morgens von fröhlichem Vogelgezwitscher geweckt,
alles riecht neu, schmeckt neu, erwacht aus dem langen Winterschlaf.
Nach den ersten Knospen, die sich an Bäumen und Sträuchern zeigten,
blühen nun die ersten Blumen.
Die Welt wird wieder bunt und ich spüre den Zauber des Anfangs.
Dennoch mischt sich auch eine zarte Melancholie in dieses Erwachen,
so ist die Natur mir gerade auch wieder ein wunderbarer Spiegel für mein Innenleben.
Es geht gerade um die Wahrehmung dessen, was da ist,
dessen was schon immer irgendwie da war und einen ebenso langen Winterschlaf gehalten hat
und darum wahrzunehmen, was hinzu kommt, sich neu enfaltet, zu blühen beginnt.
Es geht darum, zu sein wer ich bin, mir die Erlaubnis zu geben,
all die Gefühle zu leben, die ich spüre, auch und besonders die,
die ich selbst sehr lange als "negative Gefühle" bewertet
und damit lieber in tiefen Schubladen vergraben habe.
"Kannst Du auch wütend sein?" wurde ich einmal gefragt,
und prompt schossen mir Erinnerungen in den Kopf von Augenblicken,
in denen ich sehr wütend war.
Wie viele Jahre ist es wohl her, als ich mir erlaubte,
meine Wut auszuleben, in Worte zu fassen.
Beim Gedanken daran legte sich ein Stein in meinen Magen.
Was war mit meiner Wut passiert,
fragte ich mich und kam zu dem Schluss,
dass ich sie nach langer Zeit des selbst quälens in mir verschlossen hatte
und sich jeder Anflug von Wut, den ich unterdrückte, in Bitterkeit wandelte.
Dabei fiel mir ein, dass Wut in meinem Empfinden eine herrliche Energie hat,
wenn sie in Antrieb verwandelt werden kann, das gelang mir immer recht gut, damals,
vor Urzeiten, als ich mir Wut noch erlaubte.
Ähnlich ging es mir mit vielen anderen Gefühlen, wie Freude, Traurigkeit,
und eigentlich alljenen Gefühlen, die verletzbar, berührbar machen.
Die Alternative, dazu war ein Gefühl der unerträglichen Taubheit,
eine selbstzerstörerische Bitterkeit.
Ich wurde mir fremd, so fremd, dass ich lieber nichts mit mir zu tun gehabt hätte,
wenn ich mir begegnet wäre.
Vor einigen Wochen beschrieb ich in einem Gespräch mit einem sehr aussergewöhnlichen Menschen mein Leben in Phasen, ich lebte diese Phasen, verschiedene Leben und es gab immer einen Augenblick des erwachens, manchmal nach Augenblicken und oft nach Monaten oder Jahren.
In der Erinnerung daran finde ich mich in Situationen wieder, in denen mir bewusst wird,
was ich da tue und immer wieder diese Fragen:
"Was ist passiert? Wie bin ich hierher gekommen und was hat dieses Leben mit mir zu tun?" Meistens war es kein sanftes Erwachen, sondern eher so etwas wie ein Schockmoment, Desillusionierung pur und immer war es der Beginn einer neuen Reise,
einen Schritt näher zu mir.
Wie oft habe ich mich verloren?
Wie oft habe ich mich gefunden?
Wie oft war das, was ich gefunden habe nur ein Bruchteil dessen, was wirklich da ist, in mir?
Ich glaube, was ich wirklich gesucht habe und immer noch irgendwie suche ist die Verbindung,
von all dem was da in mir ist und gelebt werden will.
Sehr langsam und immer sicherer, bekomme ich ein Gefühl zu meiner Ahnung,
dass ich die Verbindung bin.
Dieses zarte Gefühl erinnert mich an den eingangs beschriebenen Frühling.
Ich freue mich aus tiefstem Herzen & bin dankbar immer & immer wieder für diese,
MEINE LEBENSREISE und für alle Menschen, Begegnungen, Begleitungen, die Teil dieser Reise sind, waren und werden.
Ich danke meiner LIEBE, die unabhängig von Menschen, Raum & Zeit,
mir immer ein Wegweiser war, auch und besonders,
wenn ich sie für Augenblicke, Monate, Jahre eingesperrt und betäubt habe.

Danke Euch allen, die ihr hier lest.

Ich wünsche UNS einen herzenssonnigen Frühling und einen achtsamen,
von Liebe geleiteten Weg in einen wunderbaren Sommer! ♥


Moses Pelham - Ich liebe sie

Montag, 17. Februar 2014

~ Wer bin ich und wie viele? ~

Es ist nicht so lange her, da sagte mir ein Mensch in einem Nebensatz:

"Dann hab mehr Bilder von Dir selbst!"

Mir stellte sich natürlich gleich die Frage wie viele Bilder ein Mensch so von sich haben kann und wofür diese Bilder stehen und vor allem wo und wie verbinden sie sich zu einem großen Bild, dem Bild, das wir selbst von uns haben.

Meiner Ansicht nach, gleicht dieses übergeordnete Bild ja eher einem nie endenden Puzzle, es gibt immer noch erweiternde Teile & das ist gut so.

Nun brauchte ich in der letzten Woche Bewerbungsfotos und machte mich also auf den Weg in ein Fotostudio, um sie dort anfertigen zu lassen. Am liebsten mag ich Fotos, die nicht gestellt sind oder wenigstens situationsbedingt in guten Momenten entstehen. An diesem Tag war weder meine Stimmung gut, noch hatte ich Lust mich vor diesem einheitlich blauen Hintergrund fotografieren zu lassen.

Notgedrungen tat ich es dann doch. Die Fotografin war auch wirklich freundlich & locker.
Wir schauten uns dann gemeinsam die Bilder an, und ich wählte die, die mir am besten gefielen (offen gestanden, hätte ich kein einziges nehmen wollen, weil sie alle unecht wirkten).

Dann geschah etwas, das mir wirklich absurd erscheint. Die Dame, gab mir meine Fotos und es kam mir vor, als sei ich maskiert, es war keine Hautunebenheit mehr zu erkennen, geschweige denn Sommersprossen oder auch nur die feinsten Ansätze von Falten, die ja irgendwie jeder Mensch hat. Nachdem ich fragte, wozu das gut sei, antwortete mir die Fotografin tatsächlich: "Arbeitgeber wollen das so."

Arbeitgeber, wollt ihr wirklich maskenhafte Fotoshop - Gesichter, ohne Persönlichkeit und mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen extrem peinlichen Augenblick beim Bewerbungsgespräch hinauslaufend, weil ihr Falten oder Unebenheiten entdeckt, die auf dem Maskenbild fehlen?

Ich mag auch "bearbeitete" Fotos, Fotoeffekte, Fotokunst, jedoch ging es hier doch um ein aussagekräftiges Bild einer Person, oder habe ich da möglicherweise etwas falsch verstanden?

Nach dieser ernüchternden Vorstellung, schaute ich mir mal die Profilbilder meiner Socialmediaprofile an und stellte fest, dass die irgendwie (auch die Effektfotos) mehr mit mir zu tun haben, als dieses Maskenbild und hatte Lust diese Bilder abwechselnd mal bearbeitet und mal unbearbeitet zu posten. Die unterschiedlichsten Reaktionen folgten von den unterschiedlichsten Menschen.

Mein Fazit: Ich bin ich - mit ziemlich vielen Bildern von mir selbst, mal schwarz- weiss überbelichtet, mal bunt, mal sind meine Augen rot, mal ist mir lächelnd zumute, mal nachdenklich, mal ist meine Stimmung grün, dann eher blau, manchmal mag ich mich ungeschminkt und dann wieder mit dunkel geschminkten Augen, Facetten, die eine Fotografie so schön sie auch sein möge, nicht im geringsten einfangen könnte. Das ist auch nicht ihre Aufgabe, bestenfalls ist sie eine gelungene Aufnahme eines Augenblickes in der Zeit, so bin ich dann auch in Frieden mit dem Maskenbild und meine nächsten Bewerbungsbilder entstehen mit der Fotografin meines Vertrauens im freien und ohne Maske. :-) 

Bis dahin fotografiere ich weiter täglich meinen "Himmelsmoment"!


Eine HERZlich beLEBte Zeit wünsche ich UNS, mit einem offenen Blick für die Schönheit des Augenblicks!






Donnerstag, 9. Januar 2014

~ Beamtenwillkür & SYSTEMfehler ~

Ich habe lange überlegt, ob ich über diese Merkwürdigkeit berichten möchte und mich nun entschieden, dass ein solcher Sachverhalt ein wenig Öffentlichkeit vertragen kann.

Am Freitag öffnete ich meinen Briefkasten und fand dort ein Schreiben des Ordnungsamtes Mülheim. Adressiert an mich. Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige aufgrund überhöhter Geschwindigkeit.
Klingt erstmal nicht verwunderlich ist es aber, denn:

Ich bin nicht Fahrzeughalter irgendeines Fahrzeugs, 
das im Schreiben genannte amtliche Kennzeichen ist mir gänzlich unbekannt, 
es gibt keinen Verweis auf den Fahrzeughalter.

Auf Seite 2 des Schreibens sehe ich Bilder vom Fahrzeug und der Fahrerin und bemerke, 
der Fahrzeughalter ist mein Nachbar und die Person, die am Steuer des Fahrzeugs sitzt 
eine Verwandte des Fahrzeughalters. 
Ich bin das nicht und ihr nicht mal im Ansatz ähnlich.
Eine Widerrufsbelehrung fehlt gleich völlig.

Mein erster Weg führt mich also zum Nachbarn, der mir gleich sagt:
"Ja, das ist mein Fahrzeug und dieses Schreiben erhielt ich ebenfalls vor einigen Wochen, 
machte aber vom Aussageverweigerungsrecht
gebrauch, da es sich bei der Fahrerin um eine Verwandte handelt." 
Danach hörte er nach eigener Aussage nichts mehr vom Ordnungsamt. 
Meine Frage nach der Merkwürdigkeit, wie das Ordnungsamt darauf kommen könnte, 
dass ich den Wagen fuhr, bleibt unbeantwortet.

Am Montag rufe ich also gleich beim Ordnungsamt an und frage hier, 
was es mit diesem Schreiben auf sich hat. 
Man erklärt mir, dass ein Ermittlungsdienst vor Ort war, der entschieden hätte, 
dass ich die Fahrerin des Fahrzeugs sein musste, daraufhin hätte man das „Blitzbild“ 
(schwarz – weiss verwackelt und dennoch gut erkennbar, 
dass es sich um eine Person mit sehr hellen, kinnlangen Haaren handelt) 
mit meinen gespeicherten Personalausweisbildern verglichen und dabei festgestellt, 
dass es sich eindeutig um die Fahrerin handelt. 
(Nebenbei bemerkt, meine Haare sind lang und dunkel, und auch sonst ist eine Ähnlichkeit sowohl mir, als auch allen Menschen, denen ich dieses Bild bisher zeigte NICHT aufgefallen).

Ich frage nun also nach, wie wir weiter verfahren und man sagt mir, 
ich sei in der Beweispflicht und müsse damit nachweisen, 
dass ich diesen Wagen nicht gefahren sei, persönlich vorstellig werden um zu überprüfen, 
ob es sich tatsächlich um eine Verwechslung handeln könnte. 
Tue ich das nicht innerhalb einer Woche, werde ein Bußgeldverfahren gegen mich eingeleitet.
Paradoxerweise erklärt man mir auf meine Frage, nach den Namen der ermittelnden Personen, 
das man in diesem Fall aus DATENSCHUTZRECHTLICHEN Gründen keine weiteren Angaben machen dürfe.

Ich frage mich nun, ob wir uns tatsächlich über die Bespitzelung der NSA aufregen, 
wenn derartige Verdächtigungen und massiver Datenmissbrauch offensichtlich an der Tagesordnung sind, in Städten und Kommunen in diesem Land!?

Darüber hinaus frage ich mich, ob es wirklich nötig ist aufgrund einer Strafe wg. überhöhter Geschwindigkeit in Höhe von 25 € einen derartigen Beamtenapparat in Bewegung zu setzen, wo doch die Stadt Mülheim an der Ruhr, wie viele andere Städte auch, hoch verschuldet ist und weiter frage ich mich, was mir wohl als nächstes völlig haltlos vorgeworfen wird.

Ob ich tatsächlich Lust habe, dort vorstellig zu werden, oder lieber juristische Hilfe in Anspruch nehme überlege ich noch, auch ob eine solche WILLKÜR möglicherweise von öffentlichem Interesse sein könnte.

Hier hat auch mein Humor Grenzen!


Montag, 6. Januar 2014

~ DramaQueens & Kings ~


Drama – welch ein Wort!

In den letzten Wochen begegnet es mir häufig. Gern auch in der Kombination Drama & Queen.
Eine meiner Freundinnen, erzählte mir vor einigen Tagen von einer ihrer Begegnungen mit ihrer inneren Dramaqueen.

In einem sehr interessanten Austausch mit einer anderen Freundin, fiel gestern wieder dieses Wort und gleich kam mir der Gedanke, an die DramaQueen in mir und welch` aufregende Zeiten sie mir schon schenkte. Zugegebenermaßen waren die auch ziemlich schmerzhaft und oft maßlos überzogen, allerdings und das zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht, waren das meine eigens inszenierten Dramen, die ich mir vernünftigerweise hätte ersparen können, allerdings wäre mein Leben nur halb so spannend gewesen und vielleicht hätte ich die eine oder andere für mich wichtige Erkenntnis nicht erlebt.

Nun sind DramaQueens nicht sehr beLIEBt, da wir nun aber alle geliebt sein wollen, hatte ich irgendwann die Idee, meine DramaQueen zum schweigen zu bringen. Das tat sie dann auch später mit sehr viel Unterdrückungsarbeit und Selbstverurteilung meinerseits. Irgendwann war sie dann auch fast still und was dann geschah war erstaunlich. Die Dramen gingen weiter. Nur waren es plötzlich nicht mehr meine eigenen, sondern ich war prädistiniert für die Hauptrolle in den Dramen anderer Menschen. Ungefragt und für mich erst einmal undurchschaubar, denn ich verstand die Welt nicht mehr und fragte mich, wie ich eigentlich immer wieder in diesen Situationen lande, obwohl ich doch selbst keine DramaQueen mehr bin.

Letztlich kam mir irgendwann der Gedanke, dass ich mich wohl irgendwie zur Verfügung stelle für die Hauptrolle. Wie geschieht so etwas?

Es geschieht, weil´s unschuldiger wirkt, anstelle der eigenen Inszenierung sich in die Dramen anderer verwickeln zu lassen, und gar nicht zu verstehen wie man dort hinkommt, dann jedoch im Drama zu verweilen, weil´s ja sicher einen Sinn hat und am Ende das Opfer zu sein, weil man ja keine Wahl hatte, man wurde schliesslich nicht gefragt. So können Monde und Jahre vergehen, vielleicht sogar Leben, die der Mensch in Opferrollen verbringt.

Meine innere DramaQueen meldete sich zum Glück irgendwann mal zurück mit dem Bedürfnis, wenn schon Drama, dann wenigstens eines, das ich selbst wähle. Für mich begann damit eine sehr intensive Zeit der Aufmerksamkeit in zwischenmenschlichen Begegnungen, immer wieder einen Schritt heraus aus der Begegnung, um zu erfühlen, worum geht es hier wirklich, was steckt dahinter, wessen Drama ist das hier eigentlich und wozu dient es mir oder dem Menschen, der da gerade inszeniert.

Mittlerweile warnt mich oft schon mein inneres Warnsystem und schreit im Voraus ziemlich deutlich: VOOOOOORSICHT Drama! Das führte erst einmal dazu, dass ich mich mehr und mehr zurückzog, bis ich entschied, wenn ich nicht als Einsiedler in der Pampa verweilen möchte, bin ich wohl im täglichen Verkehr mit Menschen ständig in einer Dramagefahrenzone, demnach frage ich ab jetzt einfach meine innere DramaQueen, ob sie Lust hat mitzuspielen und schenke mir die Freiheit zu wählen, wo, wie, mit wem und ob ich Drama spielen will.

Alles LIEBE für EUCH und EURE DramaQueens & Kings! ♥