Donnerstag, 21. August 2014

~ AngeberWELLEN ~

Kennt ihr das eigentlich auch?
Ihr lest einen Satz,
der Euch so triggert,
dass ihr es schon lustig findet,
wie wütend er Euch macht?

So etwas nenne ich Selbstertappung,
und besonders gerne passiert mir so etwas,
wenn ich bemerke, dass er genau auf etwas
abzielt, das mir schwer fällt umzusetzen.

Diesmal ging es um ein (in meiner Wahrnehmung)
sehr sensibles Thema,
nämlich  darum darüber zu sprechen,
wenn man gut ist in etwas,
auch auf die Gefahr hin,
als Angeber bezeichnet zu werden.

"Hilfe!" schreit es in mir ganz laut,
wenn es darum geht mich selbst,
oder meine Fähigkeiten zu "vermarkten".
Das Wort alleine löst schon "sturmflutartige"
Wellen in mir aus.
Wozu soll denn das gut sein? ;-)

Da fällt mir ein, es soll ja tatsächlich Menschen
geben, die mit dem was sie gut & gerne tun
Geld verdienen.
Ob die sich wohl vermarkten müssen?
Da kommen wir auch gleich zum nächsten
Glaubenswutsatz:
"Geld verdient man nur mit harter Arbeit!"

Wenn die Arbeit die ich mache mir aber Freude bereitet,
und sich auch nicht nach "harter" Arbeit sondern manchmal
nach zeitaufwändiger, kraftaufwändiger  Freude anfühlt,
dann kann man wohl kein Geld damit verdienen?

Und womit eigentlich,
mit ein paar Worten?
Mit der Begleitung von Menschen?

Mit sowas verdient man doch kein Geld!

Merkt Ihr was?

Ich sabotiere mich gerade selbst.

Es gibt keinen Grund das zu tun,
und ob ich nun ein Angeber bin
in den Augen irgendwelcher Menschen
oder nicht, könnte mir auch egal sein,
denn:
Für irgendjemand bin ich immer gerade nicht richtig.

Aber viel interessanter finde ich die Frage,
halte ich mich selbst für einen Angeber,
wenn ich tue was mir Freude bereitet und dann darüber spreche,
wenn ich´s auch noch gut mache?

Mich fasziniert es bei anderen Menschen,
dass sie einfach frei & authentisch darüber zu sprechen
vermögen, was sie können und tun.

Natürlich, begegnen mir auch immer wieder Menschen
mit chronischer Selbstüber - oder unterschätzung und vielleicht liegt
auch genau da der Hund begraben.

Wo ist eigentlich die Mitte zwischen Selbstüberschätzung
& falscher Bescheidenheit und wie gelingt es mir
mich selbst real einzuschätzen?

Ich halte mich für einen ziemlich reflektierten Menschen,
also sollte es mir doch gelingen, aus dem Bild,
welches sich aus Eigen - und Fremdwahrnehmungen ergibt,
ein reales Bild von meinen Kompetenzen zu  machen
und diese auf eine Art und Weise anzubieten,
die sich für mich stimmig anfühlt.

Eine "Rampensau" werde ich wohl nie werden,
weil ich´s einfach nicht bin,
aber vielleicht gelingt es mir ja einen Weg zu finden,
dieses Thema auf meine Weise zu lösen mit FREUDE
& LEICHTIGKEIT!


Was meint Ihr & wie gelingt es Euch die Mitte zu finden?


ÜBRIGENS: Wut kann eine herrlich schöpferische Kraft haben!! ;-)

Einen HERZlich beLEBten TANZ mit den FREUNDlichen WELLEN des DONNERstags wünsche ich UNS - HEUTE!! ... ~♥~ ...











Mittwoch, 20. August 2014

~ WELLENmittwoch: Die Rede des Häuptlings Seattle ~

Vielleicht kennen die meisten von Euch diese Rede.
Mir ist sie heute nach einiger Zeit wieder begegnet.
Sie berührt mich immer wieder,
deshalb mag ich sie auch hier mit EUCH TEILEN:

Urfassung der Rede des 1866 verstorbenen Häuptlings der Suquamish und Duwamish-Indianer Seattle von 1854. Verfasst von dem Ohrenzeugen Dr. Henry A. Smith, erstmals veröffentlicht am 29.10.1887 in der Zeitung 'Seattle Sunday'.




Der alte Häuptling Seattle war der stattlichste Indianer, 
den ich jemals gesehen habe und bei weitem der, 
mit dem edelsten Gesichtsausdruck. 
Er maß beinahe sechs Fuß, wie er so dastand in seinen Mokassins, 
er hatte breite Schultern, eine mächtige Brust und war wohlproportioniert. 
Seine Augen waren groß, klug, ausdrucksvoll und freundlich, 
wenn sie in Ruhe waren, und spiegelten getreu die unterschiedlichen 
Stimmungen der erhabenen Seele, die durch sie hindurchschien. 
Er war meistens von feierlicher Ernsthaftigkeit, still und würdevoll, 
doch bewegte er sich bei wichtigen Anlässen durch die versammelte 
Menge wie ein Titan unter Liliputanern, und sein einfaches Wort war Gesetz.

Wenn er sich im Rat oder zum Zwecke freundschaftlicher Beratung erhob, 
um zu sprechen, richteten sich aller Augen auf ihn. 
Und sogleich flossen kräftige, wohltönende und beredte Sätze von seinen Lippen, 
gerade so wie die endlosen Donner der Katarakte aus unerschöpflichen Quellen fließen. 
Seine gesamte großartige Haltung war so edel wie die des zivilisierten militärischen Führers, 
der die Befehlsgewalt über die Streitkräfte eines Kontinent innehat. 
Weder seine Beredsamkeit noch seine Würde noch sein Anstand waren erworben. 
Sie waren für seine Männlichkeit natürlich, 
wie die Blätter und Blüten es für einen blühenden Mandelbaum sind.

Sein Einfluss war großartig. 
Er hätte auch ein Kaiser sein können, 
aber alle seine Instinkte waren demokratisch, 
und er herrschte über seine loyalen Untergebenen 
mit Freundlichkeit und väterlichem Wohlwollen.

Die Weißen schmeichelten ihm immer durch besondere Aufmerksamkeit, 
und dies besonders dann, wenn er mit ihnen zu Tisch saß. 
Und es war bei solchen Gelegenheiten mehr als irgendwo anders, 
dass er die angeborenen Verhaltensweisen eines Gentleman unter Beweis stellte.

Als Gouverneur Stevens zuerst in Seattle eintraf und den Eingeborenen mitteilte, 
daß er zum Kommissar für indianische Angelegenheiten 
im Washington-Territorium ernannt worden sei, 
bereiteten sie ihm einen überschwänglichen Empfang vor 
Dr. Maynards Dienstgebäude nahe am Hafen an der Main Street. 
Die Bucht wimmelte von Kanus, 
und das Ufer war gesäumt von einer lebendigen Masse wogender, 
sich windender dunkler Menschen. 
Bis dann die trompetengleiche Stimme des alten Häuptling Seattle 
über die unermessliche Menge rollte wie das aufrüttelnde Signal einer tiefen Trommel, 
woraufhin so augenblicklich vollkommene Stille folgte, 
wie sie wohl auf einen Donnerschlag aus heiterem Himmel folgt.

Darauf wurde der Gouverneur von Dr. Maynard der Menge der Eingeborenen vorgestellt. Er begann sofort - in schlichtem, direktem Gesprächston - seine Aufgabe bei ihnen zu erklären. Diese ist nur allzu bekannt, als dass es hier einer Wiederholung bedürfte.

Als er sich setzte, erhob sich Häuptling Seattle mit all der Würde eines Senators, der die Verantwortung für eine große Nation auf seinen Schultern trägt. Indem er seine Hand auf den Kopf des Gouverneurs legte und langsam mit dem Zeigefinger der anderen Hand zum Himmel wies, begann er seine denkwürdige Ansprache in feierlichem und ausdrucksvollem Ton:









Die Rede:





"Der Himmel dort droben, der seit unzähligen Jahrhunderten Tränen des 
Mitgefühls auf unsere Vorfahren geweint hat und uns ewig erscheint, 
kann sich dennoch stets verändern. 
Heute ist er schön, morgen schon kann er von Wolken bedeckt sein. 
Meine Worte sind wie Sterne, die nicht untergehen. 
Was Seattle dem großen Häuptling Washington sagt, 
darauf kann er sich mit der gleichen Sicherheit verlassen, 
wie sich unsere weißgesichtigen Brüder auf die Wiederkehr der Jahreszeiten verlassen können.

Der Sohn des weißen Häuptlings sagt, sein Vater sende uns Grüße der Freundschaft 
und des Wohlwollens. 
Das ist freundlich, denn wir wissen, dass er unserer Freundschaft wenig bedarf, 
weil sein Volk groß ist. 
Sie sind wie das Gras, das die unermessliche Prärie bedeckt, 
während meine Leute nur wenige sind und den vereinzelten Bäumen 
auf einer vom Wind gepeitschten Ebene gleichen.

Der große - und ich nehme an - auch gute weiße Häuptling schickt uns die Nachricht, 
dass er unser Land kaufen möchte, dass er aber auch gewillt ist, 
uns zu erlauben, genug davon für uns zurückzubehalten, 
damit wir gut weiterleben können. 
Das erscheint mir wirklich großzügig, 
denn der Rote Mann hat keine Rechte mehr, 
die respektiert werden müssten; auch mag das Angebot weise sein, 
da wir nicht länger das weite Land benötigen. 
Es gab eine Zeit, da unser Volk das ganze Land überzog, 
wie die Wellen des windgekräuselten Meeres seinen muschelgepflasterten Boden bedecken. 
Aber die Zeit ist lange vergangen, 
und mit ihr geriet die Großartigkeit der Stämme ebenfalls in Vergessenheit. 
Ich will nicht klagen über unseren verfrühten Niedergang, 
noch meinen weißgesichtigen Brüdern den Vorwurf machen, 
ihn beschleunigt zu haben, denn auch wir mögen an manchem die Schuld tragen.



Wenn unsere jungen Männer wegen eines tatsächlichen 
oder scheinbaren Unrechts ärgerlich werden 
und ihre Gesichter mit schwarzer Farbe entstellen, 
dann sind auch ihre Herzen entstellt und werden schwarz; 
und dann ist ihre Grausamkeit unbarmherzig und kennt keine Grenzen, 
 und unsere Alten sind nicht in der Lage sie zurückzuhalten.

Aber lasst uns hoffen, dass die Feindseligkeiten 
zwischen dem Roten Mann und seinen weißgesichtigen Brüdern niemals wiederkehren. 
Wir hätten alles zu verlieren und nichts zu gewinnen.

Wahr ist es, dass Rache - sogar auf Kosten des eigenen Lebens - 
unter unseren jungen Kriegern als erstrebenswert angesehen wird; 
aber alte Männer, die in Kriegszeiten zu Hause bleiben, 
und die Frauen, die Söhne zu verlieren haben, wissen es besser.

Unser großer Vater Washington, denn ich nehme an, 
er ist genauso gut unser Vater wie eurer, 
seit (König) Georg seine Grenzen nach Norden verlegt hat; 
unser großer und guter Vater, sage ich, sendet uns durch seinen Sohn, 
der ohne Zweifel bei seinem Volk ein großer Häuptling ist, 
die Nachricht, dass er uns beschützen wird, wenn wir tun, was er verlangt. 
Seine tapferen Armeen werden für uns ein starrender Wall der Stärke sein 
und sein großen Kriegsschiffe werden unsere Häfen füllen, 
so dass unsere alten Feinde, die Simsiams und Hydas, 
nicht länger unsere Frauen und alten Männer ängstigen.
Dann wird er unser Vater sein und wir seine Kinder.

Aber kann das jemals sein? 
Euer Gott liebt euer Volk und hasst meins; 
er legt seine starken Arme liebend um den Weißen Mann und führt ihn, 
wie ein Vater seinen kleinen Sohn führt. 
Aber er hat seinen Roten Kinder im Stich gelassen; 
er lässt euer Volk jeden Tag stärker werden 
und bald werden sie sich über das ganze Land ausgebreitet haben, 
während unser Volk dahinschwindet wie die schnell zurückweichende Ebbe, 
die niemals wieder zurückströmen wird. 
Der Gott des Weißen Mannes kann seine Roten Kinder nicht lieben, 
sonst würde er sie beschützen. 
Sie scheinen Waisen zu sein, die nirgends Hilfe finden. 
Wie können wir da Brüder werden? 
Wie kann euer Vater unser Vater werden, 
uns Wohlergehen bringen und in uns Träume einer wiederkehrenden Größe erwecken?

 

Euer Gott scheint parteiisch zu sein. 
Er kam zum Weißen Mann. 
Wir sahen ihn nie, hörten noch nicht einmal seine Stimme. 
Er gab dem Weißen Mann Gesetze, aber er hatte keine Worte für seine Roten Kinder, 
von denen viele Millionen diesen unermesslichen Kontinent füllten, 
wie die Sterne das Firmament füllen. 
Nein, wir sind zwei verschiedene Rassen und müssen es bleiben. 
Es gibt wenig gemeinsames zwischen uns. 
Die Asche unserer Vorfahren ist heilig, und ihre letzte Ruhestätte ist geweihter Boden, 
während ihr euch von Gräbern eurer Väter anscheinend ohne Trauer entfernt.

Eure Religion wurde von dem ehernen Finger 
eines erzürnten Gottes auf Steintafeln geschrieben, 
damit ihr sie nicht vergessen solltet. 
Der Rote Mann konnte das niemals behalten und auch nicht begreifen. 
Unsere Religion besteht in den Traditionen unserer Vorfahren, 
den Träumen unserer alten Männer, 
die ihnen vom Großen Geist eingegeben wurden, 
und in den Visionen unserer Weisen 
- und sie steht geschrieben in den Herzen unseres Volkes.

Eure Toten hören auf, euch und den Ort ihrer Geburt zu lieben, 
sobald sie die Pforte des Grabes passiert haben. 
Sie wandeln weit entfernt, jenseits der Sterne, 
sind bald vergessen und kehren niemals zurück. 
Unsere Toten vergessen niemals die wunderschöne Welt, die ihnen Leben gab. 
Immer noch lieben sie die gewundenen Flüsse, 
die großartigen Berge und die einsamen Täler; 
und immer empfinden sie die zärtlichste Zuneigung zu denen, 
die mit einsamen Herzen leben, und sie kehren oft zurück, 
um diese zu besuchen und zu trösten.

Tag und Nacht können nicht beieinander verweilen. 
Der Rote Mann ist immer vor dem herannahenden Weißen Mann geflohen, 
wie die schwankenden Nebel auf der Bergseite vor der aufstrahlenden Morgensonne fliehen.

Wie auch immer: 
Euer Vorschlag scheint gerecht zu sein, und ich denke, 
mein Volk wird ihn akzeptieren und sich auf die Reservation zurückziehen, 
die ihr ihm anbietet; und wir werden abseits und in Frieden leben; 
denn die Worte des großen weißen Häuptlings scheinen die Stimme der Natur zu sein, 
die zu meinem Volk aus dem undurchdringlichen Dunkel spricht, 
welches sich so schnell um meine Leute zusammenzieht wie ein dichter Nebel, 
der sich vom mitternächtlichen Meer auf das Land schiebt.





Es ist ziemlich unwichtig, wo wir den Rest unserer Tage verbringen. 
Es sind ihrer nicht mehr viele. 
Die Nacht des Indianers verspricht dunkel zu werden. 
Kein heller Stern steht am Horizont. 
Winde klagen in der Ferne mit trauriger Stimme. 
Irgendeine grimmige Memesis, eine Rachegöttin unserer Rasse, 
ist auf der Fährte des Roten Mannes; 
und wo er auch geht, 
er wird stets die todsicher herannahenden Schritte 
des grausamen Zerstörers hören und sich darauf vorbereiten, 
seinen Verhängnis entgegenzugehen - gleich dem verwundeten Reh, 
das die herannahenden Schritte des Jägers hört. 
Nur wenige Monde mehr, wenige Winter, 
und nicht einer von den gewaltigen Scharen, 
die einst dieses weite Land füllten oder die nun in aufgelösten Gruppen 
durch die weite Einöde streifen, wird übrig bleiben, 
um an den Gräbern eines Volkes zu weinen, 
das einst so mächtig und hoffnungsvoll war wie das eure.

Aber warum sollten wir klagen? 
Warum sollte ich über das Schicksal meines Volkes murren? 
Stämme bestehen aus einzelnen Menschen 
und sind nicht besser als diese. 
Menschen kommen und gehen wie die Wellen des Meeres. 
Eine Träne, eine Totenklage, 
und sie sind für immer unserem sehnsüchtigen Blick entschwunden.

Auch der Weiße Mann, 
dessen Gott mit ihm gegangen ist und zu ihm gesprochen hat wie ein Freund zum anderen, 
ist nicht ausgenommen von dieser allgemeinen Bestimmung. 
Vielleicht sind wir letztlich doch alle Brüder und Schwestern. 
Wir werden sehen.



Wir werden über euren Vorschlag nachdenken, 
und wenn wir entschieden haben, werden wir es euch wissen lassen. 
Doch sollten wir ihn akzeptieren, so stelle ich bereits hier und jetzt eine Bedingung: 
dass uns nicht das Recht abgesprochen wird, 
ohne Belästigung und nach unserem Willen 
die Gräber unserer Vorfahren und Freunde zu besuchen.

Jeder Teil dieses Landes ist meinem Volke heilig. 
Jeder Hang, jedes Tal, jede Ebene und jedes Gehölz ist geheiligt 
durch eine zärtliche Erinnerung oder eine traurige Erfahrung meines Stammes. 
Sogar die scheinbar stumm in der Sonne brütenden Felsen der Küste 
in ihrer feierlichen Größe sind getränkt von Erinnerungen 
an vergangene Ereignisse, die mit dem Schicksal meines Volkes verbunden waren. 
Und selbst der Staub unter unseren Füßen antwortet liebevoller 
auf unsere Schritte als auf eure; 
denn er ist die Asche unserer Vorfahren, 
und unsere nackten Füße sind sich der wohlwollenden Berührung bewusst, 
da der Boden reich ist durch das Leben unserer Familien.

Die grimmigen Krieger und die liebevollen Mütter, 
die frohgemuten Mädchen und die kleinen Kinder, 
die hier lebten und sich freuten, 
und von denen man jetzt nicht einmal mehr den Namen kennt, 
lieben immer noch diese Einöde, 
und ihre dunklen Winkel werden zur Abendzeit schattig 
durch die Anwesenheit der Geister der Dämmerung.



Und wenn der letzte Rote Mann von dieser Erde verschwunden sein wird, 
und die Erinnerung an ihn unter den Weißen zu einem Mythos geworden ist, 
dann werden diese Gestade wimmeln von den unsichtbaren Toten meines Stammes; 
und wenn sich eure Kindeskinder allein fühlen auf dem Feld, 
im Geschäft, auf der großen Straße oder in der Stille der Wälder: 
Sie werden nicht allein sein. 
Auf der ganzen Erde gibt es keinen Ort, der der Einsamkeit geweiht ist. 
In der Nacht, wenn die Straßen eurer Städte und Dörfer still geworden sind 
und ihr sie verlassen wähnt, 
werden sie voll sein von den zurückkehrenden Scharen, 
die einst dieses wundervolle Land bevölkerten und es jetzt noch lieben. 
Der Weiße Mann wird niemals allein sein. 
Möge er gerecht sein und freundlich mit meinem Volk umgehen, 
denn die Toten sind nicht völlig machtlos."

Einen beSINNlichen TANZ mit den natürlichen WELLEN des MITTwochs wünsche ich UNS - HEUTE! ... ~♥~ ... 



Dienstag, 19. August 2014

~ WELLENverstehen~

Ich fühle mich nicht wohl in lieblosen Umgebungen.
Das ist mir heute wieder einmal bewusst geworden.
Ich brauche diese zwischenmenschliche Kälte nicht,
keine gewaltsamen Worte, keine unnötigen Konflikte,
keine Erklärungen, die ich nicht verstehe,
weil sie mir von einem anderen Planeten erscheinen.

Ich brauche keine Menschen um mich herum,
die mir erklären, was richtig oder falsch sei.
Schon gar nicht, wenn ich diese Leute nicht kenne
und ehrlich gesagt, ist es mir auch nach wie vor ein Rätsel,
wozu man Menschen persönlich treffen soll, wenn
man sie schon aus der Distanz nicht erträgt!?

Es gibt so viel schönes auf dieser Welt,
so viele kostbare Augenblicke,
Menschen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern,
einfach weil sie da sind.
Erlebnisse, die Menschen aus purer Freude miteinander teilen.
Herzliche Begegnungen,
qualitativen Austausch mit Menschen, die einem etwas geben.
Nein, ich meine nicht Watte werfen,
sondern wirklich bereichernden Austausch,
tief, kritisch und dennoch respektvoll und wertschätzend.

Wozu also umgibt man sich mit Menschen,
denen es offenbar um etwas ganz anderes geht?
Wozu trägt man in seiner freien Zeit Konflikte mit Menschen
aus, die einzig darauf abzielen,
das Verhalten wildfremder Menschen zu kritisieren
und sich mit dem eigenen Verhalten über andere Menschen zu erheben?

Wieder einmal kommt mir einer dieser Blitzsätze eines mir so
wertvollen Menschen in den Sinn:
"Du kannst nicht machen, dass Menschen Dich verstehen.
Sie verstehen was sie wollen & können."

Nein, das kann ich nicht und dem Himmel sei dank,
will ich es auch nicht mehr.
Ebenso wenig wie mich zwanghaft jeder mögen muss.
Das erspart mir nervenaufreibende Endloserklärungsversuche,
unnötige Konflikte und energieraubenden Rechtfertigungswahnsinn.

Darüberhinaus schenkt es mir die Freiheit, 
auch nicht jeden Menschen mögen zu müssen.
Ich kann ihn in Frieden da lassen, wo er ist.
Zumindest so lange, bis er versucht mich in sein persönliches Drama zu
involvieren, am liebsten noch völlig ungefragt.
Dann entscheide ich mich dazu mich zu entfernen,
oder gegebenenfalls den betreffenden Menschen,
wenn er das in einem meiner Räume tut.

Ich bin nicht auf dieser Welt um anderen Menschen einen Gefallen zu
tun,
ich bin nicht geboren um zu leiden
und ich habe kein Interesse daran ein Leben zu leben,
das andere Menschen gut finden für mich.

Ich wurde geboren,
um dieses Leben zu lieben.
Um mich mit Menschen zu verbinden, die eben diese Verbindung als
eine Bereicherung empfinden.
Ich lebe um zu wachsen, zu lernen, Freude zu haben,
ich lebe um gemeinsam mit anderen Menschen "MEHR" zu werden,
um jeden Teil in mir zu entfalten,
um meine Version von einem "guten" Leben zu leben
und nicht um mich selbst zu begrenzen oder begrenzen zu lassen.

Mich hat mal jemand gefragt, ob mich das nicht total einsam werden lasse.
Ganz im Gegenteil, mir begegnen Menschen, mit denen ich mich auf einer
Ebene verbinden kann, die all die o.g. Beispiele von dem was ich NICHT will,
kategorisch ausschließt. Nein, das schützt nicht vor Illusionen, auch nicht vor
schmerzlichen Erfahrungen, aber es fühlt sich für mich gut und richtig an,
so zu leben.

Einen WUNDERvollen TANZ mit den FÜHLverstehenden WELLEN des Dienstags wünsche ich UNS - HEUTE! ... ~♥~ ...












Sonntag, 17. August 2014

~ WELLENbalance ~

Erinnert ihr Euch noch an den Atlantis Doppel - Blog mit Ben?

Es ging um die Frage, ob jeder von uns ein solches Atlantis
in sich trägt.
Meine Antwort war, dass ich der Ansicht bin,
das es so ist.
Jeder von uns trägt diesen Ort in sich und
jeder hat Zugang dazu.
Heute geht es um einen anderen inneren Ort,
einen Ruhe - oder Kraftort.
Meiner ist untrennbar mit meinem Atlantis verbunden,
denn nur wenn ich mich regelmäßig an meinen
Ruheort, der gleichzeitig auch mein Kraftort ist
zurückziehe,
habe ich auch einen Zugang zu meinem Atlantis.


Ehrlich gesagt, habe ich diesen Ruheort in den letzten Wochen
ein wenig vernachlässigt.
Erstens, weil alles gerade so schön und lebendig im "Flow" war
und zweitens, weil für mich der Ruheort auch gleichzeitig bedeutet,
dass ich in Kontakt mit mir und meinem Gefühl bin und sich
gern auch einmal Themen zeigen,
die ich derzeit offenbar lieber nicht ansehen würde.

Allerdings kommt die Quittung,
für mich ganz sicher,
nämlich in Form von hoch emotionalen Wellen,
die sich dann (zum Glück) nicht mehr aufhalten lassen.
Just in diesem Augenblick wird mir dann auch gleich bewusst,
wie wichtig mein Ruheort ist, um Kraft zu tanken,
um meinen Kopf frei zu bekommen und um eben
in Kontakt mit mir zu sein.

Dabei hatte ich mir ein so wunderbares Zeitfenster geschaffen,
vor den Sommerferien.
Eine halbe Stunde am Tag für mich, zur Meditation,
zum autogenen Training oder einfach zum atmen!
Klingt witzig, oder?
Ist aber offensichtlich für mein Bewusstsein dringend notwendig,
um mal Ruhe zu finden,
und damit meine ich Ruhe vor meinen eigenen
Gedanken.

Ich brauche diese Zeit auch,
um im Alltag bewusster zu sein.
Ich bemerke schon wieder, wie es sich einschleicht,
dass ich in der Natur bin, ohne sie wirklich bewusst wahr zu nehmen.
Ich bemerke, wie ich tausend Dinge gleichzeitig tue und
sich unnötige Fehler einschleichen, einfach,
weil ich nicht konzentriert bei der Sache bin,
sondern während ich mit den Kindern
am See bin, mit den Gedanken beim Blog,
oder in der Buchführung oder wo auch immer.

Während ich dann den Blog schreibe,
bin ich in Gedanken bei meinen Kindern,
weil ich ein schlechtes Gewissen habe,
ihnen gerade nicht gerecht zu werden,
so beginnt die Endlosschleife,
und endet eben mit Sturmflutwellen,
die mich mal kurz durchschleudern und
mir bewusst machen.

STOPP! Entschleunigung ist angesagt,
um meine Balance (das Wort entwickelt sich so langsam zu meinem engsten Verbündeten ;-) )
wiederzufinden.
Wer gibt mir eigentlich vor, wann ich was
zu erledigen habe und wer organisiert mich
ausser mir selbst?
Genau, NIEMAND!

Also Pause,
Besinnung
und Neustart mit Rücksicht auf meine Bedürfnisse
und der Disziplin auch und besonders diese Zeiten
für meinen Ruhe und Kraftort einzuhalten.

Von dort ist dann auch Atlantis wieder konsequent erreichbar,
und die FREUDE kommt gleich mit!

Einen HERZlich entspannten TANZ mit den ruhigen WELLEN des SONNTAGS
wünsche ich UNS - HEUTE! ... & Achtsamkeit für die wirklich wichtigen AUGENBLICKE!
... ~♥~ ...










Samstag, 16. August 2014

~ schwere LEICHTIGKEIT ~

"Daniela, ich wünsche mir meine Leichtigkeit zurück."

Uff, was für ein Satz, der mich so in etwa vor einem Jahr von
einem mir sehr lieben Menschen erreichte.
Es war die Antwort auf eine Frage,
die ich Menschen immer mal wieder stelle,
wenn sie unzufrieden zu sein scheinen mit sich selbst und ihren
Lebensumständen.

Meine Frage lautete: "Was wünschst Du Dir für Dich und Dein Leben?"

Was mich immer mal wieder erstaunt ist,
wie häufig Menschen sehr genau wissen, was sie NICHT wollen,
und in diesem Zustand verharren.
Ein Beispiel: "Ich will nicht in dieser Wohnung wohnen."
"Okay, wie (wo) möchtest Du stattdessen wohnen?"
"Ich weiss nicht, hauptsache weg hier."

Hm, das kann funktionieren, und mit viel Glück,
finde ich auch tatsächlich einen Ort,
an dem ich lieber bin als da, wo ich jetzt bin,
aber mal ehrlich, die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch,
dass ich in jeder anderen Wohnung nach einer gewissen Zeit,
ähnlich unzufrieden bin wie jetzt,
wenn ich keine Ahnung habe, wie ich gerne wohnen möchte,
und wo genau ich unter welchen Vorraussetzungen mich zufrieden fühle.

In diesem eingangs beschriebenen Beispiel ging es aber
um ein ganz anderes Thema,
nämlich war die eigentliche Aussage:
"Ich will diese Schwere nicht mehr in meinem Leben,
all die negativen Menschen, die will ich nicht mehr in meinem Leben."

Auf meine Frage, was dieser Mensch denn stattdessen will,
erhielt ich dann die oben genannte Antwort.
Es ist ein Anliegen,
ein Herzenswunsch.
Und für jedes Anliegen, gibt es eine Lösung,
dessen bin ich mir sicher.
Allerdings fällt diese Lösung nur selten von Himmel
und  ich werde, wenn mir dieses Ziel klar ist,
etwas dafür tun müssen, die Leichtigkeit in mein
Leben einzuladen, wäre der naheliegendste Schritt.
Um das tun zu können,
müsste ich aber einen Raum in mir frei haben,
für Leichtigkeit,
mich selbst leicht fühlen.
Das wird mir aber nicht gelingen,
solange ich das Gefühl habe,
alle Menschen um mich herum sind negativ.
Selbst wenn das wahr ist,
liegt hier die Frage nah, wozu umgebe ich
mich mit diesen Menschen und
sind sie tatsächlich so, oder nehme ich möglicherweise
ausschliesslich diese negativen Eigenschaften wahr.
Sind es wirklich die Menschen,
die eine Schwere in mir erzeugen,
oder bin ich in Wahrheit selbst schwermütig und
projiziere dieses Gefühl nach aussen!?

Wenn ich in der Lage bin, mir all diese
Fragen ehrlich zu beantworten,
und dann für mich kläre,
wo meine Reise hingehen soll,
was Leichtigkeit, Freude, Zufriedenheit für mich bedeutet.
Dann weiss ich auch welchen Weg ich gehen muss,
und wie um dieses Ziel zu erreichen.

Nur gehen muss ich ihn dann auch den Weg,
sonst ändert sich nämlich rein gar nichts an meiner
Situation und sowohl Schwere, als auch
Negativität bleiben ständige Begleiter.

Die Entscheidung trifft jeder für sich selbst.

Veränderungen ängstigen uns immer,
mich ängstigt allerdings Stillstand noch viel mehr.

Es ist eine Phrase,
vielleicht ein dummer Spruch,
aber mir ist er ein guter und zuverlässiger Wegweiser:

"Lieber ein ENDE mit SCHRECKEN, als ein SCHRECKEN ohne ENDE!"

In diesem Sinne wünsche ich UNS einen herrlich beWEGten TANZ mit den FREUNDlichen
WELLEN des Samstags! ... ~ <3 ~ ...


Bist Du am Leben interessiert ~ Xavier Naidoo





Freitag, 15. August 2014

~ AbschiedsWELLEN mit Khalil Gibran ~

Der Abschied

Und nun war es Abend. Und al-Mitra , die Seherin, sagte:
Gesegnet sei dieser Tag und dieser Ort und dein Geist, der geredet hat. 

Und er antwortete: War ich der Redner? War ich nicht auch ein Zuhörer? 
Dann ging er die Stufen des Tempels hinab, und alle folgten ihm. 
Und er erreichte sein Schiff und blieb auf dem Deck stehen. 
Und sich nochmals an die Menschen wendend, erhob er die Stimme und sagte:
Leute von Orfalis, der Wind gebietet mir, euch zu verlassen. 

Ich habe es weniger eilig als der Wind, doch ich muss gehen. 
Wir Wanderer, die immer den einsameren Weg suchen, beginnen keinen Tag, 
wo wir den letzten beendet haben, und kein Sonnenaufgang findet uns, 
wo der Sonnenuntergang uns verließ.
Selbst während die Erde schläft, reisen wir. 

Wir sind die Samen der beharrlichen Pflanze, 
und in unserer Reife und unserer Fülle des Herzens 
werden wir dem Wind preisgegeben und verstreut. 
Kurz waren meine Tage unter euch und kürzer noch die Worte, 
die ich gesprochen habe. 
Doch sollte meine Stimme in euren Ohren verklingen und meine Liebe eurer Erinnerung entschwinden, dann werde ich wiederkommen, und mit reicherem Herzen und dem Geist willfährigeren Lippen werde ich sprechen. Ja, ich werde wiederkehren mit der Flut, 
und mag der Tod mich verbergen und die größere Stille mich umhüllen, 
ich werde dennoch wieder euer Verstehen suchen.
Und nicht vergeblich werde ich suchen. 

Wenn etwas wahr ist, das ich gesagt habe, 
wird diese Wahrheit sich in einer klareren Stimme offenbaren und in Worten, 
die euren Gedanken enger verwandt sind. 
Ich fahre mit dem Wind, Leute von Orfalis, aber nicht in die Leere hinunter. 
Und wenn dieser Tag nicht eine Erfüllung eurer Bedürfnisse und meiner Liebe ist, 
dann lasst ihn ein Versprechen auf einen anderen Tag sein.
Die Bedürfnisse des Menschen ändern sich, 

aber nicht seine Liebe und nicht sein Wunsch, 
dass seine Liebe seine Bedürfnisse befriedigen sollte. 
Darum wisst, dass ich aus der größeren Stille zurückkehren werde. 
Der Nebel, der in der Morgenröte wegzieht und nichts als Tau auf den Feldern zurücklässt, 
wird emporsteigen und sich in einer Wolke sammeln und dann im Regen niederfallen.
Und nicht viel anders als der Nebel bin ich gewesen. 

In der Stille der Nacht bin ich durch eure Straßen gegangen, 
und mein Geist ist in eure Häuser eingekehrt. 
Und eure Herzschläge waren in meinem Herzen, 
und euer Atem war auf meinem Gesicht, 
und ich kannte euch alle. 
Ja, ich kannte eure Freude und euren Schmerz, und wenn ihr schlieft, 
waren eure Träume die meinen. Und oft war ich unter euch, ein See zwischen Bergen. 
Ich spiegelte die Gipfel in euch und die sich neigenden Abhänge 
und sogar die vorbeiziehenden Herden eurer Gedanken und eurer Wünsche. 
Und in meine Stille drang das Lachen eurer Kinder in Bächen 
und die Sehnsucht eurer Jugendlichen in Strömen. 
Und als sie meine Tiefen erreichten, 
hörten die Bäche und die Ströme noch nicht auf zu singen.
Aber Süßeres noch als Lachen und Größeres noch als Sehnsucht kam zu mir. 

Es war das Grenzenlose in euch, der unermessliche Mensch, 
in dem ihr nichts anderes seid als Zellen und Sehnen. 
Er, in dessen Gesang all euer Singen nichts als ein tonloses Pochen ist. 
In ihm, dem unermesslichen Menschen, seid ihr unermesslich, 
und in dem ihr ihn erschautet, erschaute ich euch und liebte euch.
Denn welche Entfernungen kann Liebe erreichen, 

die nicht in jener unermesslichen Sphäre sind? 
Welche Visionen, welche Erwartungen und welche Mutmaßungen 
können sich höher aufschwingen als ihr Flug? 
Wie eine riesige Eiche, bedeckt mit Apfelblüten, ist der unermessliche Mensch in euch. 
Seine Macht bindet euch an die Erde, sein Duft hebt euch in den Raum, 
und in seiner Dauerhaftigkeit seid ihr unsterblich. 
Euch ist gesagt worden, dass ihr gleich einer Kette so schwach seid wie euer schwächstes Glied. 
Dies ist nur die halbe Wahrheit. 
Ihr seid auch so stark wie euer stärkstes Glied.
Euch nach eurer geringsten Tat zu messen, heißt, 

die Kraft des Ozeans nach der Zartheit seines Schaums zu berechnen. 
Euch nach euren Misserfolgen zu beurteilen, heißt, 
den Jahreszeiten ihre Unbeständigkeit vorzuwerfen. 
Ja, ihr seid wie der Ozean, und obwohl fest verankerte Schiffe an euren Küsten die Flut erwarten, könnt ihr wie der Ozean doch nicht die Flut schneller herbeiführen.
Und auch wie die Jahreszeiten seid ihr, und obwohl ihr in eurem Winter euren Frühling leugnet, 

ruht doch der Frühling in euch und lächelt in seiner Benommenheit und ist nicht gekränkt.
Glaubt nicht, ich sage diese Dinge, damit der eine zu dem anderen sagt: 

"Er hat uns hoch gelobt. Er sah nichts als das Gute in uns." 
Ich drücke nur in Worten für euch aus, was ihr in Gedanken selber wisst. 
Und was ist Wissen in Worten anderes als ein Schatten wortlosen Wissens?
Eure Gedanken und meine Worte sind Wellen aus einem versiegelten Gedächtnis, 

das Bericht gibt von unseren gestrigen Tagen, und von den alten Tagen, 
da die Erde weder uns noch sich selber kannte, und von den Nächten, 
da die Erde in Verwirrung aufgewühlt war. 
Weise sind zu euch gekommen, um euch von ihrer Weisheit zu geben. 
Ich kam, um von eurer Weisheit zu nehmen: 
Und, seht, ich habe gefunden, was größer ist als Weisheit. 
Es ist ein Flammengeist in euch, der sich immer mehr steigert, während ihr, 
seiner Entfaltung ungeachtet, das Vergehen eurer Tage beklagt. 
Es ist das Leben auf der Suche nach Leben in Körpern, die vor dem Grab erzittern.
Hier gibt es keine Gräber. Diese Berge und Ebenen sind eine Wiege und ein Trittstein. 

Wann immer ihr an dem Feld vorbeikommt, in dem ihr eure Vorfahren beigesetzt habt, 
schaut richtig hin, und ihr werdet euch und eure Kinder Hand in Hand tanzen sehen. 
Wahrhaftig, ihr seid oft vergnügt, ohne es zu wissen. 
Andere sind zu euch gekommen, denen ihr für goldene Versprechungen, die sie euch auf euer Vertrauen hin gemacht haben, Reichtum, Macht und Ruhm gegeben habt.
Weniger als ein Versprechen habe ich gegeben, und doch seid ihr großzügiger zu mir gewesen. 

Ihr habt mir meinen tieferen Lebensdurst gegeben. 
Sicher gibt es kein größeres Geschenk für einen Menschen als das, 
was all seine Ziele zu brennenden Lippen und alles Leben zu einem Brunnen macht. 
Und darin liegt meine Ehre und meine Belohnung: 
Wann immer ich zum Trinken an den Brunnen komme, 
finde ich das lebendige Wasser selber durstig, und es trinkt mich, während ich es trinke.
Manche von euch haben mich für zu stolz und zu scheu gehalten, 

um Geschenke anzunehmen. 
Zu stolz bin ich wirklich, um Lohn anzunehmen, aber nicht, um Geschenke zu empfangen. 
Und obwohl ich Beeren in den Hügeln gegessen habe, 
als ich an euren Tisch geladen war, und im Säulengang des Tempels geschlafen habe, 
als ihr mir mit Freude Obdach gewährt hättet. 
War es zugleich nicht doch eure liebende Sorge um meine Tage und Nächte, 
die meinem Mund das Essen versüßte und meinen Schlaf mit Visionen umschloss? 
Dafür segne ich euch am meisten: Ihr gebt viel und wisst nicht, dass ihr etwas gebt. 
Die Güte dagegen, die sich im Spiegel anschaut, wird zu Stein, und eine gute Tat, 
die sich mit zärtlichen Namen nennt, gebiert einen Fluch. 
Und manche von Euch haben mich unnahbar und von meinem Alleinsein trunken genannt, 
und ihr habt gesagt: "Er berät sich mit den Bäumen des Waldes, aber nicht mit Menschen. 
Er sitzt allein auf Hügeln und schaut auf unsere Stadt herab." 
Wahr ist, ich bin auf die Hügel gestiegen und an entfernten Orten gewandert. 
Wie hätte ich euch sehen können, wenn nicht aus großer Höhe oder weiter Ferne? 
Wie kann man wirklich nah sein, wenn man nicht weit ist? 
Und andere unter euch schalten mich ohne Worte, und sie sagten: 
"Fremder, Liebhaber unerreichbarer Höhen, warum wohnst du in den Gipfeln, 
wo Adler ihre Nester bauen? 
Welche Stürme willst du in deinem Netz fangen, 
und welche phantastischen Vögel jagst du am Himmel? 
Komm und sei einer von uns! 
Steig herab und still deinen Hunger mit unserem Brot 
und lösche deinen Durst mit unserem Wein!" 
In der Einsamkeit ihrer Seelen sagten sie diese Dinge, 
doch wäre ihre Einsamkeit tiefer gewesen, hätten sie gewusst, 
dass ich nichts suchte als das Geheimnis eurer Freude und eures Schmerzes. 
Und nur nach eurem höheren Ich jagte, das durch den Himmel steift.
Doch der Jäger war auch der Gejagte, 

denn viele meiner Pfeile verließen meinen Bogen nur, 
um meine eigene Brust zu suchen. 
Und der Fliegende war auch der Kriechende, 
denn als meine Flügel in der Sonne ausgebreitet waren, 
war ihr Schatten auf der Erde eine Schildkröte.
Und ich, der Gläubige, war auch der Zweifler, 

denn oft habe ich den Finger in die eigene Wunde gelegt, 
damit mein Glaube an euch stärker und mein Wissen um euch größer werde. 
Und mit diesem Glauben und diesem Wissen sage ich, 
ihr seid nicht in euren Körpern eingeschlossen, noch an die Häuser der Felder gebunden. 
Das, was ihr seid, wohnt über dem Berg und treibt mit dem Wind. 
Es ist nicht etwas, das in der Sonne kriecht, um sich zu wärmen, 
oder Löcher ins Dunkle gräbt, um sicher zu sein, sondern etwas Freies, ein Geist, 
der die Erde umhüllt und sich im Äther bewegt.
Wenn dies unklare Worte sind, dann sucht nicht sie zu klären. 

Unklar und nebelhaft ist der Beginn aller Dinge, doch nicht ihr Ende, 
und ich hätte gern, dass ihr an mich als einen Beginn denkt.
Das Leben uns alles, was lebt, ist im Nebel gezeugt und nicht im Kristall. 

Und wer weiß, ob ein Kristall etwas anderes ist als Nebel in Zersetzung? 
Darum möchte ich, dass ihr in der Erinnerung an mich denkt: 
Was am schwächsten und verwirrtesten in euch scheint, 
ist das Stärkste und Entschlossenste. 
Ist es nicht euer Atem, der den Bau eurer Knochen aufgerichtet und gefestigt hat? 
Und ist es nicht ein Traum, an den keiner von euch sich erinnert, 
der eure Stadt baute und alles schuf, was darin ist? 
Könntet ihr nur den Strom dieses Atems sehen, 
würdet ihr alles andere nicht mehr sehen, 
und wenn ihr das Geflüster des Traums hören könntet, 
würdet ihr keinen anderen Ton mehr hören. 
Aber ihr seht nicht, und ihr hört nicht, und das ist gut. 
Der Schleier, der eure Augen umwölkt, wird gehoben werden von den Händen, 
die ihn webten. 
Und der Lehm, der eure Ohren füllt, wird durchbohrt werden von den Fingern, die ihn kneteten. 
Und ihr werdet sehen. 
Und ihr werdet hören. 
Doch werdet ihr nicht beklagen, die Blindheit gekannt zu haben, 
noch bedauern, taub gewesen zu sein.
Denn an jenem Tag werdet ihr den verborgenen Sinn in allen Dingen erkennen, 

und ihr werdet die Dunkelheit preisen, wie ihr das Licht preisen würdet. 
Nachdem er das gesagt hatte, schaute er um sich, 
und er sah den Lotsen seines Schiffes am Steuer stehen 
und nun auf die vollen Segel und dann wieder in die Weite schauen. 
Und er sagte: Geduldig, allzu geduldig ist der Kapitän meines Schiffes. 
Der Wind weht, und rastlos sind die Segel. 
Selbst das Ruder bittet um Lenkung, doch ruhig wartet mein Kapitän, 
dass ich schweige. 
Und meine Seeleute, die den Chor des offenen Meeres gehört haben, auch sie haben mir geduldig zugehört.
Nun sollen sie nicht länger warten. 

Ich bin bereit. 
Der Strom hat das Meer erreicht, 
und noch einmal drückt die große Mutter ihren Sohn an die Brust. 
Lebt wohl, Leute von Orfalis. 
Dieser Tag ist zu Ende. 
Er schließt sich über uns, wie sich die Wasserlilie bis zum nächsten Morgen schließt. 
Was uns hier gegeben wurde, werden wir bewahren, 
und wenn es nicht genügt, dann müssen wir abermals zusammenkommen 
und zusammen unsere Hände dem Geber entgegenstrecken. 
Vergesst nicht, dass ich zu euch zurückkommen werde. 
Eine kleine Weile noch, und meine Sehnsucht wird Staub und Schaum 
für einen anderen Körper sammeln. 
Eine kleine Weile noch, ein Augenblick des Ruhens auf dem Wind, 
und eine andere Frau wird mich gebären. 
Lebt wohl, ihr und die Jugend, die ich bei euch verbracht habe. 
Erst gestern begegneten wir uns in einem Traum.
Ihr habt in meinem Alleinsein gesungen, 

und aus eueren Sehnsüchten habe ich einen Turm in den Himmel gebaut. 
Doch nun ist unser Schlaf entflohen, und unser Traum ist vorbei, 
und die Morgenröte ist vorüber. 
Der Mittag steht über uns, und unser halbes Wachen ist zum volleren Tag geworden, 
und wir müssen scheiden. 
Wenn wir uns im Dämmer der Erinnerung noch einmal begegnen sollten, 
werden wir wieder miteinander reden, 
und ihr werdet mir ein tieferes Lied singen. 
Und wenn unsere Hände sich in einem anderen Traum begegnen sollten, 
werden wir einen weiteren Turm in den Himmel bauen. 
Mit diesen Worten gab er den Seeleuten ein Zeichen, 
und sofort lichteten sie den Anker 
und lösten das Schiff von seiner Vertäuung und fuhren gen Osten. 
Und ein Schrei erhob sich von den Menschen wie aus einer Brust, 
und er stieg in die Dämmerung und wurde wie von Fanfaren übers Meer getragen. 
Nur al-Mitra schwieg und schaute dem Schiff nach, 
bis es im Nebel verschwunden war. 
Und als die Menge sich zerstreut hatte, 
blieb sie noch allein auf der Kaimauer stehen 
und erinnerte sich in ihrem Herzen seiner Worte:
"Eine kleine Weile noch, ein Augenblick des Ruhens auf dem Wind, 

und eine andere Frau wird mich gebären." 


Einen HERZlich beRUHIGtEN TANZ mit den WELLEN des FREItags & viel FREUDE im Augenblick! ... ~♥~ ...