Mittwoch, 19. August 2015

~ Gedanken unterWEGs ~

Plötzlich hatte ich heute mal wieder Lust zu fotografieren,
bei einem Spaziergang.
Eigentlich war es gar kein richtiger Spaziergang,
sondern eher ein Weg den ich beinahe täglich zurücklege.
Der führt mich in einen Park, ich könnte auch an einer Hauptstraße
entlang gehen, wenn es besonders schnell gehen muss,
dann mache ich das auch, aber wann immer ich
die Möglichkeit habe, gehe ich lieber durch den Park.
Erstens ist es da grüner,
zweitens ist es da ruhiger
und drittens gibt es da immer etwas zu entdecken,
heute zum Beispiel begegneten mir ein Wurm auf einem Blatt,
eine Fliege, die gerade dabei war eine weitere Fliege,
einen Baumstamm hochzuhieven und eine Schnecke,
die es sich von ihrem Gehäuse geschützt auf einem
Blatt gemütlich gemacht hatte. Nun sind das nicht unbedingt
spektakuläre Ansichten, zumindest nicht im herkömmlichen
Social - Media Sinn, aber es sind Ansichten, die mich erfreuen,
und zwar in mehrfacher Hinsicht.
Zunächst freue ich mich immer mal wieder,
dass mir das rege treiben der Natur nicht entgeht,
es schult meine Aufmerksamkeit, ohne mich mit Reizen zu erschlagen,
zweitens bekomme ich augenblicklich Lust ein Bild zu machen
und drittens weiss ich, dass ich mit genau diesen unspektakulären
Bildern dem einen oder anderen meiner Facebookkontakte eine
kleine Freude machen kann. Zum Beispiel den jenigen,
die gerade gequält an ihren Schreibtischen hocken oder
sonstige lähmende Arbeiten ausführen.
Mich erfreuen solche Bilder auch, immer dann, wenn ich
mich frage, ob dieser Tag auch mal ein Ende hat.
Hat er und ich kann ihn auch selbst beenden, im Notfall einfach
mal ´nen Termin verschieben und eine halbe Stunde etwas
für mich tun, etwas das mir Freude macht.
Selbst, wenn das gerade nicht möglich ist,
werde ich daran erinnert, dass es da draussen,
vor meinem Fenster auch noch etwas anderes gibt,
als Deadlines, Masterpläne und Dringlichkeiten.
Anderen Menschen dienen Worte, Kunst,
Musik dazu manchen auch alles irgendwie
und wieder andere wollen weder das eine noch das andere
sehen.
Ich freue mich jedenfalls sehr, wenn der Ben mich mitnimmt
auf einen Spaziergang aus der Schildkrötenperspektive,
die Ella mir ihre Wolken über Berlin zeigt,
der David mich mit seiner Musik erfreut,
die Vicky mir mit ihren Blogs ein schmunzeln entlockt,
der Niels zum denken anregt,
die Kristina mich mit ihren Nachrichten erfreut,
die Elena mit ihren bildlichen Eindrücken beschenkt
und über so viele andere auch.
Manchmal würde ich wahrscheinlich vergessen
zu essen, wenn mir nicht wieder einmal ein liebevoll
angerichteter Teller über den Bildschirm flimmern würde,
nur mit den nackten Füßen, weiss ich immer noch nichts
anzufangen, ebenso wenig wie mit dummen Kommentaren.
Hin und wieder bringt mich jemand zum Lachen.

Man kann dieses Internet ja verfluchen, sich hineinsteigern
in die verschiedensten Themen,
oder man kann es für all die Dinge nutzen,
die man auch im echten Leben mag.
Mit Menschen in Kontakt sein, zum Beispiel und
viel lachen! ;-)

HERZlich ~ Daniela





Dienstag, 18. August 2015

~ Partnerlook & Gib Pfötchen! ~

Vielleicht könnt ihr mir heute mal weiter helfen.
Kennt ihr diese Paare, die immer gleich aussehen?
Also ich meine, die gleichen oder ähnliche Klamotten tragen.
Zum Beispiel diese Jacken mit dem Pfotenabdruck,
dazu  Jeansshorts und Treckingsandalen, inklusive atmungsaktiver
Outdoorsocken die bis zur Wade reichen, manche dieser
Paare tragen sogar exakt die gleiche Frisur, und die Brillen
sind auch die gleichen. Was soll das, frage ich mich!?
Ganz populär sind ja auch immer wieder diese Familienfotos,
darauf tragen alle Familienmitglieder Jeans weisse Shirts/Blusen
und sind Barfuß. Der Hund wird mit viel Glück ausgespart,
ach was, wenn er nicht zufällig weiss ist, kommt er erst gar nicht
mit auf´s Bild, oder wird einfach mal weiss eingefärbt.
Es ist echt herrlich. Egal welche Wohnung Du betrittst,
überall erwarten Dich diese Bilder, natürlich grundsätzlich auf
dem gleichen Sofa/Tagesbett mit der unauffälligen Hintergrundtapete,
die mit ihrer Unruhe gleich noch die gestellte Harmonie der Gleichheit
auf den Bildern hervorhebt, und verdammt nochmal bitte Lächeln,
aber nicht lachen, das wirkt nicht auf dieser Art von Bildern!
Zu Beginn ist es ja wirklich noch ganz nett,
und ich dachte mir so, okay, die finden das wohl schön.
Aber mittlerweile find ich es doch ein wenig gruselig,
in jeder Wohnung die gleichen Bilder zu finden,
zum Glück sind die meisten Gesichter noch chirurgisch
unbearbeitet, aber das kann ja noch kommen.
Also, was ist denn das für ein Phänomen?
Ausgehend von Outdoorbekleidung und Treckingsandalen,
Brillen und ach, beinah hätte ich die Rucksäcke vergessen,
und die Alu Trinkflaschen, die natürlich bei jeder Wanderung
dabei sind (und bei den Shopping - Wanderungen im
Einkaufszentrum, wo die Steigungen und Bodenunebenheiten bekanntlich am
massivsten auftreten, auch nicht fehlen).
Äusserlich macht mich das ja schon einmal zu einem symbiotischen Zwilling
meines Partners ... puh, schon wieder bekomme ich so `ne Gruselgänsehaut,
vielleicht soll es auch Zusammengehörigkeitsgefühl präsentieren,
machen diese Firmen schliesslich auch so, auf ihren Werbefotos,
gleiche Jacke, gleiche Familie.
Weiter geht´s mit den Bildern. Die hat dann ja jeder, dem es wichtig ist
auch einmal. Manche kommen spätestens wieder, wenn rote T- Shirts auf
weisse Hosen treffen und der Hintergrund gewechselt wird,
sonst bleibt aber alles gleich, vielleicht dürfen die Haare auch diesmal
anders frisiert sein, schliesslich will man ja im Einklang nicht immer gleich
aussehen.
Mit gar nicht so viel Fantasie erinnert mich das an eine Uniform.
Ein Merkmal, ein Kennzeichen und was mich daran am meisten
wundert ist ehrlich gesagt die Tatsache, dass es sich immer auch um die
Wohnzimmer der Menschen handelt, die am lautesten nach Individualität
rufen, die sich abheben wollen von der Masse, der Menschen
die instrumentalisierbar sind.
Ob die sich wohl auch wundern, wenn sie die  Wohnzimmer
ihrer Freunde betreten und dort die gleichen Bilder vorfinden?

Oder ist es vielleicht auch genau das? Sehen sie etwas an den Wänden
ihrer Freunde, in diversen Katalogen, dass ihnen etwas zeigt,
was sie auch gern hätten, oder besser noch wären?
Wünschen sie sich vielleicht fühlen zu können, was diese Bilder ihnen
vormachen?

Kommt denn nicht dieses Gefühl gegebenenfalls von Innen
und ist es nicht großartig, dass wir es empfinden dürfen?

Vielleicht habt ihr eine Idee?


HERZlich ~ Daniela








Sonntag, 16. August 2015

~ Nicht jeder kann Dein Freund SEIn ~

Weil´s gerade mal wieder so herrlich wuppt oder anders ausgedrückt
die Wellen sich gerade besonders leicht tanzen,
mag ich Euch kurz teilhaben lassen, an einer Begegnung
mit einem Menschen, dem ich seit 22 Jahren
immer wieder neu begegne und mich sehr oft
frage, ob es vielleicht genau das ist, was
diese innige Freundschaft von den anderen unterscheidet.
Wann immer wir uns begegnen und das geschieht regelmäßig unregelmäßig,
mal häufiger, mal weniger oft. Es gab in all den Jahren Phasen,
in denen wir unzertrennlich erschienen und es gab Phasen,
in denen wir unsere eigenen Wege gingen mit anderen Menschen,
für eine Weile und immer in Kontakt mit der Freundin,
mal abgesehen von den wenigen dramatischen und letztlich
urkomischen kontaktfreien Phasen nach den irrsinnigsten
Streitereien in unserer Jugend.
Es gibt wahrscheinlich keinen Menschen auf dieser Welt,
der mich besser kennt und mehr von mir weiss
als meine Freundin, und es gibt vor allem keinen Menschen,
bei dem ich all das was mich bewegt, verwirrt, betrübt,
erfreut, zu Boden wirft, abheben lässt besser aufgehoben
weiss, als bei meiner Freundin.
Wir haben gemeinsam so ziemlich alles durch, was man sich
vorstellen kann, angefangen von der ersten großen Liebe,
über tiefste menschliche Enttäuschungen, Lebensbrüche,
Grenzerfahrungen, wir haben die schönsten Feste miteinander gefeiert,
die komischsten Erlebnisse miteinander geteilt,
gelacht, gezittert und gebebt vor Angst, weil wir uns mal wieder
in eine dieser unüberblickbaren Situationen gebracht hatten
und wenn die eine zu fallen drohte, fing die andere sie auf.
Wir haben uns nicht immer mit den gleichen und oft
mit den falschen Menschen umgeben, um am Ende festzustellen,
dass wir dennoch ähnliche Erfahrungen gemacht haben
und zu wissen, letztlich zählt, wer auch dann da ist,
wenn wirklich gar nichts mehr geht, wer sich aus tiefstem Herzen
mit Dir freuen kann, wenn Du Deine Ziele erreichst,
das Leben Dich reich beschenkt.
Deinen Schmerz teilt und einfach da ist,
ohne zu fragen, im Notfall Dir einfach mal liebevoll
in den Hintern tritt und Dir die Wahrheit sagt,
schonungslos, wenn´s drauf ankommt.
Zurück zu den Begegnungen. Manches ändert sich nie,
in dieser Freundschaft, so ist es heute, wenn wir mit
unseren Kindern unterwegs sind immer noch erstaunlich
und unfassbar lustig, wie Menschen uns sehr offensichtlich
fragend  anschauen, weil sie nicht zusammenbringen,
wie wir 2 in all unserer Unterschiedlichkeit so harmonisch
miteinander sind.
In jeder Begegnung ist so viel Vertrautheit
und doch immer auch eine Seite, die wir noch nicht kannten
voneinander.
Meine Kinder lieben meine Freundin und ich kann mir
sicher sein, dass sie in ihr immer einen Menschen an ihrer
Seite haben, der sie begleitet und jenseits
aller gängigen Normen sie darin bestärkt sich selbst zu leben
und ihren eigenen Weg zu gehen.

Von allen Geschenken meines Lebens,
ist mir meine Freundin eines der wertvollsten.

"Puh, an einer solchen Freundschaft muss man aber sicher viel
arbeiten?" Fragen dieser Art werden uns häufig gestellt,
und ehrlich gesagt bin ich immer etwas erstaunt über solche
Fragestellungen, denn letztlich ist jede beständige zwischenmenschliche
Beziehung ein gemeinsames Werden, ein Prozess, den kann man
als "Arbeit" bezeichnen, nur hat sich mir persönlich diese Frage nie
gestellt.

Ich habe mich entschieden Freundin zu sein,
ich hatte das Glück auf einen Menschen zu treffen,
der sich ebenfalls entschieden hat, meine Freundin zu sein.
Diese Entscheidung treffen wir immer wieder neu
und in den vielen Jahren, besonders auch in den
kritischen Augenblicken, in denen ich die Wege
meiner Freundin nicht so gut nachvollziehen konnte,
entschied ich mich dazu ihre Freundin zu sein,
in dem tiefen Vertrauen, dass unsere Freundschaft
auch diese Phasen überdauert und daran wächst
und genau so war es.
Wir sind freie Menschen, jeder von uns,
und wir sind verschieden.
Wir können einander mit unserer Andersartigkeit bereichern,
wie häüfig schon, war es eben genau dieser völlig andere Blickwinkel
meiner Freundin, der mir Auswege eröffnet hat, die ich allein
nicht gefunden habe.

Diese Freundschaft lebt auch von ihrem Feingefühl,
von einem guten Gespür für Nähe und Distanz
und vor allem von Mut.
Mut zur Wahrheit, Mut zu vertrauen, Mut sich
auf einen Menschen einzulassen und Mut
loszulassen.

Sie lebt von einem aktiven Austausch,
von anregenden und manchmal zutiefst energischen
Diskussionen und davon etwas einfach mal so stehen
zu lassen.

Ich muss meine Freundin nicht immer verstehen, sie versteht mich
auch nicht immer und wir beide gehen sehr offen damit um,
so lassen wir uns gegenseitig den Weg gehen, der uns richtig erscheint
und treffen uns erstaunlich häufig am selben Ziel.

Wir folgen unserer FREUDE und genau auf diesem
Weg begegnen wir uns immer wieder!

Danke!


HERZlich ~ Daniela














Samstag, 15. August 2015

~ LebensFREUDE oder K(r)ampf? ~

Ist es nicht immer wieder herrlich wie leicht wir uns selbst auf den Leim gehen?
Da fühlen wir uns so unfassbar erhaben und denken wir haben den Durchblick,
und schwupps* passiert eine Kleinigkeit und rückt uns gleich mal wieder
zurecht. Herrlich wie schnell das gehen kann und noch interessanter
finde ich, wie wir damit umgehen.
Ob wir beginnen an uns zu zweifeln, die Verantwortung für das
Geschehnis großzügig an andere verteilen,
oder ob wir einfach mal demütig erkennen,
dass Hochmut halt auch mal schnell zu Fall bringen kann.
Was ist falsch daran sich hin und wieder mal selbst zu überschätzen,
einen Weg zu wagen, der am Ende nicht zum gewünschten Ergebnis führt.
Nichts ist falsch daran, solange wir die Verantwortung dafür übernehmen
und nicht beginnen großzügig Schuldkarten zu verteilen
oder in Selbstmitleid zu verfallen, zumindest nicht über einen
längeren Zeitraum hinweg.
Ist dieses Leben nicht ein grandioser Ort für Abenteuer?
Ein herrlicher Platz um zu lernen, an und mit Menschen?
Mal wieder kommt hier die Freude ins Spiel,
in mein Spiel. Das muss nicht zwingend für jeden Menschen
so sein, man kann auch verbissen irgendwas anderem hinterherhecheln
und es soll ja auch Menschen geben, die es generell nicht so
haben mit der Freude am Leben.
Glücklicherweise bin ich nicht gezwungen mich näher mit solchen
Menschen zu befassen, als es mir gut tut.
"Du hast gut reden, aber wenn das Schicksal Dich mal so richtig trifft,
wirst Du schon sehen, dass das gar nicht so leicht ist."
Wann eigentlich trifft das Schicksal mich richtig?
Genauer, was wäre für Dich ein solcher Schicksalsschlag,
der eine solche Aussage meinerseits in Deinem Ermessen
legitimieren würde?
Ich kenne übrigens keinen einzigen Menschen,
den das Schicksal nicht schon einmal geschlagen hätte,
wie sich das genau angefühlt hat, für einen Menschen,
das kann ich bestenfalls erahnen.
Nichtsdestotrotz geht das Leben weiter, es steht nicht still,
weder für uns, noch für irgendjemand sonst und wir allein
entscheiden ob wir uns ihm ergeben, uns ausliefern,
oder ob wir nach einer Regenerationsphase beginnen
wieder die schönen Augenblicke wahrzunehmen,
unserer Freude zu folgen, was auch immer das
für jeden einzelnen bedeuten mag.
Das Leben ist eben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen,
aber ich werde solche Augenblicke erleben, ebenso die
nicht friedlichen, die ohne Freude und jeden Tag Eierkuchen
würde mich extrem langweilen.
Wie wär´s also, wenn wir uns unser Menü selbst zusammenstellen,
anstatt ewig zu warten, was uns da vorgesetzt wird.
Gut wenn´s gelingt und wenn nicht, dann haben wir´s vergeigt,
und werden es wieder versuchen, ein wenig abändern und
von Zeit zu Zeit mal das Menü komplett wechseln.
Mir ist mein Leben einfach zu kostbar um mich ewig
an Dingen aufzuhalten, die ich nicht ändern kann.
Da ändere ich lieber meine eigene Rezeptur,
als darauf zu warten, dass eine Veränderung vom Himmel
fällt, die mir das Leben, die Liebe, die Freude, den Erfolg oder
was auch immer schenkt, die ich mir für mein Leben wünsche.

"Kann ich das denn nicht auch einfach mal von Menschen erwarten,
dass sie xy für mich tun?"

Klar, kannst Du, nur kannst Du NICHT erwarten, dass es ein bestimmter
Mensch tut, es sei denn Du hast zu viel Zeit, zu viel Energie und
wenig Lust Dein Leben zu gestalten.


HERZlich ~ Daniela




Freitag, 14. August 2015

~ Schulbeginn ~

Die Sommerferien sind vorbei, wie in jedem Jahr gingen sie
auch diesmal viel zu schnell vorbei und bevor ich es noch so
richtig realisieren konnte, saß ich heute morgen in der Kirche
zum Begrüßungsgottesdienst der Schulanfänger.
Ein paar Tränchen wollten vergossen werden,
neben der Freude & dem unbändigen Stolz,
die mich ebenso erfüllten. Nun stand sie da, meine Kleine,
die gar nicht mehr so klein ist und wirklich plötzlich
wie ein Schuldkind aussah, mit ihren riesigen Schulranzen
und der Schultüte. Ein wenig verhalten wirkte sie,
total angespannt und hochkonzentriert.
Wieder einmal wird mir bewusst, wie unterschiedlich meine
Töchter in ihrem Wesen sind. Während die Große
tiefeneentspannt und gänzlich unbeeindruckt von all dem Neuen,
was sie in der Schule erwarten würde war, sich einfach nur freute
und ganz locker auf ihre Klassenkameraden zuging,
fiel es der "Kleinen" ein wenig schwerer: "Ich habe mit niemand geredet,
ich kenne die ja alle gar nicht!" War ihre Antwort, als sie nach
ihrer ersten Schulstunde aus dem Klassenraum kam.
"Dann hast Du ja jetzt ganz viel Zeit Deine Mitschüler
kennen zu lernen."
"Mal sehen, ob ich dazu Lust habe, aber meine Lehrerin ist
total nett, Mama."
Puh, wenigstens etwas, denke ich mir und dass sie sicher
bereits in der nächsten Woche die ersten Kontakte mit
ihren Klassenkameraden geschlossen hat.
Dafür wird ihre Schwester schon sorgen, in den großen Pausen.
"Wie Du hast mit keinem geredet? Sei doch nicht immer so schüchtern,
die sind bestimmt alle ganz nett. Du kannst mir ja morgen
mal zeigen, wer neben Dir sitzt, dann fragen wir sie mal,
ob sie Lust hat mit Dir zu spielen, in der Pause!?"
Schlägt ihre große Schwester vor.
"Aber Du spielst dann nicht mit!" entgegnet die Kleine.
Während ich den beiden so zuhöre überkommt mich
ein großes Glücksgefühl und ich denke mir, wie gut es ist,
dass sie sich haben, wenn auch die Fetzen fliegen oder
sie hin und wieder mal Ruhe brauchen von einander.

Ich liebe sie einfach & wünsche ihnen
dass die Freude am Lernen sie immer begleitet.


HERZlich ~ Daniela



Donnerstag, 13. August 2015

~ Geschichten erzählen mit Hesse ~

Donnerstag ist Hesse Tag ... zumindest dieser Donnerstag! :-)

Hier ein bemerkenswerter Auszug aus Demian:

Um meine Geschichte zu erzählen, muss ich weit vorn anfangen. 
Ich müsste, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurückgehen, 
bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus 
in die Ferne meiner Herkunft zurück.
Die Dichter, wenn sie Romane schreiben, pflegen so zu tun, 

als seien sie Gott und könnten irgendeine Menschengeschichte 
ganz und gar überblicken und begreifen und sie so darstellen, 
wie wenn Gott sie sich selber erzählte, ohne alle Schleier, überall wesentlich.
Das kann ich nicht, so wenig wie die Dichter es können. 

Meine Geschichte aber ist mir wichtiger als irgendeinem Dichter die seinige; 
denn sie ist meine eigene, und sie ist die Geschichte eines Menschen 
- nicht eines erfundenen, eines möglichen, eines idealen 
oder sonstwie nicht vorhandenen, sondern eines wirklichen, 
einmaligen, lebenden Menschen. 
Was das ist, ein wirklich lebender Mensch, das weiß man heute allerdings weniger als jemals, 
und man schießt denn auch die Menschen, deren jeder kostbarer, 
einmaliger Versuch der Natur ist, zu Mengen tot. 
Wären wir nicht noch mehr als einmalige Menschen, 
könnte man jeden von uns wirklich mit einer Flintenkugel 
ganz und gar aus der Welt schaffen, 
so hätte es keinen Sinn mehr Geschichten zu erzählen. 
Jeder Mensch aber ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere, 
in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, 
wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. 
Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, 
darum ist jeder Mensch so lange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, 
wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig. 
In jedem ist der Geist Gestalt geworden, in jedem leidet die Kreatur, 
in jedem wird ein Erlöser gekreuzigt.
Wenige wissen heute, was der Mensch ist. 

Viele fühlen es und sterben darum leichter, wie ich leichter sterben werde, 
wenn ich diese Geschichte fertig geschrieben habe.
Einen Wissenden darf ich mich nicht nennen. 

Ich war ein Suchender und bin es noch, aber ich suche nicht mehr auf den Sternen 
und in den Büchern, ich beginne die Lehren zu hören, die mein Blut in mir rauscht.
Meine Geschichte ist nicht angenehm, sie ist nicht süß und harmonisch 

wie die erfundenen Geschichten, sie schmeckt nach Unsinn und Verwirrung, 
nach Wahnsinn und Traum wie das Leben aller Menschen, 
die sich nicht mehr belügen wollen.
Das Leben jeden Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, 

der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. 
Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; 
jeder strebt dennoch es zu werden, einer dumpf, einer lichter, jeder wie er kann. 
Jeder trägt Reste von seiner Geburt, Schleim und Eischalen einer Urwelt, 
bis zum Ende mit sich hin. 
Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. 
Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. 
Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin. 
Uns allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, 
wir alle kommen aus dem selben Schlunde; aber jeder strebt, 
ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziel zu. 
Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.

~ Hermann Hesse ~

 HERZlich ~ Daniela


Mittwoch, 12. August 2015

~ Happy Beginnings ~

Zunächst einmal möchte ich mich für Euer zahlreiches Teilen meines
gestrigen Blogs bedanken!

Was mich auch schon zu meinem heutigen Thema führt,
nämlich der Frage, ob es wirklich immer die hochglanzpolierten
08/15 Stories sein müssen, die Menschen berühren.
Klar, wir alle wünschen uns ein Happy End,
oder noch besser "happy" ohne Ende.
Wir alle lassen uns immer wieder verleiten, an
etwas finales zu denken, erfreuen uns daran
zu lesen, sehen, hören, dass etwas gut ausgeht.
Dass die Liebenden sich bekommen und glücklich
sind, bis an ihr Lebensende.
In vielen von uns klingen genau diese Sätze nach,
aus den Märchen, die uns erzählt wurden, als wir Kinder waren.
Nur ist das Leben kein Märchen, und unsere Geschichte
schreiben wir selbst. Das Leben will gelebt werden
und manche Geschichte will erzählt werden.
Mich hat schon als Kind immer interessiert, was
wohl aus den Märchenhelden geworden ist,
nachdem sie sich endlich bekommen haben,
wie genau es ausgesehen hat, dieses: "Sie lebten glücklich
bis an ihr Ende!"
Ich meine, sie werden wohl nicht mit `nem Dauergrinsen
im Gesicht ihr Leben im Schloss verbracht haben,
ohne Kontakt zur Aussenwelt, sie werden wohl auch
nachdem sie sich endlich in den Armen lagen
am Leben teilgenommen haben, Schicksalsschläge
erlitten und weiter gewachsen sein, ob persönlich,
oder als Paar. Oder Nicht?
Ich meine so ein dauergrinsiges Schlossdasein,
das wird doch irgendwann auch sicher mal langweilig, oder?
Noch heute frage ich mich nach jedem Happy End im Buch oder Film,
was dann geschieht, wie leben diese Charaktäre weiter,
wie entwickeln sie sich, was bewegt sie, wie
überwinden sie Hürden, wie gehen sie mit Herausforderungen
um und sind sie nach Jahren immer noch happy?
Da, wo diese Geschichten enden, da wird es für mich interessant.
Ja, es ist spannend, wenn, wie und wo Menschen sich begegnen,
welche Wege sie gehen um zueinander zu finden,
aber ehrlich gesagt, lesen wir doch immer nur, was wir selbst
schon erlebt haben, was wir gerne erleben würden und
erliegen ständig auf´s neue der Illusion, dass mit dem Zusammensein
das ewige Glück auf uns warte, wie wir selbst ein solches Glück
gestalten können, wie wir mit den Augenblicken der Liebe
umgehen, wie wir lernen und dass wir es überhaupt tun,
in jeder Partnerschaft, in jeder zwischenmenschlichen Beziehung,
davon erzählen uns diese Geschichten wenig bis nichts.
Woran liegt das wohl?
Wollen wir so etwas nicht lesen, weil es uns daran erinnert,
was wir unter Umständen nicht sehen wollen,
nämlich dass es dieses ewige Glück, als Dauerzustand einfach
nicht gibt? Dass jede zwischenmenschliche Beziehung, ein kommen
und gehen der Augenblicke beinhaltet? Dass wir arbeiten müssen
an uns selbst, an unserem Miteinander?
Ich bin nicht auf dieser Welt, um einem illusionären
Glücksbegriff hinterherzuhecheln, sondern um zu leben,
dieses mir gegebene Leben, um Anteil zu nehmen, an dem
Leben der Menschen, die meinen Weg kreuzen,
ich bin auf dieser Welt um zu lieben,
zu lernen und möglichst viele Facetten wahrzunehmen,
zu erleben. Dieses Leben steht nicht still,
es bewegt sich ständig und damit, ist Glück etwas
flüchtiges, Augenblicke in der Zeit.
Ich lebe mein Leben mit Freude und wenn
mir das einmal nicht gelingt, so versuche ich
Wege zu finden, meiner Freude zu folgen,
durch die Dunkelheit, durch unebene Gebiete und schmerzliche
Prozesse. Hin und wieder fühle ich mich auf diesem Weg
erfüllt von Glück und einen Augenblick später,
ist es schon wieder vorbei, der Weg geht weiter,
das Schicksal schlägt zu, ich begegne einer anderen
Facette und warum um Himmels willen sollte das anders
sein, wenn ich dem Märchenhelden begegne?
Nichts ändert sich an der Bewegung des Lebens,
ausser, dass wir uns nun gemeinsam bewegen,
was an vielen Stellen sicher einiges leichter macht,
uns an anderen Stellen aber auch zusätzlich herausfordern
kann.
Ich interessiere mich für Menschen, für die Wahrheit,
für Liebe und für Lebenskunst.
Das beinhaltet auch, dass ich meine Traumbilder selbst erschaffe,
mein Leben lebe und lerne von den Menschen,
die ihren eigenen Weg gefunden haben und ihn gehen.
Illusionen lieben wir alle,
das Leben mit all seinen Facetten,
Höhen und Tiefen, lieben die wenigsten,
so scheint mir, und wirkliche Freude an diesem Geschenk
geht auch immer mehr verloren, weil das Ziel
immer mit einem Ende in Verbindung steht.
ENDlich GLÜCKlich!
Aber jedes Ende ist auch ein Beginn und das ist SINNvoll !!!


HERZlich ~ Daniela