Dienstag, 11. August 2015

~ Du tust mir gut ~

Manchmal erkennen wir die Bedeutung bestimmter Worte
erst so viel später, als wir sie gehört oder gelesen haben.
So erging es mir mit dem Satz: "Du tust mir so gut."
Ich glaube jeder von uns kennt Situationen in seinem
Leben, in denen er sich einsam fühlt.
Situationen die uns an uns selbst und manchmal
auch der Menschheit zweifeln lassen.
In solch einer Situation treten vielleicht Menschen in unser Leben,
die uns Freude schenken, einfach, weil sie so sind, wie sie sind.
Die uns ein Lächeln und manchmal sogar ein herzliches Lachen
entlocken können, ganz leicht und ungezwungen.
Menschen, denen wir uns anvertrauen, bei denen
wir das Gefühl haben, sie schon immer zu kennen,
dabei sind sie uns erst vor kurzer Zeit begegnet.
Kennt ihr das auch?
Mir sind hin und wieder einmal solche Menschen begegnet,
darunter gab es einen Menschen, einen ganz besonderen
Menschen. Ein Mensch, dessen Sprache ich auf Anhieb
verstand, dessen Stimmfarbe mir ein wohliges Gefühl
vermittelte, dessen Worte mir so tief ins Herz gingen,
dass mir manchmal unvermittelt die Tränen liefen,
ein Mensch, dessen Blick mir durch Mark und Bein
ging, weil ich das Gefühl hatte, er schaut direkt in meine
Seele. Jemand der mit seinem Lächeln mein Eis zum schmelzen
brachte, mit seinem feinfühligen Interesse,
seiner Wertschätzung, seiner Gabe mich in meinem
Wesen zu erfassen, seinem sensiblen Umgang mit
mir und seiner kristallenen Klarheit, seiner
entwaffnenden Direktheit und seiner Art mich zum Lachen
zu bringen, seiner Wahrhaftigkeit, seinem Perfektionismus,
seiner unbändigen Zuversicht und seiner so bereichernden
Perspektive, die mir so viele neue Möglichkeiten
eröffnete.
Ein Mensch, der wie ein Engel so plötzlich wie er erschien
und seinen Platz in meinem Leben, meinem Herzen hatte
wieder verschwand.
Das Leben geht manchmal merkwürdige Wege,
so kam mir heute, mehr als drei Jahre nach seinem Tod
dieser Satz in den Sinn, wann er ihn sagte, wie
er ihn sagte und die Bedeutung dieser Worte in ihrem
vollen Umfang.
Ich bin Stolz & unglaublich dankbar, für dieses tiefe
Vertrauen, das mir durch diesen Menschen geschenkt
wurde und neben all den anderen tiefen Berührungen,
ist es nach all den Tagen, Monaten und Jahren,
die vergangen sind dieser eine Satz, der mir heute
eine tiefe innere Ruhe schenkte: "Du tust mir gut."
Mehr geht wirklich nicht, als dass sich zwei Menschen
begegnen, die einander gut tun.
Sich begegnen und berühren, so wie sie sind,
weil sie sind.

D a n k e  und  `ne energische Welle in den Himmel! ♥


HERZlich ~ Daniela





Sonntag, 9. August 2015

~ Brennende Liebe ~

Brennende Liebe

Und willst du wissen, warum
So sinnend ich manche Zeit,
Mitunter so töricht und dumm,
So unverzeihlich zerstreut,
Willst wissen auch ohne Gnade,
Was denn so Liebes enthält
die heimlich verschlossene Lade,
An die ich mich öfters gestellt?

Zwei Augen hab' ich gesehn,
Wie der Strahl im Gewässer sich bricht,
Und wo zwei Augen nur stehn,
Da denke ich an ihr Licht.
Ja, als du neulich entwandtest
Die Blume vom blühenden Rain
Und »Oculus Christi« sie nanntest,
Da fielen die Augen mir ein.

Auch gibt's einer Stimme Ton,
Tief, zitternd, wie Hornes Hall,
Die tut's mir völlig zum Hohn,
Sie folget mir überall.
Als jüngst im flimmernden Saale
Mich quälte der Geigen Gegell,
Da hört' ich mit einem Male
Die Stimme im Violoncell.

Auch weiß ich eine Gestalt,
So leicht und kräftig zugleich,
Die schreitet vor mir im Wald
Und gleitet über den Teich;
Ja, als ich eben in Sinnen
Sah über des Mondes Aug'
Einen Wolkenstreifen zerrinnen,
Das war ihre Form, wie ein Rauch.

Und höre, höre zuletzt,
Dort liegt, da drinnen im Schrein,
Ein Tuch mit Blute genetzt,
Das legte ich heimlich hinein.
Er ritzte sich nur an der Schneide,
Als Beeren vom Strauch er mir hieb,
Nun hab' ich sie alle beide,
Sein Blut und meine brennende Lieb'.

~ Annette von Droste-Hülshoff ~


Samstag, 8. August 2015

~ Freundschaft kennt kein Alter ~

Lieber Freund,

ich nenne Dich meinen Freund, weil es mir eine große Freude ist,
Dir begegnet zu sein. Manche Menschen glauben, Erwachsene
und Kinder könnten nicht befreundet sein.
Ich weiss aber, dass es sehr wohl solche Freundschaften gibt.
Als ich selbst noch ein kleines Mädchen war, hatte ich
eine Freundin, die schon uralt war, zumindest haben das alle gesagt,
mir war das damals gar nicht aufgefallen. Klar, meine
Freundin hatte weisse Haare und wild mit mir durch die Gegend
hüpfen konnte sie auch nicht mehr, aber sie konnte die tollsten
Geschichten erzählen und wann immer ich mal traurig war,
weil ich meine Eltern so gar nicht verstehen konnte,
erzählte sie mir eine dieser Geschichten und irgendwie
passten die Geschichten immer so gut zu der jeweiligen
Situation, dass ich mich hinterher nicht mehr so traurig
fühlte, ganz im Gegenteil, manchmal verstand ich die Erwachsenen
sogar ein bisschen.
Manche Dinge, die die Erwachsenen tun, verstand ich allerdings
nicht, dass sie Kriege führen zum Beispiel, dass sie Kinder zwangen
Dinge zu tun, die sie nicht tun wollten, dass manche ständig schimpften
und am schlimmsten fand ich, dass sie einfach nicht zuhören wollten.
Immerzu waren sie mit sich selbst beschäftigt, oder mit dem Leben
anderer Menschen.
Ich verrate Dir, lieber Freund, dass ich das alles heute immer noch nicht
verstehe, obwohl ich Erwachsen bin und mittlerweile eigene Kinder habe.
Manchmal erwische ich mich sogar dabei, dass ich Dinge sage,
die solche Erwachsenen früher einmal gesagt haben und dann trete ich
mir selbst auf den Fuß, oder ich kneife mich kurz um mich zu fragen,
wie das passieren konnte, oder ob ich vielleicht meine Meinung geändert habe.
Weisst Du, manchmal haben Erwachsene sehr viel Angst und sagen
und tun deshalb Dinge, die Kinder nicht verstehen können,
weil sie viel mutiger sind.
Was Erwachsene meines Erachtens aber niemals tun dürfen,
ist Kindern weh zu tun, ihnen das Gefühl zu geben auf dieser Welt,
in ihrer Welt nicht erwünscht zu sein und NIEMALS unter keinen
Umständen, dürfen erwachsene Menschen Kinder als Waffen benutzen
und schon gar nicht, gegen einen Menschen, den diese Kinder auch lieben.
Es ist manchmal echt zum Mäuse melken mit diesen Erwachsenen,
weil sie nie richtig zuhören, können sie eben auch nie verstehen,
wie Kinder sich dann fühlen. Da könnte man wirklich
besser einem Ausserirdischen erklären, wie die Farbe blau schmeckt,
als manchen Erwachsenen zu erklären wie man sich fühlt.
Ich erinnere mich daran, dass Erwachsene zum Beispiel
immer sagen, Kinder sollen aufhören zu weinen,
ich habe mal darüber nachgedacht als ich klein war,
da habe ich nämlich mal am Wasser gespielt und mich an einer Scherbe
verletzt, mein Fuß blutete wie verrückt, es tat gar nicht weh,
aber das viele Blut machte mir Angst und ein wenig schwindelig wurde
mir auch. Ich habe ganz doll geweint, besonders, weil meine Mama
gerade nicht in der Nähe war und ich in einem Krankenwagen
ins Krankenhaus transportiert werden sollte.
Der Notarzt sagte dann ich solle aufhören zu weinen.
Da vergass ich das Blut und auch zu weinen, und wurde furchtbar
wütend, wusste der denn nicht, dass man weinen muss,
wenn einem etwas sehr weh tut und die Mama noch nicht da war?
Hatte der eine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn man Angst
hatte in einer fremden Stadt in ein Krankenhaus zu müssen
und sich Sorgen machte, ob die Mama das auch finden würde.
So ein blöder Notarzt. Niemals wollte ich als Erwachsene
etwas so dummes sagen.
Zum Glück kam dann meine Mama ganz schnell noch rechtzeitig
um mit mir im Krankenwagen zu fahren.
Als Kind fühlt man sich nämlich nur sicher,
in der Gegenwart von Menschen, die einen lieben,
und wer einen liebt, spürt ein Kind ganz genau.
Es gab da so eine nervige Frau, eine Freundin meiner
Mutter, die hat mich als Kind immer mit ihrem ekligen
orangenen Lippenstift geküsst, und mich Süße, Herzchen
und Mausi genannt, puh, das war vielleicht eine Tortur,
ich hatte die nämlich gar nicht lieb und ich wollte der auch
nicht glauben, dass sie mich lieb hat, dann hätte sie nämlich
gehört, dass ich ihr gesagt habe: ICH WILL DAS NICHT!
Kinder müssen sich nämlich von Erwachsenen nicht alles
gefallen lassen und Kinder dürfen auch entscheiden
von wem sie geküsst werden wollen,
wen sie in ihrer Nähe haben wollen und wen nicht.
Das alles fiel mir heute wieder ein, als ich an Dich dachte,
an die Situation in der Du Dich gerade befindest und
dafür möchte ich Dir danken, mein Freund.
Auch und besonders für Dein Vertrauen und
dafür, dass Du mir die Zwickmühle erklärt hast,
die - und da kannst Du Dir ganz sicher sein -
jedes Kind erlebt, das mit Erwachsenen zu tun hat.
Du bist ein großartiger FREUND!
Ich wünsche Dir von Herzen alles Beste und
vor allem L I E B E ohne Ende, für Deinen Weg.

HERZlich ~ Daniela 





Freitag, 7. August 2015

~ "Namaste", "Aloha" und Tschüss! ~

Ich kann sie einfach nicht mehr hören/lesen,
die Glücksboten, Liebesbekunder, die fern ab von allem
was in dieser Welt gerade geschieht, ihre (v)erleuchteten
Patentrezepte und so simpel erscheinenden Weltverbesserungsvorschläge
überall dort kundtun, wo Menschen sich finden lassen,
die sich mit ihren Weichspülbeweihräucherungen besänftigen
und beruhigen lassen, das eigenständige Denken gleich ganz sein lassen,
um jedem, der etwas anders sieht oder gar hinterfragt gleich
Moralpredigten um die Ohren zu hauen, ich will nicht mehr
belehrt werden über Bewertungsfreiheit, die gibt es nämlich nicht,
in dem Augenblick in dem diese Menschen mir weismachen
wollen, ihre Anschauung sei die einzig richtige, bewerten sie ja bereits.
Mir stellen sich mittlerweile in Seminaren die Nackenhaare auf,
wenn ich von jedem Teilnehmer alle 2 Minuten so etwas wie "Namaste" höre.
Ganz dicht gefolgt von der "Aloha" Invasion.
Nicht, dass mich die tiefe Bedeutung dieser Worte 
nicht berühren würde, nur ist es wahrlich interessant, welche Antworten ich so erhalte,
wenn ich die Menschen, die es ständig verwenden nach der Bedeutung und vor
allem ihrer eigenen Notwendigkeit frage, diese Worte ständig zu verwenden.
Meines Erachtens geht die Bedeutung bei dieser Art der Verwendung
unter und aus einem tiefen Gefühlsausdruck der Kulturkreise,
die, die Bedeutung dieser Worte tatsächlich leben wird plötzlich eine Floskel,
die gleich auch mal als Erkennungszeichen für "echte" Spiritualität
benutzt wird, die bei genauerem hinsehen gar nicht spürbar sein kann,
weil die Bedeutung des Wortes nicht einmal erfasst wird.
Es scheint sich da um ein ähnliches Phänomen zu handeln,
wie bei der Fremdwort - und Fachbegriff Verwendung Pseudo - Intellektueller,
die scheinbar diese Art der Kommunikation brauchen, um einer Gruppe
zugehörig zu sein, der sie sich nicht einmal angehörig fühlen,
denn wozu sonst, wäre es nötig mit Fremdworten um sich zu werfen,
die nicht nur aneinandergereit keinen Sinn ergeben, sondern teilweise
völlig deplatziert sind. Ich frage dann immer gern mal nach, wenn ich
mir der Bedeutung des Gehörten nicht sicher bin, und erhalte darauf folgende
Antworten: "Du kennst das Wort nicht? Das kann ich Dir aber auch nicht erklären."
"Das heisst folgendes: ... " und die Aussage ist komplett falsch.

Die erste Antwort allein find ich schon: HÄ?
Du benutzt ein Wort dessen Bedeutung Du nicht erklären kannst???

Und die Zweite Alternative wird mir vielleicht auch immer
ein großes Rätsel bleiben, denn wozu benutze ich Fremdworte,
wenn ich nicht weiss, was sie bedeuten und gehe damit auch
noch das Risiko ein mich komplett zum Affen zu machen,
weil ich möglicherweise mit Menschen zu tun habe,
die diese Worte kennen oder tatsächlich aus eigenem Interesse
und Lernwillen nachschlagen, beziehungsweise googlen, was
es bedeutet ... so etwas soll´s ja auch geben! ;-) 

Mir sind in meinem Leben einige kluge Menschen begegnet,
aber niemand von diesen Menschen, hat sich jemals
so verklärend ausgedrückt, wozu auch?
Sind es nicht häufig gerade diese Menschen, die Freude daran
haben anderen Menschen Sachverhalte zu verdeutlichen?

So kurz nach meiner Auszeit, fällt mir dieser Schein - Wahnsinn
gleich mal wieder in voller Intensität ins Auge und Gehör
und die Frage nach dem Sinn dessen, und was Menschen bereit
sind zu tun, um sich einer Gruppe, einem anderen Menschen
und damit ja auch sich selbst und der Welt zugehörig zu
fühlen, das finde ich tatsächlich alarmierend.
Besonders auch im Kontext zu den neuerlichen Ereignissen
rund um das Flüchtlingsthema und die vermeintliche Zugehörigkeit
zu Gruppen, die sich genau das, nämlich das "unbedingte dazugehören
wollen" manipulativ zu Nutze machen um damit ihren eigenen
Selbsthass, ihr Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren
um Macht auszuüben.

Was das mit "Namaste" und "Aloha" zu tun hat?
Da könnte "man" mal drüber nachdenken, wenn man will & kann!


Danke an Dich, Christina, für die echt bewegende Fragestellung zum Thema!


HERZlich ~ Daniela







Donnerstag, 6. August 2015

~ Leicht beWEGt ~

Kaum aus dem Urlaub zurück sind wie auch schon mit den
Vorereitungen zur bevorstehenden Einschulung beschäftigt.
Die Aufregung beim Schulkind wächst von Tag zu Tag
und nachdem nun die Materialliste so gut wie abgearbeitet ist,
das Kind wunschgemäß festlich eingekleidet ist,
der Schulranzen gepackt ist und die Ferien sich langsam
dem Ende zu neigen, die Spannung steigt,
schiessen mir wieder einmal Veränderungsgedanken durch
den Kopf. Mir war es wichtig so lange wie es uns allen
gut tut so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern zu verbringen,
so ist es immer noch und doch bemerke ich,
wie sich so langsam der Wunsch einstellt wieder ein wenig
mehr Zeit für mich und meine Ziele zu haben.
Toll ist es, wenn sich das irgendwie mit meinem Wunsch,
bei meinen Kindern zu sein vereinbaren lässt.
Ich schreibe, das passt ganz gut und doch würde ich so langsam
auch gern meine Beratertätigkeit ein wenig mehr ausbauen,
an Ideen hapert es da nicht, aber noch an den Umsetzungsmöglichkeiten.
Nun habe ich mir vorgenommen, bis zu den Herbstferien ein Konzept
zu entwickeln, wie sich das alles am Besten miteinander vereinbaren
lässt.
Ich freue mich drauf und darüber,
dass sich in den letzten Tagen spontan so viele schöne Augenblicke
ergaben, mit Menschen, die ich sehr lange nicht gesehen hatte,
oder einfach weil es sich plötzlich so ergeben hat.
Das Leben ist soooo schön, dieser Gedanke ging mir in den
vergangenen Tagen so häufig durch den Kopf und dass es einfach
Zeiten gibt, in denen alles so leicht geschieht,
so unkompliziert und so bereichernd für alle Beteiligten.
Ich weiss, dass es auch wieder mal andere Tage geben
wird und auch das ist gut so, im Augenblick genieße ich
diese Leichtigkeit allerdings sehr und werde mich selbt
immer wieder mal daran erinnern, wie es auch sein kann
und wie ich bin, wenn es eben so ist wie JETZT!

 HERZlich ~ Daniela



Mittwoch, 5. August 2015

~ Lösen oder warten? ~

Seit einiger Zeit schon kommt mir ja immer wieder mal in den Sinn,
dass das mit dem los lassen von ganz allein geschieht, wenn wir einfach
nicht mehr krampfhaft festhalten und dazu gehört auch uns nicht
ständig auf den Gedanken, das Gefühl, die Sache, den Menschen zu fokussieren,
welchen wir loslassen wollen, denn so halte ich ihn ja doch wieder nur fest.
Zunächst kann ich für Augenblicke die Blickrichtung wechseln,
ich kann etwas anderes tun, der Gedanke oder was auch immer es ist
von dem ich mich lösen möchte, verschwindet für eine Weile,
bis er sich mir wieder zeigt, ich ihn erneut kurz ansehen kann,
und möglicherweise eine Veränderung bemerke in meinem Empfinden,
dann kann ich mich wieder lösen von diesem Gedanken oder
mich einmal fragen, was es mir so schwer macht, ihn loszulassen.
Häufig stelle ich dann fest, dass das was ich da aktiv loslassen,
von mir entfernen möchte, ein Teil von mir ist, oder es geworden
ist, damit meine ich zum Beispiel diese unliebsamen Gewohnheiten,
die sich langsam einschleichen. Diese loszulassen ist prinzipiell
ganz einfach, denn letztlich müssen wir sie nur sein lassen,
also etwas nicht mehr tun und stattdessen etwas anderes tun,
etwas das uns lieb ist, uns Freude bereitet, mit ein wenig Disziplin
und Durchhaltevermögen ist das machbar.
Was aber, wenn wir Menschen loslassen wollen,
Menschen die wir einmal sehr gern hatten, die uns im Laufe der Zeit
aber immer fremder werden, die uns einfach nicht mehr gut tun?
Da so höre ich immer wieder, sei das Loslassen ein Prozess.
Aber habe ich diese Menschen nicht bereits losgelassen,
wenn ich spüre, dass sie mir nicht mehr gut tun? Wenn ich
darüber nachdenke, wie ich sie loslassen, mich von ihnen trennen kann?
Und woran halte ich dann in Wahrheit fest? An den Erinnerungen,
den "alten Zeiten", an dem Menschen, der er einmal war,
oder vielleicht auch, der ich einmal war?
Wenn wir losgelassen werden, aber immer weiter festhalten,
an dem Menschen, bei dem wir spüren, dass er sich bereits von uns gelöst hat,
aber immer wieder verkünden, dass wir uns nur wünschen loslassen zu können,
dann haben wir uns doch bereits gelöst. Wir halten nur ständig das Gefühl
fest es eben nicht zu können, wir klammern uns an etwas, das längst
gelöst ist, aus Angst, dass es uns fehlen könnte, was ja auch durchaus sein kann
uns aber in keinster Weise vor Verlusten schützt. Demnach gibt es auch hier
für mich einen Weg, der durch den Schmerz führt.
Wir können in diesem Leben keine Schmerzen verhindern,
wir können auch nicht jedem Schmerz aus dem Weg gehen,
denn selbst oder besonders dann, wenn wir uns isolieren,
von Menschen, wenn wir unsere Gefühle betäuben,
wenn wir alle Hindernisse weiträumig umgehen und wenn
wir Schutzmauern bauen, wir werden dem Schmerz nicht entkommen,
ebensowenig dem Verlust oder dem Tod,
was wir aber in jedem Fall tun, ist uns dem Leben entziehen,
Loslassen geschieht von Selbst, wenn wir es wirklich wollen
und erkennen, was uns gegebenenfalls daran hindert.
Gar nicht so selten werden wir vielleicht dann sehen,
dass ein Prozess lange abgeschlossen ist, wenn wir gerade beginnen,
zu erkennen, dass uns eine Veränderung nötig erscheint.
Wenn ich zum Beispiel bemerke, dass ich in einer Situation
nicht mehr glücklich bin, ich mir vorgenommen habe,
dass ich meiner Freude folge, wenn ich nun weitergehen
müsste und vor mir ein hoher Berg steht, den ich ersteigen müsste
um auf meine Sonnenseite zu gelangen, wenn hinter mit aber die Situation liegt,
die mich unglücklich macht, lass ich sie dann los und überquere den Berg,
obwohl ich nicht genau weiss, ob ich die Sonnenseite jemals erreiche,
oder gehe ich zurück in eine Situation, die mich unglücklich macht und
warte darauf, dass der Berg sich in Luft auflöst?

Was meint ihr?


HERZlich ~ Daniela 



Dienstag, 4. August 2015

~ MeeresGedanken ~

Es gibt wirklich viele Orte, die ich mag, an denen ich mich wohl fühle
und wo ich gerne bin, aber nirgends fühle ich mich so gut und so frei
wie am Meer. Nirgends gelingt es mir mich so intensiv zu spüren
und Klarheit in meine Gedanken zu bringen.
So komme ich auch diesmal mit neuer Kraft zurück.
Es waren nur ein paar Tage, mit den Menschen, die ich so sehr liebe,
und die die Faszination des Meeres, die untergehende Sonne,
die wilden Wellen geniessen und teilen, die mir ein weiteres mal
gezeigt haben wie wichtig diese Auszeiten sind,
woher ich die meiste Kraft schöpfe und wie sich
mit jeder einzelnen Welle, die kommt und sich wieder ins Meer
zurück zieht, Oberflächen verändern, Tiefen sichtbar werden
und der natürliche Lauf der Dinge sichtbar wird.
Wir kamen an, bei rauhem Seegang, es stürmte und die Wellen
wüteten, der Sand peitschte uns um die Beine und beim
Blick auf´s Meer spürte ich gleich wieder diese Freiheit.
Es gibt wirklich nichts schöneres für mich auf dieser Welt,
als in endlose Horizonte zu blicken, dabei dem Rauschen
der Wellen zu lauschen, das mal wilder und mal ganz ruhig
in regelmäßiger weise in mein Ohr dringt.
Auf das Meer zu schauen, welches scheinbar nahtlos
in den Himmel übergeht.
Dabei zuzusehen, wie der Himmel vor mir sich nacheinander,
goldgelb, orange und schliesslich glühend rot verfärbt,
während die Sonne langsam im Meer versinkt.
Ich wende meinen Blick in die andere Richtung und
zwischen zwei Strandlokalen funkelt der volle Mond,
zum Aufgang bereit.
Ich bleibe noch eine Weile dort sitzen, auf einem Sandhügel mit dem
Blick auf´s Meer gerichtet, das etwas später den Mond spiegelt
und in einen Himmel schauend, der mir seine Sterne in vollster Pracht
präsentiert.
"Mama, ist das nicht ein großes Wunder?"
"Ja, das ist es und wir sind ein kleiner Teil davon."

Bewusst wird mir in diesem Augenblick in aller Deutlichkeit,
ich liebe dieses Leben und bin so unfassbar dankbar für
all diese "Zauberaugenblicke" und dafür dass ich mir den Blick
bewahren konnte, oder ihn immer wieder neu öffnen kann,
für diese Momente, die dieses Leben uns schenkt,
wann immer wir dazu bereit sind, sie wahrzunehmen.
Meinen Kindern bin ich aus tiefstem Herzen dankbar,
dass sie mich immer wieder lehren, was leben wirklich
bedeutet und wie leicht es auch gehen kann, wenn wir
mal für einen kurzen Augenblick einfach das tun was
uns gut tut, was wir wirklich tun wollen und den Mut
dafür aufbringen nicht nur zu träumen, sondern unseren
Traum zu leben, so gut es uns eben gelingt.


D A N K E!!!


HERZlich ~ Daniela