Dienstag, 15. April 2014

~ Stolperworte ~

Manchmal stolpere ich über Worte oder Sätze.
Vielleicht kennt ihr das auch!?
In einer Unterhaltung mit einem Menschen zum Beispiel, wenn er ein Wort ständig
wiederholt.
Ich frage mich dann als erstes, warum ich drüber stolpere,
also ob es etwas mit mir zu tun hat, ob dieses Wort - manchmal sind es auch gleich Sätze -,
die gebetsmühlenartig wiederholt werden,
mir bekannt vorkommen und in mir ein ungutes Gefühl wecken.

Es geht mir auch mit Texten so,
heute zum Beispiel las ich etwas und mir fiel auf,
dass der Verfasser dieser Texte ein Wort so häufig benutzt,
dass es mir tatsächlich regelrecht ins Auge sprang.
Das behindert meinen Lesefluss, also komme ich nicht umhin,
mir Gedanken zu machen.

Für mich entschied ich, dieses Wort mit in die nächsten Tage zu nehmen um zu schauen, was es mit mir macht, ob es möglicherweise etwas für mich zu erkennen gibt, im oder um´s Wort herum!

Spannend find ich auch die Frage, warum man bestimmte Worte in einer so hohen Frequenz verwendet. Ich weiss, ich mach das auch.
Ich habe Lieblingsworte, die ich sehr häufig benutze, weil sie einfach für mich eine wundervolle Energie haben.
Dann gibt es aber auch Worte, bzw. Sätze, die ich völlig unbewusst und dennoch häufig verwende. Oft sind es Worte, deren tiefere Bedeutung für mich selbst, mir in diesem Augenblick gar nicht klar ist.

Schön ist es, so finde ich, wenn mich jemand darauf hinweist,
oder sie mir selbst auffallen.
Manchmal erschliesst sich mir dann recht schnell, in welche Richtung das geht.

Mir erscheint es immer wieder merkwürdig,
wenn Menschen ununterbrochen davon reden,
wie glücklich sie sind, wie verliebt, oder wie frei sie sind.
Damit meine ich nicht wirkliche Gespräche zu den bestimmten Themen,
sondern die wiederholte Unterbrechung eines Gespräches um nochmal kurz einzuwerfen,
wie glücklich man z.B. ist.
Nun hat ja jeder Mensch eine andere Definition von Glück,
dennoch verbindet wahrscheinlich jeder ein eher gutes Gefühl damit und viele Menschen,
die Worte besonders oft wiederholen, fühlen sich einfach nicht danach an.
Es klingt für mich oft so, als wollen sie sich selbst davon überzeugen,
dass sie glücklich sind,
weil sie es sein müssten vielleicht oder weil sie es so wollen.

Auch dieses Gefühl ist mir bekannt, besser als mir lieb sein könnte.
Möglicherweise ist genau das der Grund dafür, dass ich so oft stolpere,
über Worte und ihre Wiederholungen!


Das heutige Wort darf jetzt erst einmal in mir wirken und vielleicht gibt es bald mal einen Beitrag dazu. :-)

UNS allen wünsche ich eine gute Zeit & Aufmerksamkeit für die eigenen Stolperworte! ♥


https://www.youtube.com/watch?v=hR9xwhexJXE
Aber so was in der Art sag ich doch immer!
Nicht, dass ich's nicht so meine,
aber wahrscheinlich hast du recht,
und ich mach alles nur noch schlimmer.

Meine Worte haben ihr Gewicht verloren.
Meine Taten liegen mehr als je zuvor.
Mein Mund hat keinen Plan wovon er spricht ...

~ Maxim "Meine Worte" ~


Sonntag, 13. April 2014

~ Einmal im Leben ~

Einmal im Leben begegnet Dir der Mensch,
der alles bisher dagewesene verändert.
Der Mensch, der mit Dir ganz leicht die tiefsten Tiefen ertaucht
und die schwindelerregendsten Höhen erfliegt.
Der Mensch, der Dich versteht, ohne Worte.
Ein Mensch, der in Dir liest.
Jemand der Dich erkennt, lange bevor es die sonst so üblichen "Erkennungsgespräche" gibt.

Dieser eine Mensch verändert Dein Leben schlagartig,
stellt alles auf den Kopf, eröffnet völlig neue Perspektiven.
Er ist Dir nah und er befreit Dich!
Dieser Mensch lässt Dich wie Du bist und verändert doch so viel mit seiner Art Dich zu lieben. Plötzlich braucht es keine Definitionen mehr,
es braucht keine ständige Nähe und es besteht kein Zweifel.
Du vertraust, bedingungslos, ohne auch nur einen Augenblick darüber nachzudenken.

Es fühlt sich von der ersten Sekunde an, als würdet ihr Euch schon ewig kennen.
Du hast nicht das geringste Interesse daran, diesen Menschen zu "besitzen".
Ihr seid frei & dankbar für eine innere Verbundenheit,
die an Intensität mit nichts vergleichbar wäre,
das sich von Aussen verbinden ließe.

Das alles geschieht ausserhalb von Raum und Zeit,
so erscheint es mir zumindest in der Rückbetrachtung.
Du lebst einfach diese so wertvolle Zeit und freust Dich auf was da noch kommen mag.

Doch was geschieht, wenn dieser Mensch plötzlich aus dem Leben gerissen wird?
Was, wenn ihr noch wenige Stunden zuvor über seine Zukunftspläne, seine Träume,
seinen Neubeginn gesprochen habt?
Was dann?

Genau, Du willst es nicht glauben, Du KANNST es nicht glauben,
weil es so etwas nicht geben darf.
Niemand fragt aber danach.
Es ist einfach so und nun sollst & musst Du weitermachen ... irgendwie.

Wenn Du Glück hast, sind Deine Kinder in einem Alter, in dem sie Dich noch sehr brauchen
oder Du findest schnell zurück ins Leben, weil Du eine Familie & Freunde hast,
die Dich halten.
Denn sonst besteht die große Gefahr, Dich völlig zu verlieren.

Nun bist Du dort, wo Du bist und dieser Ort fühlt sich an, wie ein Zwischenraum.
Ein zwischen Leben & Tod, zwischen Liebe & Hass, zwischen Hoffnung & Verzweiflung,
dieses dazwischen vernebelt Dir Deinen Blick, es nimmt Dir die Luft zum atmen und in schlechten Augenblicken haderst Du mit Gedanken, die mich heute noch erschaudern lassen.

Ich hatte Freunde, die mich gehalten haben,
Menschen, die mir zuhörten, meinen Schmerz aushielten
und einfach da waren und ich hatte meine Kinder.
Darüberhinaus hatte ich etwas, das mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal bewusst war.
Ich hatte den dringenden Wunsch zu leben, die Sehnsucht danach jeden Augenblick wahrzunehmen, die Liebe hatte mich gefunden und sie würde mir meinen Weg weisen.
Sie würde mich erkennen lassen, in welche Richtung ich gehen muss.
Irgendwann, in diesem Wust aus Leben "dazwischen"  und weitermachen von Tag zu Tag
erschloss sich mir, dass ich dankbar sein konnte für all die Augenblicke Liebe,
die ich leben durfte, dass ich großes Glück hatte,
diesem einen Menschen zu begegnen, ihn zu erkennen und sein Geschenk anzunehmen.
Ich durfte lernen, dass Liebe auch bedeutet loszulassen,
Abschied zu nehmen und dennoch an Liebe zu glauben.
Ich lernte, dass jeder Mensch es verdient geliebt zu werden und ich lernte Liebe zu schenken,
weil es mir ein inneres Bedürfnis ist, dieses mir geschenkte Glück weiterzugeben,
es lebendig zu halten, weil LIEBE LEBENdig IST & darüberhinaus uns alle miteinander verbindet.

Zu Beginn schrieb ich, dass man einmal im Leben diesem Menschen begegnet und die Frage, die sich mir stellt ist: "Was kommt danach?"

Ich l(i)ebe weiter und lass es Euch wissen! ♥


“You don't find love, it finds you. It's got a little bit to do with destiny, fate, and what's written in the stars.”

(Anaïs Nin)




Freitag, 11. April 2014

~ Neblig verKOPFt ~

Neblig könnte man antworten, wenn man nach dem Wetter gefragt würde.
Könnte man ... macht man vielleicht und "man" ist mir irgendwie auch immer mysteriös,
aber das wissen die meisten von Euch ja bereits.

Neblig könnte ICH antworten, wenn ich nach meinem Befinden gefragt werde und ich mach´s auch, wenn ich mich eben so fühle.
Nun ist neblig nicht unbedingt eine Aussage, die jeder gleich auf Anhieb versteht,
so schaue ich dann oft in verstörte Gesichter.
Was könnte wohl mit neblig gemeint sein?

Ich fühle mich meistens neblig, am Tag nach einer meiner Migränewellen
und während ich schreibe fällt mir auf, dass die Migräne immer dann kommt,
wenn ich mich verkopft fühle.
Sie kommt nicht mehr so häufig, aber wenn dann richtig.
Zurück zu neblig, ich FÜHLE mich, das alleine ist schon grandios,
ausgehend von der Tatsache, dass mir dies` nicht immer gelang.
Neblig wird´s, wenn mein Gefühl spürt und mein Kopf sich einmischen will.
Grundsätzlich finde ich es ziemlich wünschenswert,
wenn die beiden sich angeregt austauschen und Wege finden
harmonisch miteinander zu agieren.

Neblig ist aber anders.
Im nebligen Zustand herrscht eine richtige Kommunikationsstörung zwischen ihnen.
Da kommt einfach das Gefühl nicht im Kopf an.
Beziehungsweise nimmt der Kopf es wahr und versucht mit aller Macht es nicht allzu sehr einzubinden in seine Aktionen,
demnach wird er zum Erklärbär und das Gefühl versteht nichts mehr.
Wie auch?
Versucht doch der Kopf gerade etwas zu erklären wozu er gar nicht in der Lage ist.

Meistens hat das mit Menschen zu tun, die mir begegnen.
Menschen, die mich berühren, etwas in mir berühren, das ich bis dahin nicht erkennen konnte.
Menschen, die mir Fragen stellen, die mir bis zu diesem Zeitpunkt niemand stellte.
Menschen, die etwas ausdrücken, das ich in mir trage und bisher,
aus den verschiedensten Gründen vergrub.

Dann sagt mein Gefühl mir recht deutlich:
"Hey schau mal, da ist etwas in Dir, das gelebt werden will."
Während mein Kopf sagt:
"Ups, hier ist aber etwas ganz merkwürdig. Da hab´ ich jahrelang daran gearbeitet diesen Teil in Dir zu verstecken und nun willste den wieder an die Oberfläche holen."

So geht das dann erst einmal eine Weile,
bis entweder die Migränewelle mich darauf hinweist,
mal ein wenig Ordnung zu schaffen im Kopfsalat,
oder ich möglicherweise genug habe von vernebelten Zuständen
und mal wieder ein wenig Sonne vertragen könnte.
Auf die reagiert dann auch prompt mein Gefühl und rät mir gern einmal zu schreiben,
denn das hilft mir immer recht gut Gedanken von Gefühlen zu unterscheiden
und für mich zu erkennen, wie die beiden wieder eine harmonische Ebene zu einander finden.
Im Zweifel richte ich mich nach meinem Gefühl,
das birgt die Gefahr einer weiteren Lebenslektion & die haben immer einen Sinn!

übrigens:   

"Wer den Weg nicht kennt, auf dem er zum Meer gelangen kann,
der sollte sich einen Fluss als Begleiter suchen."
 

(Lateinische Lebensweisheit)


Alles LIEBE wünsche ich UNS & eine sonnige Zeit in der Begegnung mit Menschen! :-)









Donnerstag, 10. April 2014

~ Der Himmel schenke mir Geduld und zwar SOFORT! ~

"Sei doch nicht so ungeduldig!"

Kennt ihr diesen Satz?
Mich hat er manchmal bis in meine Träume verfolgt, als Kind.
Einige Tage vor meinem Geburtstag zum Beispiel,
wenn ich mich mal wieder auf eine Reise begab,
mich durch diverse Räume, Kammern und Schränke wühlte,
die auch nur ansatzweise als Versteck für meine Geschenke denkbar gewesen wären.
Irgendwann, wenn man sie nur häufig genug hört,
prägen sich solche Sätze ein und automatisch übernehmen wir diese Eigenschaft,
als einen Teil von uns.
Wir halten uns für (um beim Beispiel zu bleiben) ungeduldig.
Nun ist Ungeduld an sich ja nicht von vorn herein eine schlechte Eigenschaft,
möglicherweise würde diese Ungeduld uns dazu motivieren schnell unsere Ziele zu erreichen.
Schwierig wird´s, wenn wir diese Ungeduld bereits recht früh als eine unerwünschte Eigenschaft erkennen. Dann baut sich Druck auf und immer wenn wir diese "Ungeduld" spüren,
werden wir daran erinnert, dass sie nicht erwünscht ist, ein Widerstand entsteht und wir werden versuchen diese Ungeduld zu unterdrücken, unabhängig davon, ob sie uns nützt oder behindert.
Eine wichtige Ressource wird im Keim erstickt und im schlechtesten Fall abgespaltet.

Jahre später beschrieb ich noch in einem beruflichen Auswahlverfahren die Ungeduld als eine meiner negativen Eigenschaften.  Dennoch war sie als der beschriebene Widerstand für mich in all den Jahren immer spürbar.

Noch einige Zeit später, genau genommen vor einer Woche, hatte ich im Rahmen eines Coachings die Aufgabe Menschen aus meinem näheren Umfeld zu meinen Fähigkeiten zu befragen. So befragte ich eine bunte Mischung von Menschen die mich unterschiedlich lange kennen und mir unterschiedlich Nahe stehen mit einem verblüffenden Ergebnis:
Jeder einzelne von Ihnen empfand GEDULD als eine meiner Stärken, was mich kurzfristig irritierte.

Nachdem ich ein wenig hineinfühlte in die Geduld bzw. Ungeduld,
wurde mir klar, was da so eine Dissonanz erzeugte.
Ich bin beides, ungeduldig mit mir selbst und geduldig mit anderen Menschen,
da wo ich mir selbst Druck mache, gegen den Widerstand der vermeintlichen "Ungeduld" ankämpfe und dennoch oder vielleicht gerade wegen des Widerstandes am liebsten in Lichtgeschwindigkeit durch Entwicklungsphasen rasen würde,
bin ich mit anderen Menschen recht geduldig und gebe ihnen den Raum,
sich in ihrem eigenen Tempo zu bewegen.

Mir kam in den Sinn, dass es mir gut tun könnte, einfach mal zu entschleunigen und zu schauen,
wie es mir mit einem guten Gefühl gelingt, geduldig mit mir selbst zu sein.

Ich übe! :-)

Eine beWEGte Zeit wünsche ich UNS mit Geduld & herzenssonnigen Augenblicken!



"Die Erschaffung einer kleinen Blume ist das Werk von Jahrtausenden."

~ William Blake ~

Montag, 7. April 2014

~ Wert & WortgeFÜHLe ~

Da ich heute eine spannende Begegnung mit dem Thema Werte hatte,
mag ich Euch gern meine Gedanken dazu schildern.
Manchmal erscheint es uns auf den ersten Blick leicht Werte zu benennen,
die wir für wichtig halten, doch ist es häufig so, das Wert eher als Wunsch wahrgenommen wird.
So höre ich oft Aussagen wie: Menschlichkeit, Freiheit, Liebe, Wahrheit, Mitgefühl und frage mich, wie dieser Wert in den persönlichen Ausdruck eines Menschen passt,
denn das ist es, was ich in erster Linie unter Wert verstehe, er ist ein Ausdruck meines Lebens:
Wie lebe ich?
Was ist mir wichtig?
Worauf verzichte ich gegebenenfalls um diesen Wert in mein Leben zu integrieren?
In welcher Reihenfolge sind mir diese Werte wichtig, ist,
 wie ich finde auch eine wichtige Frage um herauszufinden,
was mein Handeln bestimmt und wie.
So erschien es mir bisher nicht ganz leicht mich zu entscheiden,
welcher meiner möglichen Werte in bestimmten Situationen eher mein Handeln bestimmen könnte, so dass es sich für mich wahr anfühlt.
Als ich nun heute meine Werteliste schrieb,
sie hinterfragte und nach einer Weile noch einmal las, stellte ich fest,
dass es oft gar keine entweder oder Frage gegeben hatte,
sondern, dass mir einfach verallgemeinerte Wortdefinitionen zu einem Gefühl die Entscheidung erschwerte.
Denn jeder einzelne Wert, jedes Wort, hat für jeden Menschen eine eigene Bedeutung.
Was für mich Freiheit bedeutet, kann sich für Dich wie ein Gefängnis anfühlen.
Was ich unter Freundschaft verstehe, kann für Dich etwas völlig anderes bedeuten.
Werte sind nichts festes.
Sie sind veränderlich, sowohl in ihrer Form, als auch in ihrer Priorität für uns persönlich.
So hatte für mich bevor ich Mutter wurde, Familie einen anderen Stellenwert als jetzt.
Meine Kinder, so ergibt sich aus meiner heutigen Reflexion stehen an erster Stelle.
Die Karriere, die noch vor 10 Jahren einen der oberen Ränge besetzt hätte,
rutscht auf meiner Werteskala sehr weit nach unten.
Werte wie Liebe, Freundschaft, Wahrhaftigkeit, Freiheit, Austausch
stehen plötzlich ganz weit oben in meiner Skala.
Auch hier haben die Prioritäten sich sehr verschoben.
Sehr wichtig finde ich in diesem Zusammenhang, die eigenen Definitionen zu prüfen:
Welche Bedeutung hat dieser Wert für mich?
Wie ist das Gefühl zum Wort?
Wie gelingt es mir, diesen Wert zu leben?
Was kann ich tun um bestimmte Werte noch mehr in mein Leben zu bringen?

Mir ist heute sehr bewusst geworden, dass es da noch den einen oder anderen Wert gibt,
den ich gerne stärker in mein Leben und damit auch in meinen Ausdruck einfliessen lassen würde.

Ich wünsche UNS eine herrliche Zeit im Tanz mit den beWEGten Wellen des Lebens
& freue mich über Eure Ansichten zum Thema!








Freitag, 14. März 2014

~ Frühlingserwachen ~

Es ist Frühling, die Sonne scheint,
ich werde morgens von fröhlichem Vogelgezwitscher geweckt,
alles riecht neu, schmeckt neu, erwacht aus dem langen Winterschlaf.
Nach den ersten Knospen, die sich an Bäumen und Sträuchern zeigten,
blühen nun die ersten Blumen.
Die Welt wird wieder bunt und ich spüre den Zauber des Anfangs.
Dennoch mischt sich auch eine zarte Melancholie in dieses Erwachen,
so ist die Natur mir gerade auch wieder ein wunderbarer Spiegel für mein Innenleben.
Es geht gerade um die Wahrehmung dessen, was da ist,
dessen was schon immer irgendwie da war und einen ebenso langen Winterschlaf gehalten hat
und darum wahrzunehmen, was hinzu kommt, sich neu enfaltet, zu blühen beginnt.
Es geht darum, zu sein wer ich bin, mir die Erlaubnis zu geben,
all die Gefühle zu leben, die ich spüre, auch und besonders die,
die ich selbst sehr lange als "negative Gefühle" bewertet
und damit lieber in tiefen Schubladen vergraben habe.
"Kannst Du auch wütend sein?" wurde ich einmal gefragt,
und prompt schossen mir Erinnerungen in den Kopf von Augenblicken,
in denen ich sehr wütend war.
Wie viele Jahre ist es wohl her, als ich mir erlaubte,
meine Wut auszuleben, in Worte zu fassen.
Beim Gedanken daran legte sich ein Stein in meinen Magen.
Was war mit meiner Wut passiert,
fragte ich mich und kam zu dem Schluss,
dass ich sie nach langer Zeit des selbst quälens in mir verschlossen hatte
und sich jeder Anflug von Wut, den ich unterdrückte, in Bitterkeit wandelte.
Dabei fiel mir ein, dass Wut in meinem Empfinden eine herrliche Energie hat,
wenn sie in Antrieb verwandelt werden kann, das gelang mir immer recht gut, damals,
vor Urzeiten, als ich mir Wut noch erlaubte.
Ähnlich ging es mir mit vielen anderen Gefühlen, wie Freude, Traurigkeit,
und eigentlich alljenen Gefühlen, die verletzbar, berührbar machen.
Die Alternative, dazu war ein Gefühl der unerträglichen Taubheit,
eine selbstzerstörerische Bitterkeit.
Ich wurde mir fremd, so fremd, dass ich lieber nichts mit mir zu tun gehabt hätte,
wenn ich mir begegnet wäre.
Vor einigen Wochen beschrieb ich in einem Gespräch mit einem sehr aussergewöhnlichen Menschen mein Leben in Phasen, ich lebte diese Phasen, verschiedene Leben und es gab immer einen Augenblick des erwachens, manchmal nach Augenblicken und oft nach Monaten oder Jahren.
In der Erinnerung daran finde ich mich in Situationen wieder, in denen mir bewusst wird,
was ich da tue und immer wieder diese Fragen:
"Was ist passiert? Wie bin ich hierher gekommen und was hat dieses Leben mit mir zu tun?" Meistens war es kein sanftes Erwachen, sondern eher so etwas wie ein Schockmoment, Desillusionierung pur und immer war es der Beginn einer neuen Reise,
einen Schritt näher zu mir.
Wie oft habe ich mich verloren?
Wie oft habe ich mich gefunden?
Wie oft war das, was ich gefunden habe nur ein Bruchteil dessen, was wirklich da ist, in mir?
Ich glaube, was ich wirklich gesucht habe und immer noch irgendwie suche ist die Verbindung,
von all dem was da in mir ist und gelebt werden will.
Sehr langsam und immer sicherer, bekomme ich ein Gefühl zu meiner Ahnung,
dass ich die Verbindung bin.
Dieses zarte Gefühl erinnert mich an den eingangs beschriebenen Frühling.
Ich freue mich aus tiefstem Herzen & bin dankbar immer & immer wieder für diese,
MEINE LEBENSREISE und für alle Menschen, Begegnungen, Begleitungen, die Teil dieser Reise sind, waren und werden.
Ich danke meiner LIEBE, die unabhängig von Menschen, Raum & Zeit,
mir immer ein Wegweiser war, auch und besonders,
wenn ich sie für Augenblicke, Monate, Jahre eingesperrt und betäubt habe.

Danke Euch allen, die ihr hier lest.

Ich wünsche UNS einen herzenssonnigen Frühling und einen achtsamen,
von Liebe geleiteten Weg in einen wunderbaren Sommer! ♥


Moses Pelham - Ich liebe sie

Montag, 17. Februar 2014

~ Wer bin ich und wie viele? ~

Es ist nicht so lange her, da sagte mir ein Mensch in einem Nebensatz:

"Dann hab mehr Bilder von Dir selbst!"

Mir stellte sich natürlich gleich die Frage wie viele Bilder ein Mensch so von sich haben kann und wofür diese Bilder stehen und vor allem wo und wie verbinden sie sich zu einem großen Bild, dem Bild, das wir selbst von uns haben.

Meiner Ansicht nach, gleicht dieses übergeordnete Bild ja eher einem nie endenden Puzzle, es gibt immer noch erweiternde Teile & das ist gut so.

Nun brauchte ich in der letzten Woche Bewerbungsfotos und machte mich also auf den Weg in ein Fotostudio, um sie dort anfertigen zu lassen. Am liebsten mag ich Fotos, die nicht gestellt sind oder wenigstens situationsbedingt in guten Momenten entstehen. An diesem Tag war weder meine Stimmung gut, noch hatte ich Lust mich vor diesem einheitlich blauen Hintergrund fotografieren zu lassen.

Notgedrungen tat ich es dann doch. Die Fotografin war auch wirklich freundlich & locker.
Wir schauten uns dann gemeinsam die Bilder an, und ich wählte die, die mir am besten gefielen (offen gestanden, hätte ich kein einziges nehmen wollen, weil sie alle unecht wirkten).

Dann geschah etwas, das mir wirklich absurd erscheint. Die Dame, gab mir meine Fotos und es kam mir vor, als sei ich maskiert, es war keine Hautunebenheit mehr zu erkennen, geschweige denn Sommersprossen oder auch nur die feinsten Ansätze von Falten, die ja irgendwie jeder Mensch hat. Nachdem ich fragte, wozu das gut sei, antwortete mir die Fotografin tatsächlich: "Arbeitgeber wollen das so."

Arbeitgeber, wollt ihr wirklich maskenhafte Fotoshop - Gesichter, ohne Persönlichkeit und mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen extrem peinlichen Augenblick beim Bewerbungsgespräch hinauslaufend, weil ihr Falten oder Unebenheiten entdeckt, die auf dem Maskenbild fehlen?

Ich mag auch "bearbeitete" Fotos, Fotoeffekte, Fotokunst, jedoch ging es hier doch um ein aussagekräftiges Bild einer Person, oder habe ich da möglicherweise etwas falsch verstanden?

Nach dieser ernüchternden Vorstellung, schaute ich mir mal die Profilbilder meiner Socialmediaprofile an und stellte fest, dass die irgendwie (auch die Effektfotos) mehr mit mir zu tun haben, als dieses Maskenbild und hatte Lust diese Bilder abwechselnd mal bearbeitet und mal unbearbeitet zu posten. Die unterschiedlichsten Reaktionen folgten von den unterschiedlichsten Menschen.

Mein Fazit: Ich bin ich - mit ziemlich vielen Bildern von mir selbst, mal schwarz- weiss überbelichtet, mal bunt, mal sind meine Augen rot, mal ist mir lächelnd zumute, mal nachdenklich, mal ist meine Stimmung grün, dann eher blau, manchmal mag ich mich ungeschminkt und dann wieder mit dunkel geschminkten Augen, Facetten, die eine Fotografie so schön sie auch sein möge, nicht im geringsten einfangen könnte. Das ist auch nicht ihre Aufgabe, bestenfalls ist sie eine gelungene Aufnahme eines Augenblickes in der Zeit, so bin ich dann auch in Frieden mit dem Maskenbild und meine nächsten Bewerbungsbilder entstehen mit der Fotografin meines Vertrauens im freien und ohne Maske. :-) 

Bis dahin fotografiere ich weiter täglich meinen "Himmelsmoment"!


Eine HERZlich beLEBte Zeit wünsche ich UNS, mit einem offenen Blick für die Schönheit des Augenblicks!