Sonntag, 6. Oktober 2013

~ sicher SEIN ~

Sicherheit findet ein jeder Mensch nur in sich selbst und nur dann,
wenn er dieses sicher SEIN wirklich F Ü H L T,
kann er mit anderen Menschen in Sicherheit SEIN.


Diese Worte fühlen sich für mich an wie ein nach Hause kommen,
nach einer sehr langen und nervenaufreibenden Reise.


Danke, Laith al Deen für die inspirierende Fragestellung:


http://www.youtube.com/watch?v=gIAlJ5DX5iw






Freitag, 4. Oktober 2013

~ Spiritualität & Psychologie ~

Spiritualität oder Psychologie


gibt es vielleicht gar kein entweder oder?


Ich denke nach, weil dieses Thema mich umtreibt.
Wenn ich mich umschaue, erkenne ich ewige Ablehnung auf beiden Seiten
und frage mich so oft, ob es nicht eine Seite ist, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
So einfach ist es nicht, schreibt mir eine Freundin und ich frage mich warum nicht?


Bin ich als Mensch nicht die Verbindung und entscheide in jedem Augenblick meines Lebens,
wie ich mit den Herausforderungen, die das Leben an mich stellt umgehe?


Mein Weg, ein Elfenweg – vielleicht!
Für mich war es nicht leicht, diesen - meinen - Weg zu finden.
Psychologie in all ihren Themenbereichen, interessierte mich von jeher.
Ich wollte Menschen verstehen und ich wollte mich verstehen.
Spiritualität oder das, was ich darunter verstehe, war schon immer irgendwie da – bei mir,
in Form von mir unerklärlichen Kräften, Bildern, Magnetismen,
die mir unerklärlich und damit auch unheimlich erschienen.
Irgendwann hörte ich damit auf erklären zu wollen
und beschränkte meine Sichtweise auf den – Zufall.
Ich beschäftigte mich mit mir und meinen Seelenwelten – immer.
Ich grub in mir und vergrub dabei meine Sehnsucht nach dem Licht.
Die Tiefe, das Dunkel können eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft haben
und wenn der Mensch zu lange darin herum gräbt,
lernt er im Dunkel zu sehen und das Tageslicht wirkt bedrohlich.
Lauern dort doch überall Gefahren, neue Erfahrungen zu machen,
andere Erfahrungen, intensive möglicherweise,
die sich mit den bereits gemachten vermischen und neuen Anlass zum graben geben.
So ertrug ich lieber den dumpfen Schmerz der Dunkelheit.
Das macht schwer und taub irgendwann.


An dieser Stelle auf meinem Weg, trat auf Umwegen die Spiritualität in mein Leben.
An einem Punkt, der so dunkel war,
dass ich mich selbst nicht mehr in meinem Körper spüren konnte.
Ein Körper ohne Seele ist tot, Gefühlstot.


Heute weiss ich, dass es für meine Wahrnehmung eine psychologisch fundierte Diagnose gibt.


Es war aber nicht Psychologie, die mir einen Weg heraus zeigen konnte, sondern das LICHT,
mein LICHT … für mich heisst diese Kraft so, weil sie mir so erschien.
Es waren natürliche, ursprüngliche und universelle Kräfte, die mich wieder spüren liessen.
Es war ein atemberaubendes Sonnenlicht, das sich im Meer spiegelte,
es war das Meer in seiner unbändigen und selbstverständlichen Kraft,
es war der Wind, der mich in einer nie zu vor gespürten Intensität meinen Körper spüren liess.
Es war eine karge, stille Vulkanlandschaft, die mich Ursprung spüren liess.
Es war ein überdimensionaler Vollmond, der im Meer versank,
der mir mit seiner Leuchtkraft den Atem nahm und mich in Tränen ausbrechen liess
und es waren die Sterne, die unbeirrbar leuchteten,
jeder auf seine eigene unverwechselbare Art und Weise,
die mich Frieden spüren liessen,
Frieden mit mir und Frieden mit der Welt in der ich lebe.


Dieser Augenblick war ein Schlüsselmoment in meinem Leben
– eine bewusste Entscheidung –
FÜR das LEBEN,
FÜR - die LIEBE - die mein LICHT symbolisiert
und dafür mich diesem WEG hinzugeben,
mit all seinen Stolpersteinen und Fallgruben,
mit seinen Illusionen & Desillusionierungen.
FÜR MICH - FÜR MEINE KINDER,
für OFFENHEIT, VERTRAUEN, VERSTÄNDNIS & BEWEGUNG.


Letztlich führt mich dieser WEG des LICHTS auch wieder hin zur Psychologie,
so wie mir Menschen geschenkt wurden, die mich Begleiten und mir den Weg „leuchten“,
so schickt mir mein Licht Botschaften.
Eine davon war mich zur Heilpraktikerin für Psychotherapie fortzubilden.
Dieses Studium ist ein sehr lehrreiches Geschenk,
das mich immer auch wieder zurück in die Tiefe und das Dunkel befördert,
was wiederum ein großes Maß an Aufmerksamkeit und Energie von meinem LICHT einfordert.


Für mich gibt es kein entweder - oder.
Beides existiert nebeneinander in mir und bereichert sich gegenseitig,
so lerne ich hilfreiche Methoden zur lösungsorientierten Begleitung von Menschen
und lerne gleichzeitig, dass auch diese Methoden an ihre Grenzen stoßen,
wenn keine intuitive Verbindung zum Menschen da ist.
Oft spüre ich mein Licht leuchten, das mir dann genau anzeigt,
ja, DEIN Verstand sagt, die Antwort ist schlüssig,
hör nochmal genau hin, da war doch noch was.


Mein Licht erkennt das Licht in anderen Menschen,
erstaunlicherweise noch bevor es mir mein eigenes sichtbar machen konnte.
So handelt mein Leben, mit einem eher unstrukurierten Lebenslauf von Entwicklung und Veränderung.
Von Kommen & Gehen und von der Unterstützung meiner Mitmenschen.
Es handelt von den Fragen:
„Wer bin ich?“
„Wohin gehe ich?“
„Wie komme ich dort hin?“
„Wie gelingt es mir, mich mit Veränderungen zu entwickeln und mir selbst treu zu bleiben.“


Nun noch einmal zu meiner Verbindung von Spiritualität und Psychologie.
ICH LEBE JETZT,
da ist mein Blick in eine „lichterfüllte“ Zukunft sehr hilfreich,
um mir eine positive und liebende Grundhaltung zu bewahren
und die Schönheit des Augenblicks nicht aus den Augen zu verlieren.
 JETZT begegnen mir auch Situationen, Menschen, Emotionen,
die mich unweigerlich zu meinen Schatten,
und damit zum psychologischen betrachten und verstehen führen.
Wobei ich auch hier die eher lösungsorientierten systemischen & humanistischen Ansätze
der Psychologie für mich bevorzuge, weil sie mir sehr deutlich zeigen,
worum es in Wahrheit geht und mir die Fähigkeit verdeutlichen,
diese Themen zu integrieren und durch Veränderung
bestimmter Muster eine Lösung herbei zu führen.




Während ich schreibe fällt mir auf, dass es ein Impuls eines professionell verrückten Facebook Kontaktes war, der mich Worte für etwas finden lässt - das seit langem in mir herum wirbelt - eine Frage die sich mir mit einem Zitat stellte:

“Wer ein Warum zu Leben hat, erträgt fast jedes Wie”.

(Friedrich Nietzsche)


Danke DIR!




Mittwoch, 2. Oktober 2013

~ FREUNDSCHAFT ~

Ich denke, an Verbindungen mit Menschen, die meine Freunde sind.
Ich frage mich, ob Freundschaft etwas mit der Dauer dieser Verbindung zu tun hat und beantworte mir dies mit einem klaren Nein. Ja, es gibt Freunde, die mich bereits mehr als die Hälfte meines Lebens begleiten. Einige sogar bereits mein ganzes Leben und es gibt Freunde die neu dazu kommen. In letzter Zeit treffe ich auf Menschen, die einmal meine Freunde waren, bis man sich aus den Augen verlor, weil jeder von uns verschiedene Lebenswege ging, einige dieser Begegnungen sind wundervoll und fühlen sich an, als sei man nie getrennt gewesen. Andere hingegen fühlen sich fremd an. Eine zu große Distanz ist zwischen zwei Menschenwelten. Da mir Small Talk nicht liegt, dauern diese Begegnungen auch nicht allzu lang.


Freundschaften trägt Vertrauen.
Vertrauen in diese verschiedenen Verbindungen,
die auf so unterschiedlichen Ebenen stattfinden, wie die Menschen,
die meine Freunde sind, unterschiedlicher nicht sein könnten.


Ich erlebe Freundschaften mit einer erstaunlichen Tiefe,
so begleitet mich meine „Herzensfreundin“ seit 21 Jahren und oft schon fragten wir uns,
was den Unterschied macht, zwischen unserer Verbindung und den Freundschaften,
die wir in all den Jahren, zu anderen Menschen hatten und haben,
die nur Augenblicke oder einige Jahre dauerten.
Wir stellten gemeinsam fest, dass es auch hier das unerschütterliche Vertrauen
in dieses Band der Freundschaft ist. Es ist unsichtbar und es ist unglaublich dehnbar.
Die ersten Jahre unserer Freundschaft waren anders.
Wir waren in der Blüte unserer Jugend, als wir uns kennenlernten und meine Freundin sagt mir heute,
wir waren halt so anders, deshalb haben wir uns gefunden.
Ja, wir waren anders und wir waren wunderbar unterschiedlich. Wenn ich an meine Freundin denke, sehe ich ein engelsgleiches Geschöpf, mit Blumen im blondgelockten Haar und das strahlendste Lächeln,
das ich jemals gesehen hatte. Noch heute, wenn sie mich besucht, spüre (und höre) ich sie leuchtend und voller fröhlicher Energie, die Treppen hinaufsteigen und wenn ich sie ansehe, erscheint es mir, als wären zwischen damals und heute nur Wochen vergangen.
Sie sagt, Daniela, wenn ich an unsere ersten Begegnungen denke, sehe ich schwarz und ich sehe es leuchten, ich sehe ein wunderschönes Mädchen, in schwarzer Kleidung,
mit den tiefsten Augen, die mir je begegnet sind.
Es begann eine wundervolle, intensive, turbulente und alles andere als harmonische Zeit.
Wir lernten einander so gut kennen, dass wir beide uns wünschten, diese Facetten der Anderen nie kennengelernt zu haben. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter uns einmal bat,
das Haus zu verlassen und im Wald weiter zu streiten, da man uns einige Straßen weiter schreien höre.
Wir waren Beide für Augenblicke still, entschieden uns dann voller Wut, dass weiter geschrien werden müsse -  im Wald. Also machten wir uns auf den Weg.
Dort angekommen, war die Wut verpufft und wir lachten, bis wir keine Luft mehr bekamen.
Einige Jahre später, bat uns ein Taxifahrer nach einem Discobesuch erst freundlich und später eher bedrohlich unsere Diskussionen doch bitte weiterzuführen, wenn wir angekommen sind.
Ich erinnere mich heute noch genau an den Blick meiner Freundin, der nichts Gutes verhieß.
Im Bruchteil einer Sekunde holte sie Luft und begann den Taxifahrer anzubrüllen, was er sich eigentlich einbilde, sich in die Gespräche seiner Fahrgäste einzumischen.
Mir war nicht sehr wohl dabei, da wir uns in der Pampa befanden und Handys zu dieser Zeit nicht existierten. Mit Engelszungen beschwichtigte ich den Taxifahrer, was die Wut meiner Freundin auf mich ins unermessliche steigerte. Ich erinnere mich daran, dass wir wohlbehalten zu Hause ankamen, jedoch nicht an den Ausgang dieses Konflikts oder weshalb er entstand.


Jahre später, wir waren beide Anfang 20 und jede von uns in einer ersten tiefen Krise, uferte einer unserer Konflikte so aus, dass wir beinahe handgreiflich geworden wären.
Wir wohnten zusammen, in einer der intensivsten Phasen unseres Lebens und nichts könnte Unterschiede deutlicher machen, als so nah beieinander zu sein.
Nach dieser Eskalation trennten sich unsere Wege eine Weile.
Das war wichtig und reinigend, für uns beide.
Bis ich einige Monate später ein so merkwürdiges, ungutes Gefühl spürte, beim Gedanken an meine Freundin, dass ich meine Verletzung für einen Augenblick vergaß und sie anrief.
Sie meldete sich in Tränen aufgelöst und von diesem Tag an, wurde unsere Freundschaft tiefer und freier.
Es gab einfach nichts mehr, dass sich vor der Anderen verbergen ließ.
Die dunkelsten Nächte hatten wir miteinander verbracht, die hellsten und freudvollsten Augenblicke geteilt. Wir waren immer da, wenn wir einander wirklich brauchten und darüber hinaus teilten wir die Freude über verschiedenste Entwicklungen in unseren Leben, die bisweilen so weit auseinander gingen, dass Aussenstehende uns immer wieder fragten, wie wir eigentlich zueinander passen und uns über so viele Jahre - Höhen und Tiefen - hinweg so nah verbunden fühlen können.


Ich denke das können wir, weil wir frei sind, weil es keinen Unterschied macht, wo auf der Welt sich die Andere gerade befindet, oder mit wem.
Weil jeder von uns die Andere so liebt wie sie ist und jede Entscheidung, die sie für ihr Leben trifft vorbehaltlos akzeptiert, obwohl es nicht immer leicht fällt, dabei zuzusehen, wie die Andere sich immer tiefer ins Unglück stürzt. Dabei haben wir beide zugesehen und uns letztlich aufgefangen, weil es das Einzige ist, das wir tun können für einen Freund.
Das heisst nicht, dass wir solche Befürchtungen nicht vorher miteinander besprechen.
Das tun wir und wir schätzen die ehrliche Ansicht des Anderen, entscheiden aber eben für uns allein.
Ehrlichkeit und Offenheit sind ebenfalls tragende Kräfte dieses Bandes, zu jeder Zeit.
Wir schonen uns nicht und können die Wahrheit des Anderen gut aushalten.
Ich glaube, das kann in dieser Weise nur gehen, wenn Menschen sich tief vertrauen.
Loyalität, auch ein wichtiger Bestandteil dieser Verbindung.
Keiner von uns erkennt einen Grund an der Anderen zu zweifeln, auch dann nicht, wenn andere Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen versuchen diese Zweifel zu nähren.
Wir sind offen miteinander und meistens lachen wir, weil es uns einfach schon so oft begegnet ist.
Ich bin tief dankbar für diese Freundschaft, die alle Partnerschaften, meine Ehe und diverse Lebenskrisen überdauert und ich fühle, dass es eben eine dieser Freundschaften ist, die im Himmel geschlossen wurde und ich wünsche uns Beiden, dass das unsichtbare Band uns weiter erhalten bleibt durch viele Augenblicke Leben.


D a n k e für Deine Liebe Alina!


Es gibt weitere Freundschaften, die mir sehr am Herzen liegen, mit Menschen, die so wundervoll sind und alle ein Teil meines Lebens, die mir oft auf eine ungewöhnliche Weise begegnen, fast so, als hätte sie der Himmel geschickt und sie überdauert den Moment, indem der Himmel diesen Menschen zurückholt. Ich freue mich von Herzen darüber, dass aus Freundschaften, die zu einer Liebesbeziehung wurden, wieder echte Freundschaften werden konnten. Ich bin dankbar, mit dem Vater meiner Töchter in Freundschaft verbunden sein zu dürfen, das macht so vieles leicht, wenn der Schmerz vorüber ist.


Ich danke der unkompliziertesten Freundin ever, dafür, dass sie so ist, wie sie ist und mich mit ihrer ehrlichen Direktheit, bis ins Mark trifft, um von dort in schallendes Lachen über meine eigenen komplizierten Gedankenknoten auszubrechen. Die mich schwanger im Urlaub erlebte und sich noch heute fragt, wie mein Mann es mit mir aushielt. Ich knutsch DICH!


Ich danke meiner Freundin mit dem besonderen Draht nach Oben, für die wundervolle Zeit, die wir miteinander verbringen und verbrachten. Dafür, dass sie mich schon als Kind und Teenager mit der allercoolsten Musik berührte und für ihre unerschöpfliche Quelle der Inspiration, ich liebe DEIN Lachen und Deinen Herzblick!


Danke auch Euch ihr Facebook Begegnungen, die ihr mir Freunde geworden seid.
DU energetische Quelle der Liebe, die DU exakt spürst, wann meine Sturmflut einsetzt und mich beschenkst mit Deinem Licht und Deiner unerschütterlichen, grenzenlosen Verbundenheit mit ALLEiNs.


Und DU strahlendes Wesen, die DU mit Deiner Stimme, emotionale Welten in Bewegung setzt und alle Dämme brechen lässt.

Danke DIR, die Du mich immer wieder auch meine Schatten erkennen lässt und mich meine eigene Unsicherheit so stark spüren lässt, die DU mir immer wieder die Möglichkeit gibst mich in mir Selbst zu erkennen und für Deinen Blog, der mich nun seit Jahren begleitet, auch wenn das, was ich da lese sich oft grauenhaft anfühlt für mich. Es bewegt.


Ich bin gesegnet mit EUCH! D a n k e!




… danke auch allen Menschen, die noch FREUNDE werden oder es in der STILLE bereits sind.


Sonntag, 29. September 2013

~ friedvolle Mitte ~

Ich stolperte über ein Wort, ein Gefühlswort, einen Geisteszustand,
der mir einen Augenblick des Friedens schenkte.
Das Wort heisst Mitte und bezog sich in diesem Fall auf die sogenannte „Innere Mitte“.
Ich kenne diesen Ort, ein Gefühl des Friedens, der Ruhe und des LEICHT Seins im Augenblick.
In diesem Zustand kann ich bei mir und gleichzeitig mit anderen Menschen sein,
ohne, mich zu sehr in den Gefühlswelten meiner Mitmenschen zu verlieren.


Es muss also an dem Wort Mitte liegen, welches meine Dämonen zum Tanz auffordert.
Was ist das also mit der Mitte, die mich taumeln lässt?
Meine ersten Assoziationen zu Mitte sind Taubheit, Anpassung und die Bilder zu einer Zeit,
in der ich mich in dieser Mitte befand.


Herzlich Willkommen Mitte!


Sofort schleicht sich der Gedanke ein, dass ich es mir nicht erlaube,
meine Mitte zu finden, aus Angst, dort zu landen, wo ich schon einmal war, in der Gefühlstaubheit.
Das gefällt mir ganz und gar nicht, denn ich mag diesen Zustand des bei mir Seins sehr gern.


Angst & Begrenzung hingegen machen mich erst mal wütend und wenn ich diese Wut nicht gleich als schöpferische Kraftquelle nutze, werde ich traurig.


Selbstverständlich begegnet mir dieses Wort „MITTE“ nun beinah täglich.
Die damit verbundenen Gefühle kämpfen gegen meine entspannte Vorfreude
und liebende Grundhaltung an.
Sowas nenne ich dann innere Sturmflut und die hat nichts gemeinsam mit der friedvollen Mitte.
Es geht rauf und runter, Welle für Welle und jede sich bietende Welle wird von mir gesurft,
ob es nun meine eigene ist, oder die von anderen Menschen,
das strengt an und ist dem friedvollen Zustand in mir nicht gerade zuträglich.


Nun sagen mir immer wieder Menschen, Du musst Dich abgrenzen, von den Menschen, deren Wellen Du surfst, damit sich Dein Eigenes nicht mit Ihrem Eigenen vermischt. Fühlt sich für mich nicht stimmig an, denn Abgrenzung bedeutet Trennung und damit begrenze ich mich schon wieder Selbst, indem ich mich von anderen Erlebniswelten abschneide und meine eigene Suppe separiere, ich glaube das endet auf Dauer in der Isolation und trennt das Gefühl ab von der Verbundenheit des Ganzen.


Wo befindet sich diese innere Mitte, frage ich mich und wie gelingt es mir, dort zu bleiben,
wenn ich mir erlaube, sie als das zu fühlen, was sie wirklich ist?


Meine Mitte befindet sich dort,
wo ich mir im Augenblick nah bin.

Wenn ich genau fühle, wie ich bei mir sein kann,
wozu entferne ich mich dann von mir?


Weil es unbewusste Programme gibt, die sich gern mal abspielen, wenn es mir auf Dauer „zu gut“ geht.


Etwas in mir schreit z.B. Flugverbot, wenn der Flug gerade am schönsten ist, und warum?


… weil man immer gehen soll, wenn´s am schönsten ist … schallt es aus der Tiefe,
… oder wer hoch fliegt, fällt auch tief.


Etwas in mir schreit: VORSICHT, wenn mir ein Mensch sehr nah kommt, wozu?


… Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ... höre ich es rufen.

In mir brodelt es.
Wenn´s also nicht schön ist, kann´s auch nicht unschön werden? 
So ein Quatsch, wenn´s nicht schön ist, ist es entweder langweilig,
oder von Beginn an Unschön, und das sollte mich nun davon abhalten zu fliegen?
Oder dass ich abstürzen könnte?
… wenn ich nicht fliege, kann ich nicht abstürzen und lernen kann ich dann auch nicht,
demnach bleibe ich mein Leben lang an der selben Stelle stehen und hoffe,
dass das Leben, welches an mir vorbeizieht mich verschont?

Beklemmungen bekomme ich bei dem Gedanken.


Welche Kontrolle?
Ich glaube nicht im geringsten daran, dass es ausserhalb des eigenen Handelns eine Möglichkeit der Kontrolle gibt, auf diesem Planeten.
Mein Handeln richtet sich am liebsten danach, ob sich etwas stimmig anfühlt für mich.


Könnte es also sein, dass ich in meiner friedvollen, inneren Mitte bin,
wenn ich all das in mir anerkenne. mich einfach nicht mehr auf diese programmierten Abläufe in mir,
oder die freundlichen Hinweise von Aussen einlasse?


Hier fühlt es sich für mich gerade liebevoll mittig und nach innerem Frieden an,
freuderfüllt - alles andere als taub.

Freitag, 27. September 2013

~ hineingespürt ~

Heute fragte mich jemand wie ich mich fühle.


Eine gute Frage, finde ich.
Ich musste mich erst einmal orientieren.
Manchmal ist das so, wenn mir solche Fragen gestellt werden,
weil ich mir einfach nicht ganz sicher bin und es wichtig ist, für mich,
genau in mich hineinzuhören.


Also, wie fühle ich mich – heute?


Ich fühle mich bewegt, ich schwimme ein wenig in tiefen Gewässern,
weil es da etwas gibt, das mich immer mal wieder aus dem Konzept bringen will.


RatSCHLÄGE, getarnt als gut gemeinte Empfehlungen,
wie man sein Leben zu leben hätte,
worauf man zu achten hätte,
die Betriebsanleitung wird dann meist gleich mitgeliefert,
weil´s für einen Selbst so wunderbar funktioniert.
Ich weiss, Menschen meinen es gut und einige sogar ehrlich.
Die meisten so scheint mir, versuchen ihr eigenes Lebenskonzept zu
 – ja, was eigentlich -
beinah bin ich geneigt, "verkaufen" zu schreiben,
dabei verlangen sie – augenscheinlich – keine Gegenleistungen,
auf den ersten Blick.
Schaue ich allerdings genauer hin, ist die Erwartung,
diese Ratschläge dann auch umgesetzt zu wissen,
vielleicht schon der Preis.
Die Frage die sich mir damit stellt ist, wem eigentlich wollen sie es verkaufen?
Mir oder in Wahrheit sich Selbst?
Schaue ich mir nämlich einige dieser Menschen genauer an,
wirken sie auf mich nicht unbedingt zufrieden mit ihrem Leben,
eher erscheint es mir oft so, als sei dieses Leben eben auf´s funktionieren
dieser Betriebsanleitung ausgerichtet.


Ich hab´s nicht so mit Anleitungen, wenn es um Menschen geht
und mit Ratschlägen habe ich´s ganz und gar nicht.
Ich freue mich über jeden Austausch mit Menschen,
denn nach meiner Auffassung gibt es in jeder Begegnung etwas zu lernen,
auch von Menschen mit Ratschlägen.
Ich wähle jedoch gern Selbst aus, was ich lernen mag.
Manchmal ist es sogar ein Ratschlag, wenn er sich gut anfühlt für mich.
Am liebsten lerne ich von Menschen, die mir Fragen stellen,
einige tun das ganz unbewusst,
einfach in dem sie mit mir kommunizieren,
oder ihre Sichtweisen anbieten, z.B. in Form von Texten, Verhalten, Bildern oder Musik.
Hier spüre ich tiefen Dank, denn viele Fragen würden sich mir ohne
diese Menschen und ihre Beiträge möglicherweise nicht stellen.
Ich freue mich über jeden einzelnen.



Darüber hinaus glaube ich an den Menschen und seine Fähigkeit über sich hinaus zu wachsen.
Ich glaube daran, dass Menschen nicht geboren wurden um zu leiden.
Es scheint mir, dass manche Menschen unglaublich viel Leid erfahren müssen,
um dieses Potenzial in sich zu entdecken, einige finden es vielleicht nie.
Ich glaube, dass es ihnen nicht im geringsten hilft,
sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit einem Rat zu (er)SCHLAGEN.
Ich glaube daran, dass Menschen sich bewegen,
wenn es ihnen gelingt den Blickwinkel zu verändern
Es bereitet mir Freude zu sehen, wie und wohin sie sich bewegen,
welche Lösungen sie für sich finden,
um letztlich sich Selbst und ihre eigene Wahrheit zu leben.


Menschen zu begleiten bedeutet in meinem Verständnis NICHT ihnen (m)eine Lösung zu präsentieren, sondern sie dabei zu unterstützen Lösungen in sich Selbst zu finden!


Vorausgesetzt ein Mensch sucht wirklich nach Lösungen!






Mittwoch, 25. September 2013

~ LIEBE IST REIN! ~


Diesen Satz schrieb ich als 14 jähriges Mädchen in mein Tagebuch
und die Frage warum Menschen sich ständig sagen müssen, dass sie sich lieben.


Als ich heute während des Umräumens auf meine alten Tagebücher stieß, war es zu verlockend einen Blick hinein zu werfen.
Ich las die Gedanken einer heranwachsenden, die in meinem empfinden kluge Fragen stellte, an das Leben und die Liebe.


Umso trauriger wurde ich bei dem Gedanken daran,
dass es eine Zeit gab, in der ich dieses Mädchen vergessen hatte.
Ein Mädchen mit Träumen, mit Idealen und mit den besten Voraussetzungen ihren Weg zu gehen.
Ein trauriges Mädchen & ein glückliches Mädchen.
Traurig, weil sie sich immer irgendwie anders fühlte und glücklich, weil es eine so unfassbar intensive Zeit des Erlebens war.
Des sich selbst Spürens und der Entwicklung.


Ich fühlte mich immer wohl mit Menschen, die anders waren,
Menschen, die Fragen stellten, Menschen, die tief fühlen und denken konnten.
Ich fühlte mich wohl in der Nähe von Menschen, die authentisch und ehrlich waren,
egal auf welche Art.
Zu oft verlief ich mich in Kreise, die eben dies nicht konnten.
Dort war ich anders.
Die Unnahbare.
Die Sensible.
Die, die irgendwie nicht ganz von dieser Welt ist.
Mit einem unerschütterlichen Glauben an eine Liebe,
die ich fühlen konnte und leben wollte.
Mit dem immer existenten Wunsch diesen Menschen einen Zugang zu verschaffen,
zu der Welt, in der ich lebte.


Mein Berufswunsch war damals Sozialarbeiterin.
Der Wunsch meiner Mutter war es, dass ich etwas anständiges studiere,
Juristin fand sie gut für mich.
Schon bei dem Gedanken an ein Jura Studium musste ich damals gähnen.


Ich wollte für Menschen da sein und ich wollte darüber schreiben,
ich wollte malen, ich wollte in Kontakt sein,
mit mir und der Welt, in der ich lebe.


Ich weiss nicht genau, wann genau es passierte, aber irgendwann glaubte ich,
alle Menschen um mich herum wissen sicher besser was gut für mich ist und ich hörte mehr und mehr damit auf, mir selbst zu glauben. Bis ich mich Jahre später, gut angepasst und uniformiert im Vertrieb einer Versicherung wiederfand und mit dem Song „Eye of the Tiger“ auf eine Bühne begleitet wurde, um für überragende Verkaufszahlen ausgezeichnet zu werden.


Ich weiss noch, dass ich dort oben stand, mich in Grund und Boden schämte und mich fragte, wie ich dort hin kam und was ich dort tat.


Ich glaube, damals war mir zum ersten Mal für einen kurzen Augenblick bewusst, dass ich mich verloren hatte.


Ich entschied einige Tage später zu kündigen, meinen Freund zu heiraten und Kinder zu bekommen.
Das erschien mir die Erfüllung eines weiteren Traums.
Wir heirateten einige Monate später und ich wurde Mutter von zwei zauberhaften Elfen, ich war glücklich.


Bis ich eines Tages bemerkte, dass ich mir selbst beim leben zusehe.
Ich kannte die Frau nicht, die dort leben spielte und das einzige Gefühl,
das mir zugänglich war,
war die Liebe zu meinen Kindern
und der Wunsch ihnen eine gute Mutter zu sein.


Mir wurde schmerzlich und schlagartig bewusst,
dass ich diesen Wunsch nur dann erfüllen kann,
wenn ich mich wieder finde, mich selbst lebe.
Also nahm ich meine Kinder und verließ sonst alles,
was bis dahin mein Leben ausmachte.


Das ist jetzt 4 Jahre her.
Alles was seitdem passierte, gleicht einer Reise,
die nur darauf wartete endlich angetreten zu werden.




Jeder Tag ist ein Geschenk,
Jeder Augenblick Magie.
Jede Begegnung eine Bereicherung.
Jede Berührung ein Segen.
Jede Reflexion ein lange verlorenes Teil in meinem Lebenspuzzle.
Jede Projektion eine lehrreiche Erfahrung.
Jede Lüge ein weiterer Schritt zur Wahrheit.
Jede Begrenzung ein weiterer Antrieb in Richtung Freiheit.
Jede Sehnsucht eine Vorfreude auf das was kommen wird.
Jeder Kampf ein weiterer Hinweis auf meinen Frieden.
Jede Verletzung eine Berührung.
Jedes Ende ein neuer Beginn.


Behutsam meldet sich das 14 jährige Mädchen in mir,
ich kann sie wieder fühlen und ich höre ihr zu.


Ein roter Faden zieht sich durch mein Leben, das weiss ich jetzt.


Es ist die unbändige LIEBE zum LEBEN,
der niemals erlöschende WUNSCH mich zu entfalten
die FREUDE an der Begegnung mit MENSCHEN
und das LICHT, das mich immer aus der TIEFE der Dunkelheit leitete,
bevor ich darin ertrank.


Ich fühle mich gesegnet und beschenkt mit all den wundervollen Menschen,
Begegnungen & Ereignissen meines Lebens und ich freue mich auf & über all das L E B E N , das da noch kommt.


Übrigens:


LIEBE IST REIN ,


weiss ich nun auch 21 Jahre später
und danke dem zauberhaften Mädchen,
das ich damals war, für die liebevolle Erinnerung daran.






Montag, 23. September 2013

~ Menschen & Begegnung ~

Ein gewöhnlicher Montag morgen,
ich stehe auf,
ich gehe ins Bad,
ich trinke Kaffee & rauche eine Zigarette,
während ich die neuesten Meldungen bei Facebook lese,
mich inspirieren lasse.


Ich tausche mich aus, mit mir lieben Menschen, teile mit
was mich berührt in diesem Moment und mich inspiriert für den Tag,
vielleicht schenkt es einem Menschen ein Lächeln, denke ich,
und dass das schön wäre.
Etwas ist anders an diesem Montag morgen.
Ich bin aufgeregt.
Meine Freundin fragte mich vor einigen Tagen,
ob ich eine Idee habe, zu einer Geschichte über unsere Stadt,
die sie gerne filmen würde, um damit an einem Wettbewerb teilzunehmen.
Mich persönlich interessieren Menschen, demnach schlug ich vor,
Menschen zu fragen, wie sie hier in dieser Stadt leben.
Menschen, die vielleicht nicht so häufig gefragt werden.
Solche, die entweder übersehen, oder im vorbeigehen gemustert,
mit Pauschalurteilen belegt und gleich aus dem Gedächtnis verbannt werden.
Diese Menschen interessieren mich.
Nachdem wir gestern kurz durchsprachen,
wie wir die Menschen finden könnten und was wir sie fragen würden,
war uns ziemlich schnell bewusst, dass auch wir Berührungsängste haben.
Wir fragten uns, ob sie uns ihre Geschichte wohl erzählen würden,
wir hatten bedenken und dennoch wusste ich,
wir würden diese besonderen Mensche treffen,
die, die etwas zu sagen haben,
jene,die sich sonst nicht gehört fühlen,
die unser Herz berühren würden.
Wir machten uns also auf den Weg in die Innenstadt und liessen uns erst einmal
von Ort zu Ort treiben.
Mit geöffneten Kanälen nimmt man Menschen anders wahr.
So hatte plötzlich jedes vorüberziehende Gesicht seine Geschichte zu erzählen, dachte ich bei mir.
Unser Gefühl war, wir hatten "unsere" Menschen noch nicht gefunden.
Im vorbeischlendern sah ich aus dem Augenwinkel eine junge Frau
(ich nahm sie als Mädchen wahr) lesend auf einer Bank in der Innenstadt sitzen,
aus dem Rucksack, der vor ihr lag,
lugten 2 Tüten Kekse und eine Flasche Apfelschorle hervor.
Sie hob für einen Moment ihren Blick und ich fragte meine Freundin,
ob sie auch das Gefühl habe, dass wir sie einmal fragen könnten,
ob sie uns ihre Geschichte erzählen mag.
Ihr Name sei Celine, sagte die junge Frau und dass sie uns gerne ihre Geschichte erzählen würde,
auch vor der Kamera, dass sie uns aber sagen möchte, dass sie Junkie sei.
Ich sah meine Freundin an, die ebenso fasziniert und zugleich erschrocken aussah, wie ich:
Celine erzählte uns sie sei 20 Jahre alt und habe einen Freund,
der gerade etwas zu essen besorgen würde.
Sie schlafe mal hier und mal da, bei Freunden oder draußen
und wenn das Geld genügt,
auch mal für eine Nacht im Hotel, da sei es immer so gemütlich.
Celine erzählte uns davon, wie sie als Kind ihrer Mutter dabei zu sah,
als diese Heroin spritzte und wie ruhig und glücklich ihre Mutter ihr damals erschien.
Sie erzählte uns von sexuellen Missbräuchen durch einen Onkel,
als sie 4 Jahre alt war.
Sie erzählte uns, dass sie 9 Jahre alt war, als sie zum ersten mal kiffte.
Meine Freundin und ich sahen uns hin und wieder mal an,
mir bleib die Luft weg und ich spürte wie eine unfassbare Wut in mir aufstieg.
Celine erzählte uns gerade davon, dass sie selbst eine Tochter habe,
die sie in eine Pflegefamilie gab, weil sie bisher keinen Entzug geschafft habe,
als ihr Freund an uns vorüber lief und erklärte, er wolle nicht gefilmt werden.
Etwas später, setzte er sich zu uns und während meine Freundin weiter mit Celine sprach,
fragte ich ihren Freund nach seinem Namen,
er sei der Bastian, sagte er und dass er 32 Jahre alt wäre,
aber die letzten 12 Jahre gesessen habe, er habe versucht sich das Leben zu nehmen in Haft,
und dass er das schon öfter versucht habe,
aber jetzt habe er Celine und sie sei der einzige Mensch,
der ihn jemals wirklich geliebt habe.
Wo wir jetzt doch einen Film machen würden,
warum wir nicht darauf hinweisen würden,
dass es in unserer Stadt grausam wäre für Kinder.
Ob wir die alte Dame kennen würden, die immer Pfandflaschen sammelt,
weil sie nicht genug Rente habe, die Dame hätte vier Kinder erzogen und ihren Mann gepflegt,
wo da die Gerechtigkeit wäre?
Alte Menschen brauchen schließlich auch mehr, wirft Celine ein.
Eine Wohnung, Kaffee,genug zu Essen und Anti Falten Creme.
Wie er Drogenabhängig wurde, fragte ich Bastian.
Er antwortete, dass sein Bruder ihm das erste mal Heroin gegeben habe,
damit er die Schmerzen vergesse.
Er sei schon immer psychisch labil gewesen.
Er konnte die Ablehnung seines Vaters nicht ertragen,
dieser hätte zwei mal versucht ihn umzubringen
und hätte immer wieder gesagt er sei ein Unfall.
Ich höre ihm gebannt zu und werde traurig.
Er habe ein paar Monate immer mal wieder etwas genommen
und sein Bruder hatte ihn gewarnt, dass er genau so abhängig würde, wie er selbst,
aber das hatte er nicht geglaubt.
Er sei eines Morgens aufgewacht und habe gedacht er habe eine Magen – Darm Grippe,
diese mutierte Grippe, denn eine solche Grippe hätte er noch nie erlebt.
Er schildert mir genau, was mit seinem Körper passierte.
Mir wird übel.
Er wollte dann zur Apotheke um sich Medikamente zu holen, als sein Bruder ihm sagte,
dass das nicht helfen würde.
Da habe er „ES“ zum ersten Mal geraucht.
Es war wie ein Traum, sein Körper hörte auf zu schmerzen und die „Grippe – Symptome“ waren weg.
Ob ihm in dem Moment klar wurde, dass er abhängig sei, fragte ich ihn.
Er antwortete:
„JA und es war mir egal. Weisst Du, am Anfang ist das so, dass Du nichts mehr fühlst und ich wollte nicht fühlen.“
Jetzt sei es so, dass er es einfach brauche, um keinen „Affen“ zu bekommen,
er bekomme Methadon, seit seiner Haft.
Zum Schluss erzählen beide gemeinsam.
Ich frage sie, woher sie das Geld für die Drogen nehmen,
denn inzwischen ist klar, dass sie neben Methadon, weiter Drogen konsumieren.
Sie gehe anschaffen, sagt Celine, wenn nötig.
Bastian schaut weg.
Was Glück für sie bedeutet fragt meine Freundin.
Celine antwortet:
„Glück bedeutet für mich eines Tages den Entzug zu schaffen,
eine Wohnung zu finden um meine Tochter zu mir holen zu können.
Ein normales Leben zu führen.“
Bastian sagt:
“Ich weiss nicht was Glück ist, vielleicht für immer mit Celine zusammen sein.“
Wenn sie sich etwas wünschen dürften, was sie sich wünschen würden, fragen wir.
„Einen Menschen auf den ich mich verlassen kann,“ antwortet Bastian.
„Ja,“ sagt Celine, „Freunde, die etwas mit uns unternehmen.
Ich würde so gern in den Zirkus und ich interessiere mich für Meeresbiologie.“
Was sie besonders gerne tun, fragen wir.
Celine erzählt uns, dass sie gerne malt, manchmal stundenlang vor den Leinwänden und den Ölfarben im Bastelladen steht.
Bastian fügt hinzu, dass sie von Zeit zu Zeit einfach fremde Leute portraitiere.
Er selbst habe durch Celine begonnen sich für Bücher zu interessieren.
Am liebsten lese er dunkle Gruselgeschichten mit Action.
Das ist nur ein kleiner Auszug dessen,
was diese beiden besonderen Menschen uns innerhalb zwei Stunden erzählten.
Immer wieder betonten sie, wie sehr sie sich wünschen würden,
sich öfter einmal mit anderen Menschen zu unterhalten.
Aber sie werden meistens behandelt wie Dreck.
Ob sie sich selbst als wertvoll empfinden, fragten wir sie.
Hin und wieder, antworten beide, aber erst seit sie sich gegenseitig gefunden haben
und dass sie jetzt wissen, was Liebe sei.
Wir bedanken uns und umarmen die beiden.
Wir fragen nach, ob sie etwas brauchen.
Beide verneinen vehement.
Ich sage ihnen, dass sie wunderbare Menschen sind und ich unglaublich viel lernen durfte,
in dem Gespräch mit ihnen.
Celine wirkt gerührt, sie sagt, dass sie sowas seit mindestens 5 Jahren nicht mehr gehört hat.
Bastian bedankt sich bei uns, weil wir ihnen zugehört haben und uns nicht vor ihnen ekelten.
Sie wünschen uns viel Erfolg für den Wettbewerb und fragen,
ob wir ihnen den Film zeigen würden, wenn er fertig wäre.
Wir versprechen, dass wir wiederkommen,
mit dem Film, Leinwänden und Farbe für Celine.
Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir keine Worte, meine Freundin & ich,
und auch während der Fahrt, sind wir weiter berührt, erschrocken, bestürzt
und auch unglaublich d a n k b a r - für unser Leben,
für diese lehrreiche Begegnung
und für das Vertrauen dieser beiden Menschenseelen.

https://www.youtube.com/watch?v=EyJtiLZRxqw